Die größten Skandale der Formel 1

Formel 1: Rückzieher beim Reglement

Meredes & Co. schieben Porsche Riegel vor

Die Hersteller in der Formel 1 legen sich nun überraschend doch gegen eine Reglementsänderung quer - Verlierer ist Red Bull, die sogar an Ausstieg denken.
Die Formel 1 steht wieder mal vor einer großen Zerreißprobe. Es geht um das neue Motorenreglement ab 2021. Eigentlich schien alles klar. Geplant waren 1,6-Liter-Turbomotoren mit einfachem Energierückgewinnungssystem (ohne die komplizierte MGU-H) sowie eine erhöhte Benzindurchflussmenge. Kurz gefasst: immer noch High-Tech, aber einfacher, billiger und lauter als die aktuellen Motoren, die nur die Ingenieure lieben - aber nicht die Basis. Und aus der schöpft auch die Königsklasse am Ende ihre Popularität und die Einnahme.

Das Feld der Formel 1 wird wohl erstmal nicht größer

Jetzt die Kehrtwende. Mercedes, Ferrari und Renault haben bei einem Treffen der Strategiegruppe einen 180-Grad-Richtungswechsel gemacht. Plötzlich wollen die drei Hersteller entgegen vorher gemachter Zusagen die MGU-H-Einheit doch behalten.
Deshalb droht die Formel 1 nun in die nächste Krise zu stürzen. Denn: Die Fans würden so wieder in die Röhre schauen, neue Hersteller nicht kommen. Am schwersten trifft das Red Bull. ABMS erfuhr: Porsche hatte schon die Zusage gegeben, ab 2021 mit dem Energydrinkkonzern, der die Formel 1 seit dem Einstieg 2005 so erfrischend aufgewirbelt hat, in die Königsklasse einzusteigen. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko: "Wenn die Motoren so bleiben wie sie sind - und so sieht es im Moment aus - wird Porsche nicht kommen. Und ob wir 2021 dann noch dabei sind, ist auch äußerst unwahrscheinlich. Denn wir haben im Moment noch keinen Motor für 2021."

Zwischen Red Bull und Mercedes gibt es neuen Stunk

Hintergrund: Der Vertrag, den Red Bull erst kürzlich mit Honda abgeschlossen hat, gilt nur bis 2020. Marko: "Wenn Honda aussteigt, war es das." Betteln gehe man nicht, so der Grazer. Mercedes weigert sich aus Angst vor dem direkten Vergleich schon seit Jahren seine Motoren an Red Bull zu geben. Ferrari hat auch kein Interesse, die innovativen Österreicher zu stärken. Und eine Zusammenarbeit mit dem aktuellen Partner Renault ergibt nach dem Hauen und Stechen zwischen den Franzosen und Red Bull in den letzten vier Jahren auch keinen Sinn.
Noch ist es aber nicht soweit: Auf dem Papier braucht die Automobilbehörde FIA keine Zustimmung der Teams, sondern kann ein neues Reglement einfach bestimmen. Darauf hofft jetzt Rechteinhaber Liberty. Allerdings, so ist aus Kreisen der Amerikaner zu hören, wisse man nicht genau, wie FIA-Präsident Jean Todt dazu steht. Der Franzose wird das Zünglein an der Waage sein und damit auch über einen Einstieg von Porsche bestimmen.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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