Sonnenbrille beim Autofahren

Die richtige Sonnenbrille beim Autofahren

— 10.07.2014

Mehr Sicherheit: Das rät der Optiker

Ja, es ist Herbst. Trotzdem blitzt die Sonne gelegentlich durch – und blendet beim Autofahren, gerade jetzt, weil sie so tief steht. Abhilfe schafft die richtige Sonnenbrille. Der Optiker erklärt, worauf man achten sollte.

Wenn Autofahrer von der Sonne geblendet werden, steigt das Unfallrisiko. Die Sonnenbrille am Steuer schützt davor. Doch welche ist die richtige? Optiker Dirk Carstens erklärt, worauf Ihr achten müsst.

Sollten wir bei Sonnenschein unbedingt eine Sonnenbrille im Auto tragen?
Bei starker Sonneneinstrahlung ist es auf jeden Fall besser, eine Sonnenbrille zu tragen. Windschutzscheiben lassen zwar kein ultraviolettes Licht (UV-Strahlung) durch, dafür aber die meisten Seitenscheiben. Also lieber mit einer Sonnenbrille fahren. Das gilt auch für Beifahrer. Daneben sollten zusätzlich die Sonnenblenden des Fahrzeugs genutzt werden.

Worauf kommt es bei einer guten Sonnenbrille besonders an?
Der UV-Schutz hat oberste Priorität. Das Glas sollte ausreichend groß sein, um das Licht von allen Seiten abzutönen. Wichtig: Im Brillenbügel sollte ein CE-Zeichen stehen. Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller, dass das Produkt den produktspezifisch geltenden europäischen Richtlinien entspricht. Es dokumentiert die Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen. Außerdem gilt: Breite Bügel sind besser gegen Streulicht, solange sie nicht das Blickfeld einschränken. Die Brille sollte möglichst dicht an der Stirn und an der Nase anliegen, damit die weit offenen Pupillen hinter dem dunklen Brillenglas kein UV-haltiges Streulicht abbekommen. Das gilt vor allem im offenen Cabrio.

Welche Färbung der Gläser ist empfehlenswert für Autofahrer, welche eher nicht?
Braun, Grau und Graugrün geben die Signalfarben am besten wieder. Blaue Gläser sind überhaupt nicht verkehrstauglich. Die gelben Gläser der sogenannten Nachtfahrerbrillen erhöhen den Kontrast und hellen subjektiv auf, müssen aber Lichtdurchlässigkeit von mindestens 75 Prozent haben. Wenn sie mehr als 25 Prozent des Lichts filtern, darf man damit nicht nachts fahren.

Neben den normalen Gläsern werden auch polarisierende Brillengläser, verspiegelte, selbstverdunkelnde sowie Gläser mit Verlauf angeboten. Womit fahre ich am besten? Die klassische selbstverdunkelnde Brille eignet sich allein für Cabrio-Fahrer, sonst ist sie eher unbrauchbar, weil sie UV-Licht braucht. Das wird aber durch die Frontscheibe herausgefiltert. Es gibt allerdings neuartige Verdunkelungsgläser, die mit sichtbarem Licht arbeiten. Verspiegelte Gläser sind okay, weil die Verspiegelung von außen aufgebracht ist. Polarisierende sind sehr gut, eigentlich perfekt. Sie filtern zusätzlich Reflexionen ab, etwa von der Straße. Allerdings sind manche Autofahrer irritiert, wenn sie mit der polarisierenden Brille Spannungspunkte in den Scheiben sehen.
Verlaufgläser sind auch gut, das Licht von oben wird gut abgedunkelt. Im helleren unteren Bereich kann man die Anzeigen noch gut sehen. Worauf man immer achten sollte, ist die Entspiegelung auf der Rückfläche. Optimal ist rückflächenentspiegelt plus polarisierend.

Es gibt verschiedene Tönungsgrade, welche sind fürs Autofahren geeignet? Die sogenannten Blendschutzkategorien geben den Lichtdurchlass an. Bis Kategorie drei ist für Autofahrer geeignet, das bedeutet 8 bis 18 Prozent Lichtdurchlässigkeit. Kategorie vier mit drei bis acht Prozent Lichtdurchlässigkeit ist zu dunkel fürs Autofahren. Oft steht die Kategorie auf dem Bügel oder auf dem Beipackzettel.

Ist es egal, ob meine Brillengläser aus Kunststoff oder Glas sind? Im Prinzip ist das egal. Kunststoffgläser sind leichter, Glas ist stabiler in der Oberfläche.

Darf ich auch Brillen ohne UV-400-Aufkleber kaufen? UV-400- oder 100-%-UV-Aufkleber bedeuten im Prinzip das Gleiche und können auch mal fehlen. Viel wichtiger ist das CE-Zeichen. Allerdings gibt es keine unabhängige Instanz, die jedes Modell auf seine optimale Tauglichkeit prüft.

Was kann meinem Auge mit einer falschen Sonnenbrille passieren? Sind Spätfolgen möglich? Ja, Spätfolgen sind möglich. Ernsthafte Augenkrankheiten sind etwa: Netzhautschädigung, Degeneration der Makula, des kleinen Bereichs in der Netzhautmitte und der graue Star, also die Trübung der Augenlinse. Grauer Star und Makula-Degeneration werden durch UV-Licht begünstigt, also auch durch eine schlechte Sonnenbrille.

Brauchen Brillenträger eine Sonnenbrille in ihrer Stärke oder reicht ein Brillenaufsatz?
Wenn der Aufsatz gleich für die Brille mitkonstruiert wurde, ist er gut. Ansonsten ist er meistens zu weit weg vom Glas. Also gibt es Streulicht. Der Preis ist übrigens kein Argument für einen Brillenaufsatz, weil es Sonnenbrillen mit Stärke schon um 30 Euro gibt. Wenn die Sonnenbrille gut passt und ein CE-Zeichen hat, darf sie auch vom Flohmarkt sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sie beim Optiker prüfen. Oder holt sich seine Sonnenbrille gleich vom Profi.

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