Formel 1: Galerie - Belgien GP

Belgien GP 2014 Belgien GP 2014

Formel 1: Belgien - Tagebuch

— 24.08.2014

Spa im Splitter: Sonntag

Die Formel 1 gastierte in Spa und unsere Reporter schildern auf AUTO BILD MOTORSPORT ihre Eindrücke aus dem Fahrerlager. Alle News jetzt im Überblick:

Sonntag

Nachträgliche Strafe kostet Punkte: Bitter für Kevin Magnussen - der McLaren-Pilot wurde von der Rennleitung im Anschluss an den Belgien GP mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden beleget. Dadurch fiel der Däne von Platz sechs auf Rang zwölf zurück und aus den Punkten heraus. Magnussen hatte im Duell mit Ferrari-Star Fernando Alonso seinem Gegner nicht genug Platz gelassen und diesen von der Strecke gedrängt. Alonso selbst war die Strafe für Magnussen hingegen egal. Der Spanier: "Wenn man um Platz fünf, sechs oder sieben kämpft, ist das keine so große Sache. Da versucht man einfach Spaß zu haben... am besten natürlich in Verbindung mit Sicherheit." Letztere sahen die Regelhüter gefährdet und verpassten Magnussen einen Denkzettel. Gut für Nico Hülkenberg übrigens: Der Deutsche im Force India erbte für P10 nämlich den letzten Punkt.

Rosberg hat was vor der Nase: Leicht war der Belgien GP für Nico Rosberg wirklich nicht. Erst der schwache Start, dann die Kollision mit Lewis Hamilton... später auch noch ein Bremsplatten nach einem Duell gegen Sebastian Vettel. Und dann kam zu allem Überfluss auch noch etwas ganz kurioses hinzu: Ein Gummifetzen eines beschädigten Reifens verhedderte sich in den Frontantennen von Rosbergs Silberpfeil und flatterte dem Deutschen über zwei Runden lang direkt vor der Nase herum. Rosberg geschockt: "Das habe ich noch nie erlebt! Das Teil hing voll drin und ich konnte nicht sehen, wo ich hinfahre. Der Reifenfetzen hat mich echt beeinträchtigt." Zwischendurch versuchte Rosberg sich Abhilfe zu schaffen - bei Tempo 300! "Ich habe ihn mit der Hand zwischen meine Beine geklemmt, da hing er dann eine Zeit lang. Dann ist er aber wieder rausgeflogen... und zum Glück igendwann ganz ab."

Samstag

Vorderachse bereitet Räikkönen Probleme: Ferrari-Technikchef James Allison enthüllte am Rande des Großen Preises von Belgien seine Meinung darüber, warum sich Kimi Räikkönen mit dem aktuellen Boliden der Scuderia noch schwerer tut als Fernando Alonso. „Unser Auto ist sowieso nicht besonders leicht zu fahren, besonders aber für Kimi. Er mag die aktuelle Frontpartie des Autos nicht - dabei ist Kimi ein Fahrer, für den ein starkes und gut vorherzusagendes Verhalten auf der Vorderachse wichtig ist.“ Kann Ferrari es unter diesen Umständen mit dem Boliden für 2015 trotzdem beiden Star-Fahrern recht machen? Allison glaubt daran: „Jeder Fahrer mag mehr Downforce, mehr PS und mehr mechanischen Grip. Wenn wir das hinkriegen, sind sicher beide Piloten zufrieden.“

Noch kein Ende in Sicht: Er wird einfach nicht müde. Bei seinem ersten Auftritt im Fahrerlager nach der Einstellung des Schmiergeldprozesses in München gegen die Zahlung der stattlichen Summe von 100 Millionen Dollar, betonte Bernie Ecclestone, dass er überhaupt keinen Grund sieht, seinen Job als Chef der F1 an den Nagel zu hängen. „Ich bleibe so lange ich kann und will. Nichts hat sich geändert. Ich war nur ein paar Tage nicht im Büro, das ist alles“, sagte der Brite mit Blick auf die Geschehnisse. Angst vor einer Haftstrafe hatte er nach eigener Aussage zu keinem Zeitpunkt: „Ich habe ehrlich gesagt vor nichts Angst. Es hat mir nichts ausgemacht, weil ich wusste, dass ich unschuldig bin“, so Ecclestone, der angab, die hohe Geldsumme zu bezahlen, um „den Fall endlich abzuhaken“.

Freitag

Bangen bei Vettel & Renault: Für Sebastian Vettel war die Rückkehr aus der Sommerpause kein Start nach Maß. Nur elf Runden konnte der Weltmeister am Freitag fahren, da die Zündung am Vormittag versagt hatte, ausströmendes Benzin am Auspuff eine kleine Explosion verursachte und so den Abgastrakt beschädigte. Konsequenz: Motorwechsel! „Wir haben auf das Aggregat zurückgerüstet, das in Budapest im Einsatz war“, verriet Renaults Remi Taffin. Der Franzose zuversichtlich: „Zwar müssen wir viele Teile überprüfen, damit alles wieder geht - dann sollte es aber in Ordnung sein und der Motor beim nächsten Rennen wieder einsatzbereit.“ Für Vettel wäre das elementar. Die fünf pro Fahrer in der Saison zugelassenen Motoren hat der Red-Bull-Pilot nämlich schon eingesetzt - in einer Gesprächsrunde mit AUTO BILD MOTORSPORT hatte der Deutsche deshalb bereits angekündigt, bald eine Strafe für einen Wechsel des Aggregats zu befürchten. Zumindest vorerst scheint diese abgewendet.
Vettel droht Rückversetzung: Red Bull lernt aus Fehlern

Starker Einstand: Caterham-Neuling Andre Lotterer ist DER Star im Fahrerlager von Spa! Den Weg von der Box ins Motorhome konnte er am Freitag kaum zurücklegen, ohne dass ihn Autogrammjäger aufhielten. Der drittletzte Platz im Training war für ihn sogar ein kleiner Erfolg: Rein ins Auto und nur 43 Tausendstelsekunden weg von Teamkollege Marcus Ericsson. Am Vormittag hatte er den Schweden sogar geschlagen. Noch wichtiger aber: Der Duisburger blieb fehlerfrei! Lotterer zu ABMS: "Das war schon cool, mal eben herzukommen und gleich so mithalten zu können. Aber wenn es morgen regnet, muss ich alles wieder ganz neu lernen."

Rosberg hofft auf schmutzige Unterwäsche: WM-Spitzenreiter Nico Rosberg trägt ein schmutziges Geheimnis unter dem Overall - zumindest wenn er auf Pole ist! "Wenn ich ganz vorne stehe, behalte ich meine Unterhose aus dem Qualifying für das Rennen immer gleich an! Und gewaschen werden darf sie auch nicht...", verkündete der Deutsche im Vorfeld zum Belgien GP lachend. Unterstützung in der Schmutzwäsche-Causa erhält Rosberg übrigens von Felipe Massa. Der Williams-Pilot geht sogar noch ein Stück weiter! "Wenn ich das Wochenende gut beginne, bleibt die Unterhose auch Samstag und Sonntag an", verriet der Brasilianer... sehr zum Leidwesen seiner Mechaniker.

Vettel leidet an Haarausfall: Im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner kürzlich erklärt, sich vorstellen zu können, dass Sebastian Vettel ein bisschen „müde“ ist. „Es raubt dir viel Energie, wenn du fünf Jahre lang um den Titel kämpfst“, meinte der Brite. Vettel selbst konterte die Aussage seines Chefs in Spa nun mit einem schelmischen Grinsen. „Das ist ja nicht gerade ein Kompliment“, so der Deutsche, der anfügte: „Ich habe zwar bemerkt, dass ich anfange ein paar Haare zu verlieren - allerdings glaube ich nicht, dass das an Titelkämpfen der letzten Jahre liegt.“ Vettel ehrlich: „Bisher war es natürlich trotzdem eine harte Saison. Wir hatten viele Probleme mit der Zuverlässigkeit und deshalb bin ich nicht so viel zum Fahren gekommen. Es stimmt schon, dass es bislang nicht unser Jahr war.“ Was dem Red-Bull-Piloten Mut macht: „Das Potenzial ist eindeutig da und die meisten Schwierigkeiten haben wir bereits behoben.“

Donnerstag

Krieg der Sterne: Der Kleinkrieg zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton geht in die nächste Runde! Der Deutsche wollte sich am Donnerstag in Spa zu Hamiltons Befehlsverweigerung in Ungarn nicht weiter äußern, betonte aber: „Ich habe aus der Situation gelernt und werde künftig einige Dinge anders machen.“ Hamilton sieht keinen Klärungsbedarf: „Ich sehe überhaupt keine Notwendigkeit, über irgendetwas zu reden, für mich ist das alles klar.“ Dann stichelt er gegen WM-Rivale Rosberg: Hat dessen Reaktion nach dem Rennen ihn überrascht? Hamilton lacht gegenüber britischen Journalisten: „Es gibt nicht viele Dinge, die ich tue, die ihm gefallen...“

Mercedes stellt sich quer: Kosten sparen ist ein ewiges Thema in der Formel 1. Bloß: Man muss es auch wollen. Das letzte Beispiel, dass sich die Teams am Ende immer selbst im Wege stehen: Ein Teamchef machte in Ungarn den Vorschlag: „Lasst uns das Mindestgewicht von 691 Kilogramm auf 710 erhöhen. Dann könnten wir Teile und Entwicklungskosten sparen.“ Alle waren dafür, nur ein Team lehnte ab. Mercedes. Grund, so ein anderer Teamchef: „Mercedes hat den leichtesten Motor und hat als einziges Team ein Auto, das nicht über 691 Kilo wiegt.“ Für eine Regeländerung wäre Einstimmigkeit nötig gewesen...

Vettel ist Lotterer-Fan: Das Interesse am fünften Deutschen in der Formel 1 sprengte am Donnerstag in Spa alle Grenzen: Fast 50 Journalisten drängten sich in der engen Caterham-Hospitality während der Interview-Runde des Duisburgers, noch einmal 30 TV-Kollegen warteten draußen auf die ersten Worte von Andre Lotterer. „Mit so einem Rummel hatte ich nicht gerechnet“, wunderte sich der dreimalige Le-Mans-Sieger anschließend. Und wohl auch nicht damit, dass sogar Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel plötzlich anfängt von ihm zu schwärmen. Vettel: „Andre war im Kart mein Vorbild. Er kämpfte damals, so 1995 oder 1996, um den Titel in der Deutschen Kartmeisterschaft. Wir fuhren auch im selben Team, deshalb habe ich das mitbekommen. Dann ging er nach Japan und wir haben uns nur noch einmal im Jahr gesehen in Suzuka oder Fuji oder in der Disco in Tokio. Toll, dass er sich durchgeboxt hat und jetzt Formel 1 fährt.“

Eau Rouge als Mutprobe: Auf das Rennen in Spa freuen sich die Fahrer besonders – allen voran wegen der legendären Eau Rouge. Sie gilt als letzte echte Mutkurve in der Formel 1. 2014 durchfahren sie die Piloten erstmals mit ihren neuen Turbo-Autos. Laut Meinung der deutschen Fahrer wird sich dadurch einiges ändern. „Ich denke die Eau Rouge wird dadurch wieder zu einer richtigen Kurve“, sagt Nico Hülkenberg. Der Force-India-Pilot: „Das schließe ich daraus, wie sich das Auto im Vergleich zum Vorjahr auf anderen Strecken angefühlt hat.“ Landsmann Sebastian Vettel erklärt: „Die Autos haben jetzt weniger Abtrieb und sind schneller auf der Geraden, wodurch wir Eau Rouge mit höherer Geschwindigkeit erreichen.“ Vettel glaubt: „Man kann Eau Rouge wahrscheinlich immer noch mit Vollgas durchfahren... die Frage ist nur, wie sicher man sich dabei noch fühlt.“ Adrain Sutil geht sogar noch einen Schritt weiter. Eau Rouge mit Vollgas? „Grenzwertig“, sagt der Sauber-Pilot. „Vielleicht kann man im Quali voll durchziehen, aber ich denke, es wird wieder die Mutkurve, die es lange war.“ Die letzten Jahre blieben die Piloten in dem steilen Bergaufstück immer voll auf dem Gas. „Dieses Jahr wird man sich wieder viel mehr rantasten müssen“, so Sutil.

Autoren: Frederik Hackbarth, Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

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