BMW 5er/Infiniti M: Hybrid-Test
Kraftprotze mit Ökosiegel

Sie strotzen vor Kraft, vermitteln aber dennoch ein grünes Gewissen: BMW 5er Hybrid und Infiniti M35h, zwei neue Powerlimousinen mit Hybridantrieb.
Bild: Sven Krieger
- Wolfgang König
Medien fordern es, Politiker loben es, seine Lobby feuert aus allen Rohren. Doch der Bürger, der es kaufen soll, verschmäht das Ding, und zwar hartnäckig. Noch tröpfeln Hybridautos nur in homöopathischen Dosen auf unsere Straßen. Natürlich hat der Verbraucher das gute Recht, abzulehnen, was nichts bringt und sich nicht rechnet. Andererseits finden sich ja auch Offerten, die den Weg über den Kopf abkürzen und direkt auf den Bauch zielen. Nehmen wir den neuen BMW Active Hybrid 5. Ja wirklich, das Auto heißt so – nicht verschämt 535 h etwa, sondern gleich die volle Botschaft, in Chrom geschrieben, sogar auf dem Dachholm in Augenhöhe. Das reine Ökogewissen sichtbar gemacht, so fördert der Hybridantrieb das Wohlbefinden seines Besitzers schon vor dem Losfahren.
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Video: BMW Active Hybrid 5
Bayern-Öko
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Video: Infiniti M35h
Luxus-Hybrid
Das gelingt dem BMW noch harmonischer als dem Infiniti, der mitunter unverhofft heftig oder auch mal verzögert reagiert. Äußerst eindrucksvoll desgleichen, wie vehement die Hybridkräfte diese Schwergewichte vorantreiben, zumal den Infiniti. Kraftprotze mit Ökosiegel, so dünkt es einem dann, das kann so falsch nicht sein. Gleichwohl lassen sich die Hybridnachteile nicht unter den Teppich kehren. Gewicht zum Beispiel: Trotz neuester Lithium-Ionen-Batterien sind die Autos bleischwer – 1,9 Tonnen der Infiniti, 1,96 der BMW, 150 Kilo mehr als der Benziner. Weniger Kofferraum bieten sie auch – von 520 auf lächerliche 375 Liter beim 5er, gar nur 350 Liter beim M35h. BMW-Käufer müssen obendrein auf Extras verzichten (Anhängekupplung, Aktivlenkung, Wankausgleich, Durchladesystem und mehr). Was freilich nicht verhindern kann, dass sich der 5er im direkten Vergleich als das kompetentere Angebot entpuppt.
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Video: Infiniti M35h/BMW Hybrid
Oberklasse mit Hybridantrieb
Fazit
Das bessere Auto heißt BMW, daran lässt der Vergleich überhaupt keinen Zweifel. Aber ist er auch der bessere Hybrid? Was das Zusammenspiel zwischen Benziner und Elektromotor betrifft, wirkt er noch ausgefeilter als der Infiniti, das stimmt. Aber im Verbrauch muss er sich klar geschlagen geben. Einen nennenswerten Hybridvorteil bietet in dem Punkt nur der japanische Konkurrent. Und darum geht es ja letztlich beim Thema Hybrid, oder?
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