BMW Z3 (1996-2002)

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BMW Z3 (1996-2002)

— 25.02.2002

Taucht der was?

BMWs spritziger Roadster Z3 ist mit allen Wassern gewaschen – nur leider nicht ganz dicht. Seine Fans nehmen das zumeist mit trockenem Humor.

Verdeck und Qualität

Es war wohl messerscharf kalkuliert, den englischen Geheimagenten James Bond als Werbeträger für den BMW Z3 zu engagieren. Schließlich ist die Leidensfähigkeit der Briten gegenüber den Unzulänglichkeiten von Kraftfahrzeugen bekannt, und jedes andere bewaffnete Individuum hätte einem Z3 der ersten Serie vermutlich sofort die Kugel gegeben. Besonders im Regen.

Denn neben dem MGF dürfte der BMW-Roadster vermutlich das letzte Cabrio sein, das bei Niederschlag zur Nasszelle mutiert. Ursache sind die mehrteiligen Dichtgummis oberhalb der Türen, die Feuchtigkeit durchlassen. Gegenmittel: Waschanlagen meiden, Hochdruckreiniger sowieso und bei Regen stets in Windrichtung parken.

Doch das Verdeck zeigt noch andere Schwächen: Die Heckscheibe aus Kunststoff erblindet ruck, zuck, weil sie beim Öffnen gebogen wird und dann beide Hälften aufeinander scheuern. Z3-Fans legen immer ein Frottee-Tuch dazwischen. Nicht ändern lässt sich die Schmutz-Sammelstelle am hinteren Rand der Stoffplane. Dort, am Übergang zur Karosserie, befindet sich ein Graben, der Dreck und Nässe sammelt und beim Öffnen des Dachs in den Verdeckkasten plumpsen lässt – die Hauptursache für Scheuerstellen an der Dachhaut.

Karosserie und Motor

Die Standfestigkeit der Karosserie hingegen ist abhängig von der Motorisierung: Das schon prinzipiell wenig verwindungssteife Cabrio leidet unter den brachialen 321 PS des 3,2-Liters natürlich mehr als unter den sanften Vierzylindern. In der Mitte liegt der 2,8-Liter mit sechs Töpfen, die harmonischste Motorisierung. Aber leider auch eine ziemlich teure, denn seine Preise liegen gleich um einige Tausender über denen der Vierzylinder. So empfiehlt sich der 1,9-Liter mit 140 PS als Z für alle Fälle – dynamischer als der etwas zähe 1800er, aber kaum kostspieliger.

In der Haltbarkeit nehmen sich die kleinen Motoren sowieso nichts – die ab Ende 93 gebauten BMW-Vierzylinder (mit Steuerkette) zählen zu den problemlosesten Motoren überhaupt. Lediglich die Sechszylinder haben einen Hang zu defekten Zylinderköpfen oder Zylinderkopfdichtungen. An der Peripherie stört mitunter die Lichtmaschine den reibungslosen Betrieb – viele Verbraucher in den meist mit Telefon und Alarmanlage ausgerüsteten Z3 bringen den Stromhaushalt an seine Leistungsgrenzen. Obendrein heben Spannungsspitzen im Netz den Glühlampen-Umsatz.

Alte Leiden dagegen lauern unterm Auto: Die Traggelenke der Vorderachse zeigen wie im Dreier schon ab 70.000 Kilometern Verschleiß und poltern; das Differenzial läuft nur selten klaglos – meistens untermalt es mit leisem Singsang den ohnehin deftigen Geräuschpegel. Doch sonst ist die Kraftübertragung problemlos, von gelegentlichen Ölundichtigkeiten des Schaltgetriebes abgesehen. Auch das war der britische Geheimagent sicher von seinen früheren Dienstfahrzeugen gewohnt – sonst wäre er der Marke BMW wohl kaum treu geblieben und würde in seinem neuesten Film keinen Z8 fahren. Oder wurde er gar gezwungen – mit Geld?

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/96 Modelleinführung des Z3 in Deutschland, zwei Vierzylindermotoren mit 1,8 und 1,9 Liter Hubraum, 115 und 140 PS; Fahrer- und Beifahrerairbag, ABS, Wegfahrsperre und Zentralverriegelung serienmäßig 3/97 Einführung 2,8-Liter-Sechszylinder/192 PS und M roadster/321 PS; erweiterte Serienausstattung mit Sitzheizung etc. 9/98 technische Änderungen: 1,9-Liter mit 118 PS ersetzt 115-PS-Motor, 2,8-Liter nun mit 193 PS 4/99 Facelift, zusätzlicher 2,0-Liter-Sechszylinder mit 150 PS 12/02 Ablösung durch den Z4

Schwachstellen • Undichtigkeiten des Verdecks werden von den Lesern am häufigsten bemängelt und sind zudem, konstruktiv bedingt, kaum abzustellen. Etwas Linderung des Übels verspricht die peinlich exakte Justierung der Seitenscheiben - oder das strikte Meiden von Waschstraßen • Elektrik verursacht oft Probleme mit Spannungsspitzen im Bordnetz, die zu erhöhtem Glühlampen-Verschleiß führen • Traggelenke der Vorderachse bekommen Spiel und machen dann klopfende Geräusche - aus der Dreier-Limousine bekanntes Übel

Reparaturkosten Preise inkl. Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel BMW Z3, 85 kW/115 PS, Bj. 1996. Für ein Lustfahrzeug zeigt der Z3 ein erfreulich niedriges Preisniveau, besonders an den Verschleißteilen. Nur die Lichtmaschine ist relativ teuer.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Z3 taucht nun erstmals beim TÜV auf. Gravierende Schwachstellen gibt es nicht. Lediglich an den vorderen Querlenkeraufhängungen und an der Handbremse konnten wir hohen Verschleiß feststellen. Darüber hinaus klagen Besitzer des schnittigen BMW, der als Roadster für zwei Personen maßgeschneidert ist, über das "fummelige" Verdeck und laute Windgeräusche. Vielleicht hat deshalb auch James Bond das Auto gewechselt ..." Günter Felderhoff, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung BMW Z3 1.9 mit 140 PS ab Baujahr 96

Steuer/Schadstoffklasse: 251 Mark im Jahr/schadstoffarm Euro II Testverbrauch: 9,8 Liter; nach ECE 8,0 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (18/1000 Mark SB): 1813 Mark,

Teilkasko (32/300 Mark SB): 545 Mark, Haftpflicht (11): 916 Mark (Basis: Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, Einstufung 100 Prozent) Inspektion/Kosten: ca. alle 15.000 Kilometer, etwa 350 bis 550 Mark Wertverlust: Vierjährige kosten noch satte 65 Prozent vom Neupreis, weiterer Abschlag knapp 3000 Mark jährlich

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