Fiat-Chef Marchionne unter Beschuss — 08.02.2011
Berlusconi rüffelt Marchionne
Fiat-Chef Sergio Marchionne hat sich Ärger eingehandelt. Weil er laut über eine Verlegung der Fiat-Zentrale in die USA nachdachte, muss er sich einer Befragung von italienischen Ministern stellen.
(rtr/sb) Fiat-Chef Sergio Marchionne muss sich wegen seiner Äußerungen über eine mögliche Verlegung des Firmensitzes in die USA den Befragungen von italienischen Ministern stellen. Am Samstag (12. Februar 2011) soll ein Treffen von Regierungschef
Silvio Berlusconi mit Marchionne stattfinden, sagte Industrieminister Paolo Romani im italienischen Fernsehen. An den Gesprächen sollen auch weitere Minister teilnehmen. Marchionne hatte am Freitag (4. Februar) auf einer Konferenz öffentlich mit Abwanderungsgedanken gespielt. Nach einer
Fusion mit dem Autobauer
Chrysler in zwei oder drei Jahren könnte der italienische Autobauer den Hauptsitz in Turin aufgeben, sagte er.
Fiat war 2009 bei Chrysler eingestiegen. Der Vorschlag hatte zu größer Empörung in Italien geführt, da die Gewerkschaften dem Konzernchef erst vor kurzem weit entgegengekommen waren.
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Vor einem Monat hatte die Belegschaft starke Zugeständnisse bei den Arbeitsbedingungen im Fiat-Stammwerk gemacht. Im Gegenzug hatte Marchionne milliardenschwere Investitionen in Italien in Aussicht gestellt und versprochen, keine Kapazitäten an preiswertere Produktionsstandorte zu verlagern.
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Marchionne ist CEO eines Konzerns und es ist seine Aufgabe, auch die undenkbaren Dinge zu denken – der Cavalliere soll ihn in Ruhe lassen. Und mal abgesehen davon, dass Berlusconi genug Dreck am Stecken hat, frage ich mich die ganze Zeit, wieso sich der Premierminister eines Autolandes wie Italien in einem fremdländischen Fabrikat rumchauffieren lässt. Namentlich in einem popeligen Audi A8. Ich meine, wenn es eine S-Klasse wäre, das verzeiht man sogar dem Kaiser von Japan – aber ein Audi?
wird nicht so kommen. Fiat wird sich mit Chrysler genauso schwer tun wie Daimler Benz. Fiats Kernkompetenz waren und sind immer bezahlbare Klein-,Kompakt-,Mittelklassewagen sowie Transporter. Diese Fusion macht keinen Sinn ausser Wachstum um jeden Preis. Ich wünsche es der Marke, das es sie auch in fünf Jahren noch gibt.
Sollte das so kommen, dann war mein Grande Punto mein dritter und letzter Fiat. Das garantiere ich!