Gebrauchtwagen-Test Ford Kuga II

Ford Kuga Ford Kuga Ford Kuga

Ford Kuga II: Gebrauchtwagen-Test

— 30.01.2018

Ein Ford mit Baustellen

Wie sein Vorgänger galt der zweite Ford Kuga lange als Musterknabe. Schade, dass die weiße Weste nach einigen Jahren Flecken kriegt.

Bereut hat den Schritt bei Ford wohl keiner: Der 2008 vorgestellte Kuga war vom Start weg ein Erfolg. Ein wichtiger Grund dafür war, dass er in und für Europa entwickelt wurde. Verfehlten die aus Übersee übernommenen Offroader Explorer und Maverick zuvor noch die Bedürfnisse des Marktes, traf der im deutschen Saarlouis montierte Kuga direkt den Geschmack der Käufer im boomenden Segment der Kompakt-SUVs. Dynamische Optik, knackiges Fahrverhalten und kräftige Diesel begeisterten die Besitzer, der hohe Qualitätsstandard sorgte für Respekt bei Testern und TÜV-Prüfern. Umso erstaunlicher schien der Modellwechsel nach nur vier Jahren. Es war der US-Mutterkonzern in Dearborn, der kostenschonend den neuen Ford Escape als zweiten Kuga lancierte. Die Fertigung wanderte ins spanische Valencia ab. Der Neue war ab März 2013 im Handel und versprach besseres Platzangebot, höheren Fahrkomfort und mehr Assistenzsysteme. Doch wie steht es um die Langzeitqualität? Macht sich der erhöhte Kostendruck hier bemerkbar?

Gebrauchtwagensuche: Ford Kuga

Enttäuschende Qualität: Die Mängel sind vielseitig

Der Kuga hat mitunter viele Baustellen. Deswegen empfiehlt sich der Abschluss einer umfassenden Gebrauchtwagen-Garantie.

Eine durchwachsene Vorstellung lieferte ein 163 PS starker 2.0 TDCi 4x4 Titanium ab, der 2016 den AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer absolvierte. Die anfängliche Begeisterung wich schnell dem Verdruss über das spinnende Navi, defekte Wischer und das immer träger werdende Doppelkupplungsgetriebe Powershift. Vor allem aber irritierten gebrochene Schraubverbindungen am Verteilergetriebe – laut Ford kein Einzelfall – sowie völlig verkokte Ansaugkanäle, die zum Testende für starken Leistungsverlust sorgten. Auch die 8,8 Liter Diesel, die sich der Test-Kuga im Schnitt gönnte, waren kein Ruhmesblatt. Im AUTO BILD-Kummerkasten beschweren sich die Besitzer außer über Defekte an der Automatik, Zündkerzenprobleme und vereinzelte Rostansätze auf fällig oft über Beulen im Dach. Möglicherweise ein Fertigungsfehler. Schlecht eingepasste Heckklappen und zahlreiche Klappergeister im Innenraum sowie undichte Panoramadächer zeugen dagegen von wenig Detailliebe im Rahmen der Produktion. Frühe Kuga II fallen zudem öfter bei der Hauptuntersuchung mit Ölundichtigkeiten auf.
Technische Daten: Ford Kuga 2.0 TDCi
Motor Vierzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1997 cm³
Leistung 1 103 kW (140 PS) bei 3750/min
Drehmoment 320 Nm bei 1750/min
Höchstgeschwindigkeit 186 km/h
0–100 km/h 10,2 s
Tank/Kraftstoff 66 l/Diesel
Getriebe/Antrieb S Sechsgang manuell/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4443/1842/1710 mm
Kofferraumvolumen 410-1405 l
Leergewicht/Zuladung 1584/576 kg
Überblick: Alles zum Ford Kuga

Das Facelift macht Gebrauchte günstiger

Als Gebrauchter ist der Kuga II dennoch eine sichere Bank. Wer ländlich wohnt, kann mit einem Euro-5-Diesel Geld sparen, ansonsten machen die neueren mit Euro 6 mehr Sinn. In den Bergen oder zum Ziehen darf es auch der Allradler sein. Die EcoBoost-Benziner fangen unter Last das Saufen an, benehmen sich im Kurzstreckenverkehr aber kultiviert und sind einigermaßen zukunftssicher. Und: Das Facelift 2016 drückt die Gebrauchtpreise. Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Ford Kuga außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Gebrauchtwagen-Test Ford Kuga II

Ford Kuga Ford Kuga Ford Kuga
Kosten: Ford Kuga 2.0 TDCi
Unterhalt
Testverbrauch 7,0 l D/100 km
CO2 186 g/km
Inspektion 250–500 Euro
Haftpflicht (18)* 570 Euro
Teilkasko (24)* 243 Euro
Vollkasko (21)* 671 Euro
Kfz-Steuer (Euro 5) 308 Euro
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine 627 Euro
Anlasser 384 Euro
Wasserpumpe 516 Euro
Zahnriemen 477 Euro
Nachschalldämpfer 635 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 641 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 480 Euro
*Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Schadensfreiheitsklasse 1; **Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer
Autor:

Malte Büttner

Fazit

Die zweite Generation des Ford-SUVs hat diverse kleine und größere Schwachpunkte. Ein guter Kauf ist der Kuga dennoch. Schon deshalb, weil sein größter Konkurrent, der VW Tiguan, nicht besser ist. Urteil: 3,5 von fünf Punkten.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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