Citroën Xsara Picasso (ab 1999)

Citroën Xsara Picasso Citroën Xsara Picasso

Citroën Xsara Picasso (ab 1999)

— 06.12.2004

Ein Picasso für Normalverdiener

Mit dem Picasso gelang Citroën kein Kunstwerk. Der Van nervt seine Besitzer mit Elektronikpannen.

Technik und Qualität

Ein Citroën, das war mal was! Die Marke stand für avantgardistisches Design und Innovationen. DS, CX und 2CV – sie parkten in unseren Herzen und nicht selten in der Werkstatt. In Sachen Zuverlässigkeit waren die Franzosen leider erbärmlich.

Für den Xsara Picasso gibt es keine spezielle TÜV-Statistik, weshalb wir nur einen Trend von den Zahlen des fünftürigen Xsara annehmen dürfen. Und der war im letzten AUTO BILD TÜV-Report auf Platz 59 nur einen Rang schlechter als der aktuelle VW Passat. Natürlich ist auch der Passat alles andere als ein Vorbild in Sachen Qualität, doch der Abstand zwischen Autos aus Deutschland und Frankreich wurde mit den Jahren spürbar geringer.

Was Citroën blieb, ist die kompromißlos schlechte Verarbeitung, die Karosserie und Innenraum gleichermaßen quält. Scheppern, Knarzen, Klappern – der Picasso spricht viele Sprachen. Selbst der Renault Scénic, bestimmt kein Symbol des Pariser Perfektionismus, kann das besser als der französische Bruder.

Citroën-Fahrer sind auch nicht mehr so lässig wie früher, vielmehr schreiben sie frustrierte Briefe an unsere Redaktion und gelten als sehr kritische Zeitgenossen. Im Mittelpunkt stehen keine speziellen Leiden, vielmehr bekommt nahezu jedes Bauteil sein Fett ab. Und wer mit erfahrenen Picasso-Piloten spricht, kennt ihre Sorgen.

Motor und Elektronik

Ganz vorn steht momentan Rost an Fahrwerksteilen. Allerdings können wir an dieser Stelle beruhigen: Wir haben noch keinen einzigen Wagen gesehen, wo der Flugrost – mehr ist es selten – Anlaß zur Sorge gibt.

Anders sieht es da mit der Elektronik aus. Diese Schwachstelle hat viele Gesichter: Blinkende Warnlampen, Ausfall von Teilen der Beleuchtungsanlage, Absterben des Motors – es gibt nichts, was es im Bereich Elektronik nicht gibt. Auch Rückrufaktionen: 150.000 Picasso wurden weltweit an die Box gefunkt, da sich ein Softwarefehler im zentralen Steuergerät eingenistet hatte. Fragen Sie den Verkäufer nach dieser Aktion, denn unter Umständen kann sich durch diesen Softwarefehler die Bremskraftunterstützung verringern.

Neue Technik, neue Probleme – sorgenfrei leben Citroën-Fahrer jedenfalls noch immer nicht. Doch sie können das Riskio des Alltagsärgers reduzieren und einen Diesel wählen. Die HDi-Selbstzünder fallen nicht so unangenehm auf, wie der 1.8 (115 und 116 PS) und der 2.0 mit 136 PS. Wir empfehlen den HDi mit 90 PS, ein sehr ausgereifter Motor.

Einen Tip wollen wir Ihnen noch mit auf den Weg zum neuen Auto geben: Citroën-Händler geben gern Rabatt. Momentan nennt sich das Angebot "Weltmeisterbonus" und bringt auf den Neupreis eine Erleichterung zwischen 3500 und 4100 Euro. Dazu empfehlen wir die zweijährige Garantieverlängerung. Und das aus gutem Grund.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 11/99 Einführung des Kompaktvan auf basis der Xsara-Plattform. Motorauswahl: 1.8 16V und 2.0 HDi 5/00 Neuer Benziner 1.6 mit 95 PS 2/01 Sondermodell Chrono mit 1.6, 1.6 16V und 2.0 HDi 1/03 2.0 Automatik Exklusive mit 136 PS 5/04 Neuer Diesel: 1.6 HDi mit 109 PS, Partikelfilter und Euro 4

Schwachstellen • die Stoßdämpfer haben unter normalen Einsatzbedingungen eine Lebenserwartung von rund 70.000 Kilometern • die Verarbeitung zeigt Schwächen und gilt als Ursache beständiger Klappergeräusche im Innenraum • die Elektrik, vor allem aber die Elektronik, gilt als sehr störungsempfindlich und war bereits Gegenstand einer großen Rückrufaktion • Rost am Fahrwerk ist ein Thema in einschlägigen Internet-Foren, allerdings handelt es sich meist um harmlosen Flugrost • die Sitze sind bei gewichtigeren Personen rasch durchgesessen und gelten ebenso wie die Materialien im Innenraum als nicht besonders strapazierfähig • ärgerlich ist auch die hakelige Schaltung.

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Citroën Xsara Picasso 2.0 HDi, 66 kW/90 PS, Baujahr 2000. Die Anschaffung mag günstig sein, doch bei Ersatzteilen schlägt Citroën gnadenlos zu. Ein gutes Beispiel ist die teure Lichtmaschine.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Citroën Xsara Picasso hätte das Zeug zum Liebling aller Familien. Viel Platz für wenig Geld – solche Typen sind gesucht . Doch wer genau hinsieht, wendet sich rasch wieder ab. Elektronikprobleme gelten als die teuersten Pannen moderner Fahrzeuge und haben schon mehr als einen Mechaniker bei der Fehlersuche zur Verzweiflung getrieben. Der vermeintliche Kostenvorteil ist damit rasch wieder weg. Wenn es doch ein Picasso sein soll, rate ich zum Neuwagen, denn gebraucht kann man ihn kaum empfehlen." Nikolaus Eickmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD-Redakteur

Modellempfehlung Citroën Xsara Picasso 2.0 HDi (66 kW/90 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 276 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 5,5 Liter, gemessen 5,9 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (19/500 Euro SB): 1013 Euro Teilkasko (27/150 Euro SB): 191 Euro. Haftpflicht (13): 743 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 150 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 46 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1000 Euro Verlust

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