Dauertest Kelleners Sport Mini (5)

Dauertest Kelleners Sport Mini One Dauertest Kelleners Sport Mini One

Dauertest Kelleners Sport Mini (5)

— 15.07.2004

Coole Leistung

Passend zur kraftstrotzenden Optik soll dem Kelleners Sport Mini eine Kraftstoffkühlung von Väth mehr Leistung und Drehmoment bringen.

Patentierte Kühlung für mehr Power

Die ständige Suche nach mehr Leistung für unseren Mini One führt uns diesmal nach Hösbach bei Aschaffenburg. Dort sitzt Väth. Der Veredler beschäftigt sich eigentlich mit Mercedes-Benz-Tuning. Im Bereich Motorentechnik wird manches allerdings markenübergreifend entwickelt und bearbeitet.

Ab und zu fällt sogar mal ein Patent ab. So geschehen bei der Kraftstoffkühlung, die unserem Mini das letzte Quäntchen Leistung entlocken soll. Das Arbeitsprinzip dieser Erfindung ist eher simpel. Ein zusätzlicher Kühler für den Sprit wird an die Klimaanlage angeschlossen. Die Benzinleitung durchtrennt der Tuner und führt sie kurz vor der Einspritzung durch den Kühler. Der abgekühlte Kraftstoff hat bessere physikalische Verbrennungseigenschaften – dadurch steigt die Leistung.

Bei Väth auf der Hebebühne wird zuerst der Verlauf der Sprit- und Klimaleitungen gesichtet, vermessen und dokumentiert. So ist gewährleistet, dass die neuen Anschlüsse auch an der richtigen Stelle liegen. Typisches Mini-Problem: Platz ist Mangelware unter der kleinen Haube. Bauteile wie Motorhalterung, Batterie und Sicherungskasten müssen ausgebaut werden, bevor etwas demontiert oder montiert werden kann.

Sieben PS nach acht Stunden Arbeit

Wie fast bei allen Arbeiten am Mini-Motor muss natürlich die Unterbodenverkleidung ebenso weichen wie die komplette Frontstoßstange. Selbst nach diesen Vorarbeiten wäre der gemeine Schrauber ohne Spezialwerkzeug verloren, da trotzdem noch nicht alles ohne Problem zu erreichen ist. Vor dem Ausbau der Klimaleitungen pumpt der Tuner das Betriebsmittel aus dem Kühlkreislauf ab.

Die danach ausgebauten Schläuche versieht er anhand der vorher genommenen Maße mit neuen Anschlüssen, die zum Teil gelötet oder aufgepresst werden müssen. Der Kühlkörper der Spritkühlung findet seinen idealen Platz in Fahrtrichtung links hinter dem Wasserkühler in der Nähe der Zuleitungen für die Klimaanlage – so halten wir die Schlauchlängen und den Weg der neuen Spritleitung vom Kühler zur Einspritzung kurz.

Bis alle Leitungen eingebaut und verbunden sind und die Klimaanlage wieder befüllt ist, vergehen rund acht Stunden.Der Umbau kostet inklusive Einbau 1464 Euro. Abschließende Prüfstandsmessungen ergeben eine Mehrleistung von immerhin 7,5 PS und einen Drehmomentzuwachs von zehn Newtonmetern. Das ist cool.

So funktioniert die Kraftstoffkühlung

Das mechanische Funktionsprinzip der Kraftstoffkühlung ist einfach: Ein kleiner Extrakühler wird zusätzlich zu dem normalen Klimakühler eingebaut und über den Knopf der Klimaanlage aktiviert. Bevor das Benzin in den Düsenstock der Einspritzung gelangt, wird es durch den Kühlkörper geführt und bis auf fünf Grad Celsius abgekühlt. Dadurch weist der Sprit eine höhere Dichte auf. Resultat: mehr Sprit bei konstantem Platzbedarf.

Das bedeutet: Bei gleicher Ventilöffnungszeit und identischem Benzindruck findet mehr Kraftstoff den Weg in den Brennraum. Zudem kann kühlerer Sprit auch mehr Sauerstoffanteile binden. Die Verbrennung wird dadurch wesentlich effektiver. Beide Effekte wirken sich positiv auf Leistung und Drehmoment des Motors aus. Um so höher die Arbeitstemperatur des Motors, desto besser ist die Wirkung des Systems.

Harte Rennstreckeneinsätze und hitzige Hochsommertage verkraftet der Mini jetzt deutlich besser. Zwei Nebenwirkungen sind ebenfalls nicht zu verachten: Das Abgasverhalten des Fahrzeugs verbessert sich, und durch die geringere Brennraumtemperatur erhöht sich die Lebensdauer des Motors.

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