Fiat Panda 4x4

— 14.12.2004

Tolle Krabbelkiste

Der neue Panda 4x4 ist der kleinste Allradler – und schlägt sich in der Stadt und im Gelände wacker.



Beachtliche Kletterqualitäten

Der Fiat Panda der ersten Generation – das war in den achtziger Jahren. Von dem kantigen Kleinwagen und der frechen Werbung ("Ist er Ihnen zu billig? – Dann nehmen Sie doch zwei") fühlte sich nicht nur die Jugend angesprochen, sondern durchaus auch manch reiferer Zeitgenosse, der einfach nicht einsah, warum man für ein Auto mehr Geld als unbedingt nötig ausgeben sollte. Das galt auch und insbesondere für den Panda 4x4 – der zwar beträchtlich teurer, aber innerhalb des Allradmarktes trotzdem ein Sonderangebot war. Und ein Geheimtip dazu: Denn seine Kletterqualitäten waren beachtlich und viel besser als die der meisten anderen 4WD-Pkw.

Doch mit einem Primitivauto wie dem Ur-Panda wäre heute nicht mehr viel Staat zu machen. Auch Kleinwagen müssen Airbags und Knautschzonen haben – und schick sein. All das bietet der neue Panda 4x4. Zumal in der besseren Version namens Climbing, die neben peppiger Optik innen und außen auch sachliche Vorteile bietet – etwa Unterboden-Schutzbleche unter dem Triebwerk.

Betriebskosten und Garantien

Als vorerst einzige Motorisierung – der Common-Rail-Diesel wird nicht vor Juni lieferbar sein – steht der altbewährte "Fire"-Vierzylinder mit gut 1,2 Liter Hubraum zur Verfügung. Das konsequent auf preiswerte Roboterfertigung ausgerichtete Zweiventil-Triebwerk hat noch immer seine Qualitäten: Vor allem, daß es schon ab Leerlaufdrehzahl tapfer zieht. So marschiert der Zwerg an der Ampel wacker los; im Stadtverkehr wieselt man dank der kleinen Abmessungen und der Servolenkung – die sich per Knopfdruck auf ein besonders leichtgängiges "City"-Programm umstellt – munter in kleinste Lücken.

Daß unter der kurzen Haube nur 60 Pferdchen werkeln, merkt man am Ortsende: Beschleunigen im fünften Gang braucht Zeit; und auch fleißiges Ausdrehen der Gänge bringt nicht die erhoffte Eile, denn ab 4000/min wird der Motor zäh. So dauert es auch lang, bis die Höchstgeschwindigkeit von echten 142 km/h erreicht ist. Besser läßt man es gleich bei 120 bewenden.

Allein schon um Sprit zu sparen und damit trotz des winzigen Tanks befriedigende Reichweiten zu erzielen. Mit Vollgas und hohen Drehzahlen wird der Motor erstaunlich durstig. Auch bei ruhiger Fahrweise lassen sich keine Mini-Werte um fünf Liter erzielen, im zügigen Mischbetrieb maßen wir 7,5l/100 km. Außer an der nicht mehr taufrischen Motorkonstruktion liegt das auch am Allradsystem per Viskokupplung: Der 2WD-Panda mit gleichem Motor war im AUTO BILD-Test mit 6,3l/100 km zufrieden.

Betriebskosten und Garantien Fiat Panda 4x4
Steuerklasse Pkw/Euro4
Steuer pro Jahr 88 Euro
Versicherungsklassen HPf 13/VK 12/TK 18
Werkstattintervalle 20.000 km
Garantie Technik 2 Jahre (km unbegrenzt)
Garantie gegen Durchrostung 8 Jahre
Mobilitätsgarantie 2 Jahre

Traktionshilfe nicht lieferbar

Dafür überzeugt der einfache Antrieb des 4WD auf schlechten Wegen um so mehr. Die Viskokupplung leitet ganz ohne Elektronik stets so viel Kraft zur Hinterachse, wie zum sicheren Vorankommen nötig ist: ruckfrei, verschleißfrei, zuverlässig und ohne merkbare Verzögerung oder spürbares Durchdrehen. Nachteil des altbekannten Systems, das Getriebespezialist GKN für den Panda baut: Die Viskokupplung macht den Antrieb speziell in Kurven stets etwas "schwergängig" und verzehrt damit Kraft.

Ein weiterer Nachteil: Daß die Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse nie wirklich abgeschaltet wird, verträgt sich nicht mit Fahrhilfesystemen (ESP). Und weil Fiat die Schlupfregelung ASR nur in Verbindung mit ESP einbaut, ist die Traktionshilfe für den Allrad-Panda nicht lieferbar.

Im Gelände kommt man trotzdem erstaunlich weit. Dank kurzem erstem Gang und belastbarer Kupplung bewältigt der kleine Italiener auch grimmige Steigungen. Durch buckliges Terrain turnt er dank kleiner Abmessungen und respektabler Bauchfreiheit recht behende. Gut für einen Allrad-Pkw, schwach für ein Mini-SUV ist die Bodenfreiheit. Besser könnte auch der vordere Böschungswinkel sein. Die Verschränkungsfähigkeit der Einzelradaufhängungen reicht knapp aus; notfalls muß man diagonale Gräben mit Schwung überwinden.

Preise und Ausstattungen

Seine vier Türen alleine machen den Panda noch nicht zum Familienauto. Hinter langen Eltern sitzen schon größere Kinder beengt. Ein normaler Kinderwagen paßt nur bei beidseitig umgelegten Rücksitzlehnen in den Kofferraum. Bei Fahrten zu zweit schätzt man das ausreichende Platzangebot auf den vorderen Plätzen.

Die pfiffige und nicht billig wirkende Innenausstattung des in Polen gebauten Autos ist recht ordentlich verarbeitet, man fühlt sich auf Anhieb wohl. Der Fahrkomfort ist dennoch eingeschränkt: Die Federung fällt arg straff aus, läßt kurze Unebenheiten trocken in die gut gepolsterten Sitze durch. Die aufpreispflichtige Klimaautomatik macht zwar optisch etwas her, verärgert aber mit wenig Variationsmöglichkeiten und elend schwacher Heizleistung: Schade, sonst wäre der Panda 4x4 ein geradezu ideales Winterauto.

Technische Daten und Fazit

Der Panda 4x4 ist ein fröhlicher Allrad-Zwerg für den schmalen Geldbeutel. Die erstaunlichen Schlechtwege-Fähigkeiten und die pfiffige Ausstattung erfreuen; bei Komfort und Fahrleistungen darf man keine Wunder erwarten. Eher unangemessen finden wir den Verbrauch. Schade auch, daß es für den Allrad-Panda keine elektronische Schlupfregelung gibt.

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