Chrysler/Fiat-Kooperation

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Chrysler/Fiat-Kooperation

— 28.10.2011

Die Ehe läuft gut

Aller Unkenrufe zum Trotz erweist sich der Einstieg Fiats bei Chrysler als gute Entscheidung. Die Autoehe scheint sich für beide Seiten auszuzahlen. Besonders bei den Amerikanern läuft es derzeit gut.

(dpa) Die mehrheitliche Übernahme von Chrysler erweist sich für Fiat als Glücksfall. Der lange defizitäre US-Autobauer entpuppte sich im dritten Quartal 2011 als großer Gewinnbringer. Chrysler steuerte etwa zwei Drittel zum sogenannten Handelsergebnis von Fiat bei, das sich dadurch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 256 Millionen auf 851 Millionen Euro verbesserte. Beim Handelsergebnis werden Steuern, Einmalaufwendungen oder auch Kosten für die Bedienung von Schulden ausgeklammert. All dieses eingerechnet, kam bei Fiat am Ende ein Überschuss von 112 Millionen Euro heraus nach zuvor 73 Millionen Euro. Es war das erste volle Quartal, in dem die Zahlen von Chrysler enthalten sind. Fiat hielt zuletzt 53,5 Prozent an der US-Tochter und will weiter aufstocken.

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Aus dem Dodge Journey wurde der Fiat Freemont: Seit September 2011 ist er im Handel.

Chrysler gilt eigentlich als Sorgenkind unter den großen US-Autokonzernen. Während die Rivalen General Motors und Ford schon länger wieder Milliardengewinne schreiben, häuften sich bei Chrysler die Verluste. Im dritten Quartal jedoch verdiente der Autobauer unterm Strich 212 Millionen Dollar (151 Mio Euro), nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 84 Millionen Dollar angefallen war. Auch im Gesamtjahr soll nun ein Plus übrig bleiben. Fiat hatte Chrysler nach der Beinahepleite im Sommer 2009 mit moderner Technik versorgt. Das wissen die Kunden zu schätzen. Die Zahl der verkauften Autos aus dem Hause Chrysler stieg um 24 Prozent auf 496.000. Zu Chrysler gehören die Marken Dodge, Ram und Jeep. Umgekehrt eröffnete sich für die Italiener durch die Zusammenarbeit der lange verschlossene US-Markt. Fiat versucht im Land der Pick-up-Trucks mit seinem Kleinwagen 500 zu punkten. Möglich machte all das Sergio Marchionne, der Fiat und Chrysler in Personalunion führt.

Die ersten Sprösslinge der Autoehe sehen Sie in der Bildergalerie

Der Gesamtumsatz des Fiat-Konzerns lag bei 17,6 Milliarden Euro, im Vorjahreszeitraum noch ohne Chrysler waren es 8,4 Milliarden Euro. Chrysler alleine steuerte 9,3 Milliarden Euro bei, Fiat mit seinen Marken Alfa Romeo und Lancia kam auf 6,5 Milliarden Euro. Zum Fiat-Konzern gehören überdies die Nobelmarken Ferrari und Maserati sowie Zulieferer. Konzernchef Marchionne geht nun im Gesamtjahr von einem Handelsergebnis von "mehr als" 2,1 Milliarden Euro aus, nachdem er bislang "rund" 2,1 Milliarden Euro angepeilt hatte. Es gab allerdings auch einen Wermutstropfen: Die Nettoschulden des Konzerns stiegen auf 5,8 Milliarden Euro. Erwartet worden seien nur 4,1 Milliarden Euro, sagte ein Analyst.

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