BMW i8: Fahrbericht

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BMW i8: Fahrbericht

— 27.04.2014

So fährt der BMW i8

Der BMW i8 präsentiert sich als innovativer Öko-Supersportler. Was der 126.000 Euro teure Plug-in-Hybrid kann, zeigt der erste Fahrbericht!

Video: BMW i8 im Test

Öko-Renner im Härte-Test

Die Flügeltür schwingt elegant in Hab-Acht-Stellung, aber Platz nehmen will geübt sein: Drehen, ducken, den Po über den Schweller wuchten und wegsacken lassen. Der Schalensitz ist erstaunlich bequem, der schmale Fußraum groß genug für lange Beine. Willkommen im BMW i8! Ungewöhnlich für einen Mittelmotor-Sportler: Vor der Hinterachse gibt es zwei Notsitze, die wegen der steilen Lehne nur Kindern zuzumuten sind. Der Kofferraum ist knapp, insgesamt 154 Liter fassen kaum mehr als Wochenendgepäck. Die Luke direkt hinter dem Verbrenner taugt nur für hitzefeste Utensilien. Für Fahrer und Beifahrer ist der i8 eine luftige Raumkapsel mit vertrauter Bedienung: Start-Stopp-Knopf, iDrive-Controller, Fahrerlebnis-Schalter, Drucktasten-Handbremse, Joystick auf dem Getriebetunnel – alles bekannt. Neu ist die eDrive-Taste: Ein Druck, und die dynamische Reichweitenanzeige, flankiert von diversen Grafiken und Zusatzinformationen, rückt in den blau eingefärbten Vordergrund. Ab sofort wird nicht nur der Antrieb auf Diät gesetzt, sondern auch Heizung und Klimaanlage.

2,1 Liter Verbrauch – laut Datenblatt

Große Show: Flügeltüren für den Auftritt auf dem Boulevard. Einsteigen ist trotzdem nicht einfach.

Wir gleiten in den Fahrprogrammen eDrive und Comfort durch die Vororte wie ein Papierschiffchen in der Strömung: scheinbar energieneutral, gefühlt federleicht. Bis 30 km/h zieht der i8 eine künstlich erzeugte Geräuschschleppe hinter sich her, die nach Turbine klingt und Fußgänger warnen soll. Im eDrive-Modus fährt der Teilzeit-Stromer unter idealen Bedingungen 37 Kilometer weit rein elektrisch oder maximal 120 km/h schnell. Sind die Akkus fast leer (oder bei Kickdown), dann schaltet sich der Verbrenner zu. Kein getunter Rasenmähermotor, sondern ein halbierter Sechszylinder. Mit 231 PS Leistung und 320 Nm Drehmoment aus nur 1,5 Liter Hubraum ist der aufgeladene Dreizylinder ein geniales bayerisches Motoren-Werk: laut BMW in 4,4 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt. Offizieller EU-Verbrauch: 2,1 l/100km. Welche Verbrauchswerte wir bei unserer ersten Ausfahrt ermittelt haben, lesen Sie in AUTO BILD 18/2014 (schon ab 30. April am Kiosk).

Allradantrieb ohne mechanische Kopplung

Die Bedienung ist für BMW-Fahrer kein Problem, volldigitale Instrumente.

Um die ungezügelten 362 PS Systemleistung zu spüren, schnippt der Zeigefinger den Fahrerlebnis-Schalter instinktiv in den Sport-Modus. Erst jetzt ist manuelles Schalten möglich, werden Gaspedal-Befehle ratzfatz ausgeführt, steht der volle Boost-Effekt bereit – 131 PS Spitzen- statt 102 PS Dauerleistung. Schnellere Schaltvorgänge, eine direktere Lenkungskennung und straffer abgestimmte Dämpfer komplettieren die Fahrdynamik-Maßnahmen. Schwächen? Der Anfahr-Kick beim Ampelstart könnte fallbeilartiger aussehen, der Wendekreis ist mit 12,3 Metern zu groß, die E-Lenkung neigt beim Einlenken ganz leicht zum Überziehen des Lenkwinkels. Das war’s schon, denn in den wichtigsten Disziplinen gibt sich der i8 keine Blöße. Beeindruckend das Zusammenspiel des "Allradantriebs", der ohne mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse auskommt. Die progressiv arbeitende Bremse verändert weder beim Rekuperieren noch im ABS-Regelbereich das Pedalgefühl. Mit dem optionalen 42-Liter-Tank (Serie: 30 Liter) kommt nie Reichweitenangst auf, selbst mit dem Messer zwischen den Zähnen sind über 400 Kilometer möglich.

126.000 Euro kostet das Grundmodell, rund 140.000 Euro die Komplettversion mit Vollleder, Head-up-Display, Soundsystem und Metalliclack. Viel Geld für ein nur bedingt alltagstaugliches Glaubensbekenntnis – aber fast geschenkt in Relation zu Hybrid-Sportlern wie LaFerrari, McLaren P1 und Porsche 918 Spyder.

Noch mehr Eindrücke vom BMW i8 – und was er wirklich verbraucht – lesen Sie schon ab 30. April in AUTO BILD 18/2014!

Autor: Georg Kacher

Stichworte:

Elektro-Sportwagen

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