ADAC-Ecotest 2015

EU-Kommission: Abgas-Grenzwerte bei RDE-Straßentests

— 28.10.2015

EU entschärft Abgas-Pläne

EU-Experten haben die Regeln für Abgastests im Straßenbetrieb beschlossen. Trotz des VW-Abgasskandals fallen sie weniger scharf aus als ursprünglich geplant.

(dpa/reu/mas) Der Rahmen für neue Auto-Abgastests in Europa steht. Die Werte, die bei realistischeren Straßentests gemessen werden, dürfen für Dieselfahrzeuge dabei künftig um die Hälfte höher ausfallen als im Labor. Darauf haben sich Experten der EU-Staaten am Mittwoch (28. Oktober 2015) in Brüssel geeinigt. EU-Diplomaten bestätigten entsprechende Angaben der Grünen im Europaparlament. Damit werden die Regeln zwar strenger als bisher, aber weniger scharf als von der EU-Kommission ursprünglich geplant. Die Brüsseler Behörde wollte anfangs weniger Abweichungen zwischen Straßen- und Labortests zulassen.
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Straßentests werden 2017 relevant

Damit ist die Entscheidung im Prinzip gefallen – das Europaparlament und die EU-Staaten haben aber noch Prüfrechte. Die Straßentests für Schadstoffe (RDE-Tests) sollen ab September 2017 für die Zulassung neuer Fahrzeugtypen relevant werden. Für eine Übergangszeit bis Januar 2019 dürfen Autos noch mehr als doppelt so viel Abgase ausstoßen wie im Labor (110 Prozent mehr). Derzeit werden die Grenzwerte ausschließlich im Labor geprüft.

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Für alle Neuwagen werden Straßentests ab September 2019 Voraussetzung – das ist ein Jahr später als eigentlich von der Brüsseler Behörde vorgesehen, auch hier wurden die Pläne aufgeweicht. Hier dauert die Übergangsfrist bis Januar 2021. Derzeit werden Pkw nur im Labor getestet. Diese Praxis ist umstritten, weil die Autobauer sich genau darauf einstellen können und so deutlich niedrigere Abgaswerte erzielen als im normalen Straßenverkehr.

Grüne: "Nichts aus Abgasskandal gelernt"

Das Thema hat in Brüssel durch den VW-Abgasskandal neue Brisanz erhalten. Die Grünen im EU-Parlament bezeichneten die Einigung der EU-Staaten deshalb als zynisch. "Allen voran die deutsche Bundesregierung hat offenbar nichts aus dem Abgas-Skandal von Volkswagen gelernt", kritisierte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Rebecca Harms. Europäische Automobilhersteller würden dafür belohnt, keine Anstrengungen zur Einhaltung der EU-Regeln und Verbesserung ihrer Fahrzeuge zu unternehmen.

ADAC-Ecotest 2015

EU-Vertretern zufolge gehörte Deutschland mit Großbritannien, Italien und Spanien zu jenen Ländern, die sich für laxere Regeln eingesetzt hatten. Volkswagen musste im September einräumen, mit dem Einbau einer Abschaltsoftware die Emissionswerte von Diesel-Autos bei Labortests manipuliert zu haben.

VDA-Chef findet Richtlinie "ambitioniert"

VDA-Chef Wissmann befürchtet negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie.

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sieht das anders: "Die heutige Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten im Technical Committee on Motor Vehicles (TCMV) in Brüssel ist äußerst ambitioniert. Sie stellt Automobilhersteller und Zulieferer vor große technische und wirtschaftliche Herausforderungen." Es fehle die Folgenabschätzung dieser geplanten Maßnahmen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie in Europa. Wissmann hat zudem nach wie vor "Zweifel an der Zahlenbasis und den Berechnungen, auf die sich der Kommissionsvorschlag stützt". Verbrauch und Schadstoffausstoß auf der Straße würden von vielen Faktoren wie den Witterungsverhältnissen, der Fahrweise oder dem Verkehrsgeschehen abhängen; das neue Messverfahren müsse diese ganze Bandbreite realistisch abbilden.

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