EU-Kommission: Abgas-Grenzwerte bei Straßentests

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EU-Kommission: Abgas-Grenzwerte bei RDE-Straßentests

— 24.04.2017

Zuckerbrot und Peitsche

Die EU kündigt "ehrgeizige" Abgas-Grenzwerte für 2021 an. Gleichzeitig sollen alternative Antriebe und Vernetzung gefördert werden.

(dpa/reu/mas) Die ab 2021 in der Europäischen Union geplanten neuen Abgas-Grenzwerte für Autos sollen "ehrgeizig" werden. Dies kündigte EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zum Start der Hannover Messe 2017 an. Die EU will zudem Geld für Ladestationen für Elektro- und Brennstoffautos locker machen. Beides soll sauberer Technik zum Durchbruch verhelfen, um die EU-Klimaziele zu erreichen und dicke Luft in Städten zu verbessern.

Die EU will zeitnah den Ausbau von E- und Brennstoff-Ladestationen fördern.

Sefcovic will Ende Mai 2017 ein Maßnahmenpaket für umweltfreundlichen Verkehr präsentieren. "17 Prozent der Klimagase der EU stammen aus dem Straßenverkehr, und jährlich sterben 450.000 Europäer vorzeitig wegen schlechter Luft", sagte der Slowake, der in der EU-Kommission für Energiefragen zuständig ist. China mache große Fortschritte bei E-Autos. Dagegen habe der Erfolg der europäischen Autobauer beim Verbrennungsmotor "dazu verleitet anzunehmen, dass wir bei Technologien wie Brennstoffzellen oder E-Autos nicht ganz so stark sein müssen", sagte Sefcovic. Das ändere sich nun. Der VW-Abgasskandal habe das Umdenken beschleunigt. Sobald sich emissionsfreie Autos durchsetzten, habe sich das Thema erledigt.

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EU kündigt Förderung von Ladestationen an

"Wir müssen sicherstellen, dass der Anteil schadstofffreier Autos Schritt für Schritt wächst und bis 2030 einen erheblichen Teil der Flotte ausmacht", meinte Sefcovic. Die finanzielle Unterstützung für den Aufbau von Ladestationen solle rasch fließen. "Die Lösungsvorschläge müssen wir schon dieses Jahr machen." Erwogen wird laut Sefcovic eine Finanzierung mit Hilfe der Europäischen Investitionsbank und mit EU-Einnahmen aus dem Emissionshandel. Die nötigste Infrastruktur an alternativen "Tankstellen" entlang der großen transeuropäischen Strecken würde nach seinen Worten rund 1,5 Milliarden Euro kosten. "Das ist kein unerschwinglicher Betrag", sagte der EU-Kommissar. Gleichzeitig will er in Europa die nötige Technik für automatisierten Verkehr und vernetzte Autos aufbauen. "Wir wären damit der erste Kontinent, der die Infrastruktur für zwei zentrale Projekte hätte: alternative Antriebe und selbstfahrende und vernetzte Autos. Damit wären wir auf gutem Weg, im Autobau eine Supermacht zu bleiben."

Ab September 2017: realistischere Straßen-Messungen

Von September 2017 an werden die realeren Straßenmessungen für die Typenzulassung verpflichtend.

Die vorerst nächste Stufe in Sachen Abgas-Grenzwerte wird im September 2017 gezündet: Dann werden die realistischeren Straßentests (RDE-Tests) für die Zulassung neuer Fahrzeugtypen relevant. Die Werte, die dann gemessen werden, dürfen für Dieselfahrzeuge dabei künftig um die Hälfte höher ausfallen als im Labor. Darauf hatten sich Experten der EU-Staaten am 28. Oktober 2015 in Brüssel geeinigt. Damit werden die Regeln zwar strenger als bisher, aber weniger scharf als von der EU-Kommission ursprünglich geplant. Die Brüsseler Behörde wollte anfangs weniger Abweichungen zwischen Straßen- und Labortests zulassen. Noch werden die Grenzwerte ausschließlich im Labor geprüft.

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Für alle Neuwagen (deren Typenzulassung vor September 2017 war) werden Straßentests dann ab September 2019 Voraussetzung – das ist ein Jahr später als eigentlich von der Brüsseler Behörde vorgesehen, auch hier wurden die Pläne aufgeweicht. Hier dauert die Übergangsfrist bis Januar 2021. Derzeit werden Pkw nur im Labor getestet. Diese Praxis ist umstritten, weil die Autobauer sich genau darauf einstellen können und so deutlich niedrigere Abgaswerte erzielen als im normalen Straßenverkehr.

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