BMW X1 23d/28i: Test
Eilige Druck-Sache

Ende Legende? BMW ersetzt beim X1 28i den seidigen Sechszylinder durch einen Turbo-Vierzylinder – der ein bisschen geht wie ein Diesel. Ein Vergleich mit dem 23d.
- Thomas Rönnberg
Ist die Uhr für simple Saugmotoren abgelaufen? Betrachtet man das SUV-Angebot deutscher Hersteller, drängt sich dieser Verdacht auf. Bei der Jagd nach niedrigeren Verbräuchen reduzieren sie das Zylindervolumen und suchen ihr Heil in der Zwangsbeatmung. Das hat zumindest theoretisch den Vorteil geringeren Motorgewichts und reduzierter Innenreibung – und gibt den Entwicklern mehr Spielraum, Verbrennungsverlauf, Abgasausstoß und Leistungscharakteristik zu beeinflussen. So lange dabei die Zylinderzahl erhalten bleibt, wird sicher auch niemand etwas dagegen haben – zumal die Motorverkleinerung in der Regel auch einen Rückgang des Normverbrauchs und damit der Kfz-Steuer zur Folge hat.
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Weniger Zylinder, weniger Fahrspaß? Nicht mit dem Vierzylinder im BMW X1 28i.
Bild: Sven Krieger
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Charakterlich verwandt: Auch der Diesel im 23d hat ein breit nutzbares Drehzahlband.
Bild: Sven Krieger
Und genau diese Art der Kraftentfaltung kann man auch im X1 28i genießen. Wie im 23d kann man ruhig mit niedriger Drehzahl cruisen – und weiß dabei, dass es genügt, einfach das Pedal durchzutreten, um kernigen Schub freizusetzen. So kann man auch, wenn man gerade "in Überholbereitschaft" fährt oder sportlich eine kurvige Bergstrecke hinaufwetzt, ruhig den größeren Gang drin lassen; das macht Spaß und spart Sprit – und klappte mit dem bisherigen Sechszylinder-28i nicht so schön. Dass sich dieser Turbomotor nicht nur genauso kräftig, sondern – mit minimaler Verzögerung – sogar kräftiger anfühlt als ein anderthalbmal so großer Sauger, liegt an einer ganzen Reihe von Tricks. Unter anderem daran, dass die Abgaskanäle von je zwei Zylindern getrennt bis in den Lader geführt werden; so können die Abgas-Druckimpulse besser genutzt werden. Wie der 23d baut auch der 28i schon bei niedriger Drehzahl kräftig Schub auf. BMW nennt diese Technik "Twin Power Turbo"; ein irreführender Marketingbegriff: Denn es handelt sich keineswegs um zwei Turbolader wie im X1 23d, sondern nur um einen einzigen. Nur eben um einen besonders schlau konstruierten.
Fazit
Auch wenn Liebhaber des seidigen Motorklangs das Downsizing und den Zylinderverlust beweinen: Sachlich gesehen kann der neue Turbo-Vierzylinder im neuen X1 28i alles besser als sein Vorgänger. Er bietet Durchzug aus niedrigen Drehzahlen und einen herrlich breiten Bereich nutzbarer Kraft – besser sogar als der Diesel 23d mit seiner Doppelturboaufladung.
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