BMW X1 23d/28i: Test — 23.03.2011
Eilige Druck-Sache
Ende Legende? BMW ersetzt beim X1 28i den seidigen Sechszylinder durch einen Turbo-Vierzylinder – der ein bisschen geht wie ein Diesel. Ein Vergleich mit dem 23d.
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Anders könnte es bei einer Zylinderamputation sein, wenn in der Folge Laufkultur und Motorsound schlechter sind. Speziell der Abstieg vom feinen Sechs- zum banalen Vierzylinder bedeutet in den Augen mancher Motorenliebhaber einen ganz grundsätzlichen Verlust an Fahrfreude. BMW wagt diesen Schritt dennoch – und zwar sinnvollerweise zuerst im Kompakt-SUV X1. Das in Leipzig gebaute Erfolgsmodell wird ja nicht hauptsächlich als Renommierauto gekauft, mit dem man säuselnd an den Nachbarn vorbeigleiten will. Es ist ein SUV – da zählen stichhaltige Argumente. Und die bietet der neue X1 28i. Gegenüber seinem sechszylindrigen Vorgänger trumpft er mit 13 Prozent mehr Drehmoment auf, rennt trotz nominell 5 Prozent weniger Leistung 4 km/h schneller, beschleunigt 10 Prozent flotter auf 100 km/h – und kann dabei auf einen um jeweils 16 Prozent gesunkenen Normverbrauch und CO2-Wert verweisen. Zusammen mit dem um ein Drittel reduzierten Hubraum verringert das die jährliche Kfz- Steuer von 258 auf 166 Euro: Da jubelt der Deutsche über gut 35 Prozent weniger Geldabfuhr an den Fiskus, auch wenn die 92 Euro natürlich nicht die Welt ausmachen.Überblick: Alle News und Tests zu BMW
Wer noch das Bild einstiger Turbobenziner vor Augen hat, die beim Anfahren kaum aus den Socken kamen – um dann schier die Laufsohlen von den Reifen reißen wollten –, ist schon nach den ersten Metern im neuen 28i angenehm überrascht. Der Motor läuft sehr manierlich; ab 1000 Touren zieht er willig, ohne Dröhnen und Vibrationen. Ab 1100 spürt man einen leichten Rückenwind – und schon ab 1300 kommt wirklich Leben in die Bude. Wie am Gummiband gezogen geht es durch das über 5000 Touren breite nutzbare Drehzahlband. Das zunächst etwas gelangweilte Brummen macht einem fröhlichen Trompeten Platz. Wer gerade keine Lust oder Zeit zum Schalten hat, kann bis über 6000/min durchziehen, ohne dass sich der Motor gequält anhört. Zackig geschaltet, sprintet man in knapp über sechs Sekunden auf hundert. Nein, dieser Vierzylinder hat nichts von einer Behelfsmotorisierung. Wichtiger als das gelegentliche Auskosten solcher Leistungsexzesse ist aber das gelassene und dennoch zügige Fahren ohne viel Hektik und Schaltarbeit. Genau diese lässige Souveränität, das Surfen auf einer langen Drehmomentwelle, hat – neben der erzielbaren Verbrauchsersparnis – modernen Turbodieselmotoren zu ihrem Siegeszug verholfen.Und genau diese Art der Kraftentfaltung kann man auch im X1 28i genießen. Wie im 23d kann man ruhig mit niedriger Drehzahl cruisen – und weiß dabei, dass es genügt, einfach das Pedal durchzutreten, um kernigen Schub freizusetzen. So kann man auch, wenn man gerade "in Überholbereitschaft" fährt oder sportlich eine kurvige Bergstrecke hinaufwetzt, ruhig den größeren Gang drin lassen; das macht Spaß und spart Sprit – und klappte mit dem bisherigen Sechszylinder-28i nicht so schön. Dass sich dieser Turbomotor nicht nur genauso kräftig, sondern – mit minimaler Verzögerung – sogar kräftiger anfühlt als ein anderthalbmal so großer Sauger, liegt an einer ganzen Reihe von Tricks. Unter anderem daran, dass die Abgaskanäle von je zwei Zylindern getrennt bis in den Lader geführt werden; so können die Abgas-Druckimpulse besser genutzt werden. Wie der 23d baut auch der 28i schon bei niedriger Drehzahl kräftig Schub auf. BMW nennt diese Technik "Twin Power Turbo"; ein irreführender Marketingbegriff: Denn es handelt sich keineswegs um zwei Turbolader wie im X1 23d, sondern nur um einen einzigen. Nur eben um einen besonders schlau konstruierten.
| Fahrzeugdaten | BMW X1 28i | BMW X1 23d |
|---|---|---|
| Motor | 4-Zyl.-Reihe, Turbobenziner | 4-Zyl.-Reihe, Turbodiesel |
| Hubraum | 1997 cm³ | 1995 cm³ |
| Leistung bei 1/min | 180 kW (245 PS) bei 5000 | 150 kW (204 PS) bei 4400 |
| Drehmoment bei 1/min | 350 Nm bei 1250 | 400 Nm bei 2000–2250 |
| Radaufhängung | Einzelrad, Schraubenfedern v. u. h. | Einzelrad, Schraubenfedern v. u. h. |
| Reifengröße Serie | 225/50 R 17 | 225/50 R 17 |
| Getriebe | 6-G.-Schalt.; a. W. 8-St.-Aut. | 6-G.-Schalt.; a. W. 6-Stufen-Aut. |
| Antrieb; Kraftverteilung v:h | Allrad; permanent | Allrad; permanent |
| Radstand, Länge/Breite/Höhe | 2760 mm, 4454/1798/1545 mm | 2760 mm, 4454/1798/1545 mm |
| Bodenfreiheit | 194 mm | 194 mm |
| Leergew. Werk/DIN, Zuladung | 1580 kg, 550 kg; Autom: 1595 kg, 555 kg | 1585 kg, 565 kg; Autom: 1595 kg, 565 kg |
| Laderaumvolumen | 420–1350 Liter | 420–1350 Liter |
| Anhängelast (gebr./ungebr.) | 2000/750 kg | 2000/750 kg |
| Beschl. 0–100 km/h | 6,1 (Autom. 6,5) s | 7,3 (Autom. 7,3) s |
| Höchstgeschwindigkeit | 240 km/h | 223 km/h |
| Normverbrauch/100 km | 7,9 (Autom. 7,9) l Super | 6,0 (Autom. 6,3) l Diesel |
| Norm-CO2-Ausstoß, Abgasnorm | 183 (Aut. 183) g/km, Euro 5 | 158 (Aut. 167) g/km, Euro 5 |
| Versicherungs-Typklassen | HPF 21, TK 24, VK 22 | HPF 20, TK 25, VK 22 |
| Kfz-Steuer/Jahr | 166 Euro | 266 (Autom. 284) Euro |
| Preis mit Schaltgetriebe | 40.400 Euro | 37.650 Euro |
| Preis mit Automatik | 42.450 Euro | 39.700 Euro |
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Kommentare zum Artikel (42)
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Da haben Sie recht, aber das gilt auch für Audi, Mercedes und VW, selbst Lexus muss in USA billiger anbieten. Dafür gibt es in USA eben nur ein paar Benziner zur Auswahl, die Sonderausstattung ist auch begrenzt. Aber damit könnte ich leben. Selbst in UK sind Audi, BMW und Mercedes deutlich günstiger als in Deutschland, dafür ist wie in USA die Topspeed oft auf 210 begrenzt, um billigere Reifen verwenden zu können.
Für die Billigverarbeitung eines X1 40.000 Euro zahlen? Dumme Leute gibt es, man muss sie nur finden. In den USA bekommt man einen X3 xDrive35i ab $41,050 MSRP, aber die Deutschen kaufen anscheinend jeden Schrott für teuer Geld....
das war doch klar, dass das Video ein Fake ist, Quattro funktioniert prima, da hat sich noch nie jemand beschwert. Aber BMW Fans sind wohl billig zu unterhalten. Ich werde mir den Q3 mal anschauen, denn der billige Innenraum des BMW X1 gefällt mir gar nicht.
Ich frag mich nur was die vielen BMW-Jünger jetzt eig. sagen, wo automobil, wie heute ausgestrahlt, festgestellt hat, dass das youtube-Video "X3 gegen Q5" wo der Q5 sehr schlecht aussieht ein FAKE ist!!!
Wörtlich: "Entweder Fahrfehler oder konkrete Manipulation"
Also war das Video wie auch von vielen bereits vermutet eine bewusste Inszenierung haha xD
Übrigens: Q5 Allrad im Gelände besser funktioniert als der vom X3
Allerdings muss man auch sagen, dass der X3 an sich gewonnen hat.
Besser auf Straße und weniger Verbrauch ^^
Q3# Deine Aussage: Bin ich froh wenn der Q3 kommt. Der X1 ist ja sowas von hässlich.
Dann schau mal diese Internetseite an, diese Auszeichnungen wird der Audi Seat Q3 Verschnitt gebaut in Spanien nie erreichen:
http://www.bimmertoday.de/2010/05/28/bmw-mit-drei-klassensiegen-beim-autobild-design-award-2010/