Honda verlagert Jazz-Produktion

Honda verlagert Jazz-Produktion

Honda verlagert Jazz-Produktion

— 27.06.2005

In China spielt die Musik

Der chinesische Autoexport boomt: Honda will Europa künftig mit Jazz-Modellen aus Kanton versorgen. 2005 sind 10.000 Exemplare geplant.

Produktionskosten sollen sinken

Honda hat erstmals Autos aus chinesischer Fertigung nach Europa exportiert. Wie staatliche Zeitungen berichteten, wurde eine Fuhre von 150 Exemplaren des Jazz vom Hafen Guangzhou aus ins europäische Zentrallager in Gent (Belgien) verschifft. "Unsere chinesischen Werke erreichen jetzt problemlos westliche Qualitätsniveaus", begründete Honda die Exportoffensive. Noch 2005 wollen die Japaner nach eigenen Angaben 10.000 Jazz aus chinesischer Produktion nach Europa liefern.

"Das sind ebensoviel, wie alle chinesischen Autofirmen zusammen 2004 ins Ausland verkauften", schrieb Südchinas Presse. Honda-China-Direktor Atsuyoshi Hyogo will den Kleinwagen Jazz künftig nur noch in China bauen und von dort aus verschiffen lassen. Gegenüber "China Daily" räumte er ein, daß die Produktionskosten in Kanton "derzeit zwar noch etwas höher als in Japan sind. Ein größeres Volumen wird uns in den nächsten fünf Jahren aber erlauben, die Wagen von China aus nach Europa zu transportieren".

Auch in den USA machten die Nachrichten über den zunehmenden chinesischen Pkw-Export Schlagzeilen. Sie weckte neue Ängste. Gerade hatte die sich über die Offerte von Chinas Energieunternehmen CNOOC erregt, die den US-Ölkonzern Unocal für 18,5 Milliarden Dollar übernehmen wollen. Und nun dringen die Chinesen auch bei Autos vor: "Erst vor zwei Monaten hat Mercedes-Benz angekündigt, aus seinem in Peking geplanten Werk Wagen nach Nordamerika exportieren zu wollen.

Die Konjunktur kräftig überschätzt

Alle diese Nachrichten erhöhen die Aussicht, daß mehr Unternehmen im Westen wegen chinesischer Exporte schließen müssen", warnte die New York Times. Sie hatte im Frühjahr ihre Leser mit den Plänen des chinesischen Billigherstellers Chery aufgeschreckt. Das Pkw-Unternehmen aus Anhui mit seinem Erfolgsmodell QQ will mit Hilfe des New Yorker Autounternehmers Malcolm Bricklin ab 2007 eine Viertel Millionen Kleinwagen auf dem US-Markt verkaufen.

Da der chinesische Markt nur noch einstellig wächst, kommt Japans Exportoffensive zu einem Zeitpunkt, bei dem ausländische Autokonzerne in China an ihre Grenzen stoßen. Sie hatten das Wachstumspotential des chinesischen Pkw-Marktes nach seiner 70prozentigen Sonderkonjunktur im Jahre 2003 fahrlässig überschätzt. 2004 wuchsen Verkäufe in Chinas Binnenmarkt nur noch um knapp 15 Prozent. In den ersten fünf Monaten 2005 waren es 4,6 Prozent bei allen Fahrzeugen und 3,6 Prozent bei den Pkw.

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