Hyundai i30 1.6 (2012): Fahrbericht — 16.02.2012
Schnelle Ablösung
Mehr Komfort, weniger Verbrauch und ein schickes Erscheinungsbild: Das verspricht Hyundai bei der Vorstellung der zweiten Generation des i30. Erster Fahrbericht.
Irgendwie ist das kurios:
Hyundai bringt 2007 sein neues Kompaktmodell
i30 auf den Markt. Der macht sich schnell einen Namen als zuverlässiges und günstiges Auto im C-Segment. Die Verkäufe der ersten Generation sind mit 400.000 Exemplaren in Europa alles andere als schlecht und bedeuten Platz sechs bei den Zulassungen innerhalb der Golf-Klasse. Auch allgemein steckt der koreanische Autobauer in den vergangenen Jahren viel Lob für seine Arbeit von Fachpresse und Kundschaft ein. Und was sind die internen Konsequenzen dieser rosigen Zeiten? Anstatt sich im Erfolg zu suhlen, präsentiert Hyundai nach nur viereinhalb Jahren die zweite Generation des i30.
Für die Ausstattungen Trend und Style gibt es gegen 1200 Euro Aufpreis ein großes Panoramadach.
Was hinter dieser Taktik steht, wird schon beim Betrachten des neuen Hyundai i30 klar. Der bislang optisch eher plump wirkende Koreaner ist erwachsen, fast schon sexy geworden. Mit markantem Hexagon-Grill, coupéhaftem Heck und schwungvoller Seitenlinie hat er das Zeug zum neuen Frauenschwarm dieser Fahrzeugklasse. Auch im Innenraum ist alles neu und wertiger. Weicher Kunststoff statt Plastik, jede Menge sinnvoller Ablagefächer, genügend Kopf- und Beinfreiheit sowie auf Wunsch ein Start-Stopp-Knopf, eine elektrische Parkbremse und ein riesiges Panoramadach. Adieu, graue Korea-Tristesse – bonjour, modernes Kompakt-Design. Ebenfalls erfreulich: Kein Bediendschungel an der Mittelkonsole, der den Fahrer überfordert – die Schalter und Knöpfe wurden sparsam und sinnvoll verbaut.
Gelochtes Leder, weiche Kunststoffe, übersichtliche Bedienelemente: Der Innenraum ist deutlich hochwertiger als beim Vorgänger.
Eine deutliche Verbesserung auch beim Motor: Waren die Aggregate des Vorgängers für ihre – vor allem beim Beschleunigen – heiseren Hilferufe bekannt, bestechen sie jetzt mit herrlicher Laufruhe. Rauschende Beschleunigungsstürme sind vom 1.6 Benzin-Direnkteinspritzer (135 PS) jedoch nicht zu erwarten, hier fehlt es eindeutig am Turbo-Boost. Aber braucht man den in dieser Klasse unbedingt? Wenn es dennoch mal zu schnell um die Kurve geht, bieten die deutlich verbesserten Sitze guten Seitenhalt und aufgrund weicher Polster auch auf langen Strecken ansprechenden Komfort. Die getestete Sechsgang-Schaltbox macht mit direkten Wegen und kurzem Knauf Freude. Mit einem angegebenen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometer (134g CO
2/km) ist der i30 zudem schön sparsam. Die Rundumsicht ist trotz der relativ schmalen Heckscheibe ordentlich, das kleine Extra-Fenster vor der C-Säule sorgt für zusätzlichen Durchblick.
Technische Daten Vierzylinder in Reihe • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 1591 ccm • Leistung 99 kW (135 PS) • maximales Drehmoment 164 Nm bei 4850 U/min • Sechsgang-Schaltgetriebe • L/B/H 4300/1780/1470 mm • 0-100 km/h 9,9s • Spitze 195 km/h • EU-Mix 5,7l/6,0l 100km (Trend/Style) • CO2 134/139 g/km (Trend/Style) •
Preis 19.370/21.950 Euro (Trend/Style)
Boris Pieritz
Fazit
Der Hyundai i30 wird, wie sein Vorgänger, viele Freunde finden. Er ist ein unauffällig auffälliges oder auch auffällig unauffälliges Auto. Will sagen: Er hat alles, was man in diesem Segment erwartet – solide Verarbeitung statt unnötigem Schnickschnack. Der Abstand zur Konkurrenz von Opel, VW und Ford ist deutlich geschrumpft. Wie eng es wird, werden die ersten Vergleichstests zeigen.
Kommentare zum Artikel (12)
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der honda civic kommt aus england und is nicht halb so gut wie die japanische honda's. Die deutschen 3 (opel, ford en vw) sind alle teuer en nicht frei von mangel.
Zuerst mal sehen was die i30 wirklich zauft, die koreaner sind oft optimistisch fur das verbrauch.
an alle die mehr leistung möchten. alle hyundai-händler können ein chip-tuning anbieten bei dem die 5 jahre herstellergarantie erhalten bleiben.
als beispiel für den i40 1.7 crdi kann die leistung von 136 ps auf gut 170 ps gesteigert werden. bis auf die direkteinspritzer ist das auch bei benzinern und für fast alle modelle möglich.
bei interesse einfach beim freundlichen händler nachfragen.
@bleedingme: RICHTIG!
@powerdriver: Und 2,0 Diesel und Benziner gab es beim alten i30. Wurden nach etwa 1,5 Jahren mangels Nachfrage aus dem Programm genommen. Es lohnt sich nicht für euch 2 Leute soetwas anzubieten, schon gar nicht wenn man mit weniger Hubraum richtig gute Fahrleistungen hinbekommt.
@Powerdriver
Such mal Vergleichstests i40 CRDi 1.7 mit 136 PS / Passat 2.0 TDI und schau Dir die Leistungs- bzw. Fahrleistungsdaten an.
Da kann man sich die 300 ccm aber locker sparen, wenn der Kleine generell locker mithält und den Großen in der Elastizität dermaßen abwatscht.
@bubschi & eco: Wann lernt ihr (und andere) endlich, dass der Normverbrauch nicht vom Hersteller erlogen wird, sondern eine EU-Norm ist? Dass diese Norm natürlich nicht praxistauglich ist, haben wir ja alle schon rausgefunden, aber da können die Hersteller nix dafür.