Wohnmobil-Test Hymer Camp 622 CL

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Hymer Camp 622 CL: Wohnmobil-Test

— 18.07.2016

Heimelig im Hymer

Keine 6,60 Meter lang, aber Platz wie ein Großer. Der Camp CL taugt für sechs – und wird jetzt günstig. Die Wohnmobil-Kaufberatung.

Der Jubilar beschenkte sich selbst. Im Jahr 2007 feierten sie bei Hymer das 50-jährige Jubiläum ihres ersten Caravans, des Troll – und präsentierten zum Geburtstag den Camp 622 CL auf Basis des Ford Transit, damals frischgebackener Van of the Year. Die Schwaben boten den Camp auch auf Ducato an, der hieß dann SL. Aber den in der Türkei gefertigten Kölner der sechsten Generation gab es im Gegensatz zum Italiener auch mit Hinterradantrieb – und ab Modell 2008 sogar mit Allrad. Die meisten Käufer waren jedoch mit Frontantrieb zufrieden und lebten mit dessen Manko: Die Räder des Wohnmobils ringen schon bei leichter Straßennässe um Traktion.
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Nach 110.000 Kilometer offenbart sich die gute Qualität

Der Innenraum ist weder feucht, noch riecht er muffig: Hier kann man sich noch immer wohlfühlen.

Der holzfreie Aufbau besteht aus einer Mehrlagen-Kombi aus Aluminium und Polyurethan. Damit keine Feuchtigkeit eindringen kann, sind die 35 Millimeter dicken Verbundplatten von Dach und Wänden verklebt. Der Doppelboden ist 46 Millimeter stark. Hymer gab einst sechs Jahre Garantie auf Dichtheit. Wie gut die Qualität ist, zeigt unser Testwagen: Auch nach 110.000 Kilometern klappert nichts – und der Innenraum ist weder feucht, noch riecht er muffig.

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Der Camp CL taugt gut für vielköpfige Familien. Im Alkoven schlafen die Eltern, in den Stockbetten im Heck finden die größeren Kinder ihr Nachtlager. Und für die Kleinsten lässt sich die geräumige Sitzecke zum Doppelbett umrüsten. So können bis zu sechs Personen durchaus komfortabel reisen. Genügend Ablagen, Stauräume und ein Kleiderschrank sind ebenfalls vorhanden. Dennoch bleibt Platz für eine Heckgarage mit 2000 Liter Stauvolumen. Die Küche ist praktisch bestückt, das Bad voll ausgestattet. Reisemobilist, was willst du mehr?

Wohnmobil-Test Hymer Camp 622 CL

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Vor dem Kauf sollte man sich den Motor genau ansehen

Die Ford-Motoren sind in der Szene als Problemfall berüchtigt. Kolbenfresser drohen!

Eigentlich nichts – wenn nur die Transit-Technik haltbarer wäre! Mancher Camper musste auf dem Weg in den Urlaub außerplanmäßig stoppen – und Ford reagierte mit einigen Nachbesserungen in der laufenden Serie. Die TDCi-Motoren, die Ford gemeinsam mit Peugeot entwickelte, waren wenig haltbar. Motorschäden wegen verkokter Einspritzdüsen oder zu schwach ausgelegter Kolben gab's reichlich. Zudem gelten die 2,2-Liter als nicht vollgasfest. Auch Rückrufe gehörten zur Tagesordnung: 2007 mussten die Querlenker nachgezogen werden. 2008 gab's für die Hecktriebler neue Antriebswellen. Im Jahr darauf tauschte Ford die Lenkräder, 2013 einen Halteclip des Bremspedalbolzens. Und 2015 kamen noch neue Injektoren der Serie B zum Einsatz. Es lohnt sich also, vor dem Kauf genau hinzuschauen: Ist es noch der erste Motor, was wurde bereits repariert? Und im Zweifelsfall in einen Technik-Check beim Ford-Experten zu investieren. Damit der Kauf ein Grund zum Feiern ist.
Technische Daten
Motor Vierzylinder-Turbodiesel
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 2198 cm3
Leistung 96 kW (130 PS) bei 3600/min
Drehmoment 310 Nm bei 2000/min
Höchstgeschwindigkeit 138 km/h
Getriebe/Antrieb Fünfgang manuell/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 80 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 6590/2350/2970 mm
Radstand 3750 mm
Wendekreis ca. 14,0 m
Leergewicht/Zuladung 2950/550 kg
Anhängelast (gebremst) 1000 kg
Anhängelast (ungebremst) 750 kg
Anzahl Sitzplätze 6
Liegefläche L/B 2,05/1,45 m (vo.); 2 x 2,10/0,85 m (hi.)
Frisch-/Abwassertank 70/120 l
Kühlbox 97 l
Dreiflammenkocher Gasbetrieb
Spülbecken mit Einhebelwassermischer Küche/Bad
Bordbatterie 12 V 80 Ah
Externer Stromanschluss 230 V
Neupreis 2007 ab 42.170 Euro (2.2 TDCi, 130 PS)
Autor:

Stefan Diehl

Fazit

Guter Kauf? Ja – wenn die Transit-Technik nicht so launisch wäre. Sonst macht dieser mehr als gut ausgestattete Camp CL nämlich richtig Lust auf die nächste Tour. Und der Preis? Der stimmt auch.

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