Ford Harley-Davidson F-150

Sondermodell Ford F-150 "Harley-Davidson" Sondermodell Ford F-150 "Harley-Davidson"

Ford Harley-Davidson F-150

— 13.02.2009

Was für Uralt-Rocker

Schatz, wir haben ein Riesenbaby: Ford bringt den leicht überdimensionierten Pick-up F-150 als Sondermodell "Harley-Davidson" heraus. Er stakst auf 22-Zöllern mit Allradantrieb herum und hat Ledersitze im Design von Motorrad-Lederjacken.

Als wär' die Zeit dran vorbeigegangen... – baut Ford riesige Pick-ups und preist sie an wie deutsche Autohändler die Verschrottungsprämie. Dieser hier heißt "Harley-Davidson", fährt aber entgegen aller Annahme auf vier Rädern statt auf zwei. Basis ist der Pick-up F-150, ein wahrer Saurier mit einer Ladefläche, auf der eine ganze Heimatschutzbrigade Platz nehmen kann. Was aber an dem Monstrum lässt sich mit den legendären Motorrädern assoziieren? "Er kombiniert die legendäre Widerstandskraft und das weiche Handling von Amerikas bestverkauftem Truck mit dem authentischen Styling von Harley-Davidson", fällt Ford selbst dazu ein.

"Das Erbe der Härte"

Die mächtige 5,4-Liter-Maschine des Ford F-150 leistet 320 PS.

Nicht viel, das – ginge es nur um authentisches Styling, dann könnte es auch bald einen Ford Moulinex oder einen Ford Dolly Buster geben. Aber lassen wir nach dem Verursacherprinzip doch den Konstrukteur selbst zu Wort kommen: "Der Truck baut auf dem Erbe der Härte auf, die immer schon ein Aushängeschild der Ford F-Serie war", wird da Matt O'Leary zitiert, der Chefingenieur. Nun endlich gebe man den Kunden mehr von all dem, was sie so liebten: "Ein vollkommen differenziertes Design, Allradantrieb und eine Inneneinrichtung, die einfach umhaut." So sehr, dass der Absatz seit Jahren dramatisch zurückgeht. Aber darüber reden wir jetzt mal lieber nicht.

Stiefel in Übergröße

Die Sitze des Sondermodells sind vom Design her Motorradjacken nachempfunden.

Denn wir sind Cowboys, die schweigen lieber – und sterben in Stiefeln, die jedes Greenhorn zittern machen: Ford mit allem, was kleiner ist! 22 Zoll hoch, das sind gut 56 Zentimeter, stelzt der protzige Pick-up durch die Lande; höher geht nicht. Die Puste kriegt er von einem Achtzylinder, der aus 5,4 Litern Hubraum schlappe 320 Pferde scheucht. Die zerren das Fossil über eine Sechs-Gang-Automatik auf der Straße bis zum Spitzentempo von 185 km/h. Seit dem Jahr 2000 baut Ford Pick-ups der F-Serie regelmäßig auch als Harley-Sondermodell und nennt das "co-branding". Wo aber ist bloß das "co"? Endlich, im Innern des Monolithen werden wir fündig: Die Sitze sind im Stil einer Harley-Davidson-Motorradjacke gestaltet und sogar, hey, mit original Reißverschlüssen eben dieser Überzieher dekoriert.

Die wissen Bescheid

Ford: "Wir wollen sicher sein, dass immer, wenn ein Harley-Davidson-Fahrer einen Truck kaufen will, er sich für einen F-150 entscheidet." Da freut es einen doch, wenn von den Partnern so viel Bestätigung kommt: "Keiner weiß besser über ihre Kunden Bescheid als Harley-Davidson und Ford", sagt Joanne Bischmann von dem Motorradhersteller. Unklar ist nur, welche drei Kunden sie meint... Wir indes haben verstanden, Ford: Dein auf Räder gestellter Atavismus heißt Harley-Davidson, weil damit zumindest Ur-Altrocker etwas anfangen können. So sie denn von ihrem Moped absteigen möchten.

Autor: Roland Wildberg

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