BMW M1 Hommage Car

— 27.04.2008

Der Ferrari aus München

BMW überrascht beim Concorso d'Eleganza am Comer See mit der Studie eines Supersportwagens. Die rote Flunder sei nur eine einmalige Hommage an den M1. Heißt es. Wollen wir das glauben?
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Was für ein irrer Coup: Aus heiterem Himmel meldet sich BMW im kleinen Kosmos der Super­sportwagen zurück. Beim noblen Concorso d’Eleganza am Co­mer See ent­hüllten die Bayern den "M1 Hommage Car". Er ist nur eine Studie ohne Motor, betont BMW. Vorerst. Aber der flache Keil zeigt ge­nau, worüber die Designer in München nachdenken. Und wie sie ihr Handwerk beherrschen: Der neue M1 ist ein sensationelles Auto, mit knalligen Formen. Das sind nicht nur Linien oder Schwünge, sondern Flächen, die unter extremer Spannung stehen. Und ein durchdringendes Orange bringt sie zum Glü­hen. Wie früher. BMW hat sie ja, die eigene Geschichte. 1972 rollte der Turbo (Design: Paul Bracq) pünktlich zu den Olympischen Spielen vor die Kameras. Die Welt staunte, wie kompro­misslos futuristisch sich die bayerischen Motorenbauer plötzlich positionierten. Der Turbo war ein Mittelmotor­sportwagen in modischem Orange und Rot. Er wurde zum Urknall für vieles, was von BMW später kam.
Nach drei Jahrzehnten: Die Rückkehr einer Legende
Her damit: Unter den vier schwarzen Lamellen faucht ein Mittelmotor. Theoretisch.
Her damit: Unter den vier schwarzen Lamellen faucht ein Mittelmotor. Theoretisch.
Sechs Jahre später folgte der M1, den Giugiaro zeich­nete. Damals, 1978, erinnerte vieles am M1 an den Turbo. Die flache Schnauze mit der knapp geschnittenen Niere, die Klappscheinwerfer und erst recht das Heck-Layout, das links und rechts BMW-Logos trägt. Dieser Mittel­motor-Entwurf schaffte es, souverän alle Hürden einer Serienfertigung zu nehmen. Ein kommerzieller Erfolg gelang ihm bis zum Ende seiner Bauzeit 1981 zwar nicht. Aber sein kurzes Leben schrieb ewige Renn­sport-Geschichte. Natürlich greifen die Desi­gner um Adrian van Hooy­donk auf die alten Entwürfe zurück. Aber sie gehen meisterhaft mit dem Erbe der Ahnen um, ohne sentimental zu werden. Selbst das Orange interpretieren sie völlig neu. Sie legen wieder La­mellen über das Heck. Und zeichnen die Front so flach, dass nur eine Idee von Scheinwerfern zu sehen ist. Erstaunlich üppig fällt die Doppelniere aus. Die Räder erkennen wir wieder, sie wa­ren (viel braver) beim M1 montiert. Applaus! 
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