Fiat Abarth — AUTO BILD 34/2007 — 02.09.2007
Abarth kommt wieder
Carlo Abarth war Tuning-Prophet und Erfinder der kleinen wildgewordenen Fiat-Typen. Mit dem Namen des gebürtigen Wieners ist eine Erfolgsstory ohne Beispiel verbunden. Von 1949 an machte er in seiner Wiener Werkstatt nicht nur Fiat heiß, auch Alfa Romeo – und sogar Ferrari.
Fiat wird sportlich – Die Tuning-Legende mit dem Skorpion im Wappen sticht wieder zu: Bis zu 200 PS sollen neue Sportversionen des Fiat 500 leisten. Sogar eine eigene Rennsportserie ist geplant.
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Dem für April 2008 geplanten 500 SS reicht der bekannte 1,4-l-Motor mit neuem Zylinderkopf, größeren Ventilen, erweiterten Ein- und Auslasskanülen, einem wassergekühlten Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie sowie außenliegendem Ladeluftkühler nach Vorbild des einstigen Abarth 850. Der Ladedruck soll bis zu 1,2 Bar betragen. Außerdem komme eine schärfere Nockenwelle zum Einsatz, wie Insider wissen. Für den ab 2009 angebotenen Abarth 500 SS setzt Fiat auf hochkarätige Renntechnik und seine gute Beziehung zur Konzerntochter Ferrari. Unter Federführung des ehemaligen Formel-1-Chefentwicklers Paolo Martinelli wächst der Hubraum des 1,4-Liter-Vierzylinders wahrscheinlich auf ein Volumen von 1,6 Liter. Zudem arbeitet das Hightech-Triebwerk mit einer mechanisch-hydraulisch-elektrischen Ventilsteuerung: Von ihr verspechen sich die Techniker ein besonders spontanes Ansprechverhalten und Verbrauchsvorteile. Martinellis besonderer Ehrgeiz: Der Abarth-Motor soll so hoch drehen wie ein Ferrari-V8, nämlich bis 8500/min. Außerdem will der Technik-Maniac eine Hochleistungs-Direkteinspritzung zur Serienreife bringen und dem Vierzylinder eine Ausgleichswelle verpassen. Der verschärfte Motor soll auch den Abarth 500 SS-R antreiben, den Fiat nach dem FIA-Reglement für Rundstrecken homologiert.
Der Stich des Skorpions: der neue Fiat 500
Neben sequenzieller Sechsgangschaltung, Sperrdifferenzial, Gewindefahrwerk und 18-Zoll-Slicks soll der Extremsportler mit Schalensitzen, Schaltpaddles am Lenkrad und Überrollbügel erscheinen. Den 500 SS-R können ambitionierte Privatfahrer in einer internationalen Rennserie einsetzen – Vorbild ist der Alfa-Romeo-Cup, bei dem sich in den 80ern die Alfasud TI beharkten. Über regionale Meisterschaften in Europa, Nordamerika, Südafrika, dem Mittleren Osten, China, Ostasien und Australien werden Sieger ermittelt, die am Ende einer Saison in Monza um den WM-Titel kämpfen. Doch das ist nur der Anfang: In diesen Wochen haben erste Testfahrten mit einem extrem leichten 900-Kubikzentimeter-Aluminiummotor aus Martinellis Team begonnen. Der Zweizylinder soll es auf 80 PS bringen. Die Idee, dieses Triebwerk auf 100 PS zu züchten, um damit einen Fiat 500 Abarth Eco anzutreiben, ist wohl vom Tisch. Eher wahrscheinlich ist der Einsatz in einem komplett neuen Fiat-Modell, das 2011 als Drei-Liter-Auto mit den künftigen Sparmobilen von Volkswagen und Toyota konkurriert. Konkurrenzlos dagegen ist das Revival von Abarth. Den Anfang macht der Grande Punto jetzt im Herbst, aber erst mit dem neuen Fiat 500 wird der Stich des Scorpions richtig schmerzhaft - für die kompakte Konkurrenz. Denn die hat nichts Vergleichbares mit solcher Strahlkraft im Programm.ANZEIGE
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