Fahrbericht Fiat 124 Spider

Fiat 124 Spider: Fahrbericht

— 16.02.2016

So fährt der neue Fiat Spider

Der Fiat 124 Spider ist wieder da – auf der Plattform des Mazda MX-5. Bleibt da noch genug italienisches Flair? AUTO BILD war mit dem Roadster unterwegs.

Davon haben Roadster-Fans immer geträumt: ein MX-5 mit einem Schuss Italien im Blech – der neue Fiat Spider macht den Traum wahr. Die Turiner kleiden Mazdas Welterfolg neu ein, spendieren den ersten Turbomotor der MX5-Historie und schrauben ein wenig an Fahrwerk und Lenkung. Fertig ist der Zweisitzer, der an den Spider anknüpfen soll, der vor 50 Jahren heraus kam und viele Offenfahrer in den Sonnenuntergang kutschierte. Gelingt das Comeback?

Die Fiat-Designer bringen genug italienisches Flair ins Blechkleid

Video: Fiat Abarth Spider (Alle Neuen 2016)

Spaß auf Vier Rädern

Das Auge sagt: Roadster. Es sagt nicht: MX-5. Das ist schon mal der erste, gefühlt wichtigste Vorteil am Fiat Spider. Die längere Nase, der Hüftschwung und waagerechte Rückleuchten sollen an den legenden-verbrämten Spider erinnern, aber wer kennt den noch? Egal, dieser Fiat verströmt optisch genug Eigenes, auch Italienisches, bevor ich einsteige. Und einen 1,4-Liter-Turbo mit 140 PS gab's in 26 Jahren MX-5 auch noch nie. Unten im tiefen Fahrersitz machen eher Kleinigkeiten den Unterschied: softes Plastik in der Türtafel oder das serienmäßige Lederlenkrad. Ein Hüften-Gefängnis bleibt er trotzdem: Der gewohnt enge Roadster lässt wenig Raum für den Schuss Komfort, der den Fiat vom Original abheben soll. Die Frontscheibe hat Dämmglas, das Dach eine Zusatzlage Verdeckstoff – viel wichtiger, dass das genial einfache Dachöffnen nur zwei Sekunden dauert. Und nach vorne schaue ich auf die zwei Hutzen in der Haube, ebenfalls eine Reminiszenz an den alten Spider.
Alle News und Tests zum Fiat 124 Spider

Unter der Fronthaube macht ein Turbomotor die Antriebsmusik

Vorteil Fiat: Der 1,4-Liter-Turbo schiebt früher und stärker an, als der Zweiliter-Sauger des MX-5.

Aus seinem doppelten Endrohr klingt der Italiener dezenter als der MX-5, es ist eher lässiges Grummeln als die ungedämmte Mechanik des Mazda. Im Italiener macht halt der Turbo die Musik: Während Japans zwei Sauger erst mit der Drehzahl kommen (200 Nm beim großen 2,0-Liter), legt der 1.4-Multiair nach kurzem Turboloch schon ab 2000 Touren richtig los. Seine 250 Nm Drehmoment schenken dem Roadster eine Gelassenheit beim offenen Cruisen, die wir bisher nicht kannten. Aus der Serpentine einfach aufs Gas gehen, auf die Kraftwelle setzen und ab geht der Spider, der sich souveräner fährt, wo der Mazda immer den richtigen Gang, die richtige Drehzahl verlangt. Ein Roadster zum Auch-mal-Zurücklehnen. Das kurz Klack-Klack der sechs Gänge bleibt erhalten, zum Glück. Zwar sind Federn, Dämpfer und Stabis im Fiat einen Schuss sanfter abgestimmt – sagen wir mal: ein Slipper mit Gummi- statt Ledersohle – doch ist auch dieses Fahrwerk nichts für Weicheier.

An der Qualität des Innenraums gibt es nichts auszusetzen

Ganz gediegen: Die Verarbeitung des 124 stimmt, erst auf schnellen Wellen zittert die Frontscheibe.

Mit seinen 140 PS geht der Spider ähnlich spritzig (7,5 Sekunden bis 100km/h, 215 Spitze) wie der stärkste MX-5, beim Verbrauch dürfen wir je nach Gasfuß bis zu einen halben Liter draufschlagen. Auch deshalb, weil der Fiat aufgrund zusätzlicher Dämmung und Turbomotor knapp einen Zentner mehr wiegt (ab 1050 kg). Auch die Verarbeitung stimmt, erst auf schnellen Wellen beginnt die Frontscheibe zu zittern. Ab Mitte Juni 2016 treffen die ersten Exemplare ein: als Basis für knapp 24.000 Euro, gut einen Tausender über dem Mazda. Die Lusso-Version bietet zusätzlich 17-Zoll-Räder, Leder, Klima-Automatik und das doppelte Endrohr (trotz gleicher Leistung, so sind sie Italiener) für rund 26.500 Euro. Mehr Leistung haben zunächst nur die US-Version mit 160 PS oder der Abarth Spider, der in Genf mit 170 PS vorgestellt wird. Ob wieder ein Grauimport aus den USA über den Atlantik losgeht? Deutschland bekommt pro Jahr nur 1000 Spider.

Fiat 124 Spider im Test (LA Auto Show 2015): Sitzprobe

Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Der Fiat hebt sich genug vom MX-5 ab: etwas kräftiger, luxuriöser und teurer als das Original. Weder schnöde Kopie noch grundlegend anders, kommt hier der beste Spider, den Fiat je gebaut hat. In diesem Mazda steckt genug Italien.

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Roadster

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