Opel Werk Rüsselsheim

GM vor Insolvenz

— 15.05.2009

Nervenkrieg um Opel

GM wird wohl am Monatsende in die Insolvenz gehen. Das könnte auch Opel passieren, wenn potenzielle Investoren nicht bald ein Konzept vorlegen. Angeblich lehnt die US-Regierung ein Treuhand-Modell ab.

Der Nervenkrieg um die Rettung von Opel eskaliert. In den USA zeichnet sich immer mehr ab, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) zum Monatsende in die Insolvenz geht. In Berlin schloss Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auch eine Insolvenz von Opel nicht aus, wenn mögliche Investoren für den europäischen GM-Konzernteil bis zum kommenden Mittwoch kein tragfähiges Konzept vorlegten. Bei den harten Verhandlungen um eine Lösung will das Kanzleramt nun die Zügel stärker in die Hand nehmen. Kommende Woche soll eine Delegation nach Washington reisen.

USA lehnen Treuhand-Modell ab

Das von Guttenberg als Übergangslösung vorgeschlagene Treuhand-Modell findet zwar Unterstützer aus der deutschen Politik, stößt aber Medienberichten zufolge in den USA auf Widerstand. Die Bundesregierung wollte sich nicht zu angeblichen Vorbehalten der US-Regierung gegen das Treuhand-Modell äußern. Das Modell sei mit der US-Seite besprochen worden, sagte der Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. In der derzeit sensiblen Phase werde man aber keine Zwischenstände über Verhandlungen oder "spekulative Betrachtungen" abgeben. Auch GM äußerte sich nicht. Die "Financial Times Deutschland" (Freitag) schrieb dagegen, die US-Regierung lehne das Modell ab. Auch die "Frankfurter Allgemeine" berichtet, die erwartete Insolvenz von GM werde die Bundesregierung in ein Dilemma stürzen. GM hatte erklärt, im Fall einer Insolvenz einen ähnlichen Weg wie der Wettbewerber Chrysler zu gehen. Die Opel-Mutter würde dann überlebensfähigen Teile an ein neu zu gründendes Unternehmen verkaufen. Dieses solle das Insolvenzverfahren möglichst rasch wieder verlassen.

Händler wollen einsteigen

Die europäischen Opel-Händler wollen unterdessen nach Angaben des der Vizepräsidenten der Händlervereinigung Euroda, Albert Still, zur Rettung von Opel einen Firmenanteil von zehn bis 15 Prozent erwerben. Sprecher des Verbandes der rund 4000 Opel- und Vauxhall-Händler bekräftigten, dass sie mit Hilfe einer Abgabe von 150 Euro je verkauftem Wagen in den kommenden drei Jahren bis zu 500 Millionen Euro aufbringen könnten, um Opel vor der Pleite zu retten. Dafür fordern sie Mitspracherechte und einen Sitz im Opel-Aufsichtsrat. In der Branche wird spekuliert, dass bei einer Treuhand-Lösung die staatliche KfW-Bankengruppe gemeinsam mit mehreren Landesbanken Opel helfen könnte. Nach Angaben von GM-Europachef Carl-Peter Forster benötigt Opel dann einen Überbrückungskredit von mehr als einer Milliarde Euro. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zeigte sich grundsätzlich bereit zu einer Zwischenfinanzierung, bis ein Investor gefunden werde. Als Kandidaten für eine dauerhafte Lösung gelten Fiat, der Autozulieferer Magna und Finanzinvestoren.

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