Lackiererei

Folge des Erdbebens in Japan

— 29.03.2011

Lack wird knapp

Den Autobauern gehen die Farben aus. Weil ein Pigment aus Japan fehlt, gibt es Lieferprobleme. Denn das einzige Werk für das Pigment Xirallic steht in Japan in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima.

(dpa/sb) Das Erdbeben in Japan zeigt immer heftigere Nachwirkungen für die Autobauer: Einige Spezialfarben für die Autoindustrie werden inzwischen weltweit knapp, weil ein Werk des Darmstädter Pharma- und Chemie-Unternehmens Merck in Japan geschlossen ist. Die Anlage ist rund 45 Kilometer von dem durch einen Tsunami zerstörten Atomkraftwerk in Fukushima entfernt und sei nach dem Erdbeben evakuiert worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Die rund 160 Mitarbeiter und ihre Familien seien in Sicherheit gebracht worden. Wann das Werk wieder in Betrieb genommen werden könne, sei ungewiss. In Japan stellt Merck ein sogenanntes Effekt-Pigment mit der Bezeichnung Xirallic her, ein mit einem besonderen Verfahren veredeltes Aluminium-Oxid. Das japanische Werk sei weltweit die einzige Anlage, in der Xirallic produziert werde, sagte der Sprecher. Das Pigment werde an Farbhersteller geliefert, die daraus Autofarben mit Glitzereffekt machen.

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Weil Xirallic in zahlreichen Metallic-Lackierungen verwendet wird, können gleich eine ganze Reihe von Farben nicht mehr gemischt werden. Laut "Handelsblatt" sind unter anderem Ford, Chrysler, Volkswagen, BMW, Toyota und General Motors betroffen. Die Suche nach einem Ersatzstoff hat bereits begonnen. Bei Ford seien die Händler bereits angewiesen, für mehrere Modelle darunter der US-Bestseller Ford F-150 keine Bestellungen mehr in Schwarz anzunehmen. Unterdessen überlegen die japanischen Autohersteller Branchenkreisen zufolge, ihre Produktion abwechselnd herunterzufahren, um Strom zu sparen. Damit wollen die Konzerne verhindern, dass ihre Stromversorgung wegen Engpässen nach dem Ausfall des havarierten Atomkraftwerks Fukushima rationiert wird. So wollten die Autokonzerne für die Produktion schädliche "Blackouts" vermeiden. Ein kompletter Stromausfall für drei Stunden würde zum Beispiel eine Karosseriefertigung für insgesamt neun Stunden lahmlegen. Erwartet wird, dass sich die Unternehmen in Kürze im Rahmen eines Treffens beim Branchenverband auf einen Rotationszeitplan einigen. Andere Industriezweige könnten folgen, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagantur "Kyodo". Bisher rechnen die acht größten Autohersteller in Japan mit Produktionsausfällen von etwa 365.000 Fahrzeugen.

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