Hyundai Lantra (1991-2000)

Gebrauchtwagen Hyundai Lantra Gebrauchtwagen Hyundai Lantra

Hyundai Lantra (1991-2000)

— 30.09.2003

Für Schrauber und Sparer

Gebrauchte Hyundai Lantra gibt es zum Schnäppchenpreis. Doch nur wer selber Hand anlegen kann, spart richtig.

Technik und Karosserie

Pfennigfuchser wissen: Beim Autokauf ist der Anschaffungspreis nur die halbe Miete. Für böses Erwachen sorgen später die Kosten für Sprit, Versicherung und Reparaturen. Das ist auch beim Kauf eines gebrauchten Hyundai Lantra zu beachten: Satte 58 Prozent Wertverlust nach drei Jahren vom ohnehin niedrigen Neupreis machen ihn zum Traumwagen für Schnäppchenjäger.

Zwar sind von der Ende 1995 eingeführten Lantra-Generation keine Motorschäden wie beim Vorgänger mehr bekannt, aber durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen gehören auch hier zu den Standardreparaturen. Ursache ist in den meisten Fällen Kühlwassermangel wegen undichter Schläuche oder lockerer Schlauchschellen an unserem Testwagen teilweise bereits durch zuverlässigere Schraubschellen ersetzt.

Etliche Fälle sind allerdings auch auf Marderbisse zurückzuführen. An der Verkabelung knabbern sie seltener, doch die ist schon ohne Fremdeinwirkung anfällig genug: Korrodierte Kabelstecker sind nach nun fast acht Jahren eher die Regel als die Ausnahme, woraus entsprechend häufig Startprobleme entstehen. Auch ruckeliger Motorlauf oder vermeintlich defekte Steuergeräte sind in Wahrheit nicht nur bei Hyundais Lantra oft auf elektrische Kontaktschwierigkeiten zurückzuführen.

Begünstigt vom fast völlig fehlenden Korrosionsschutz auch an der Karosserie. Folge: Der TÜV notiert für jeden tausendsten der geprüften Lantra schon bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren Rostschäden am Unterboden. Das hört sich nach wenig an, liegt aber weit überm Durchschnitt. Wie auch Schäden an der Radaufhängung, womit ausgeschlagene Traggelenke an den vorderen Dreiecklenkern und poröse Gummimetallbuchsen an den Streben der Hinterachse gemeint sind.

Motor und Qualität

Dass auch die Beleuchtung überdurchschnittlich oft defekt ist, wird niemanden wundern, der sich mal den Kabelverhau hinterm Rücklicht angeschaut hat. Doch der Lantra hält noch schlimmere Schwachpunkte bereit.

Die Bremse gehört dazu, die für deutsche Verhältnisse völlig unterdimensioniert ist. Hoher Verschleiß und die damit verbundene häufig nötige (teure) Erneuerung von Bremsscheiben und -belägen die eine Seite, die insgesamt schlechte Wirkung eine andere: Selbst der 139 PS starke Zweiliter war bis Ende 1998 an der Hinterachse nur mit wärmeempfindlichen Trommelbremsen ausgerüstet, die unter Belastung schnell an Wirksamkeit verlieren.

Zur Schonung der Bremsen trägt jedoch bei, dass die Motoren sämtlich sehr zäh agieren, subjektiv ihren technischen Daten um zehn bis 20 PS hinterherhinken. Wer die verlorenen Pferde im oberen Drehzahlbereich sucht, wird schon wegen des dann entstehenden Getöses bald den Gasfuß heben und die Drehzahlmessernadel senken. Und um die Tankrechnung halbwegs erträglich zu gestalten. Lantra sind zwar mit Normalbenzin zufrieden, dafür darf es aber gern ein Schluck mehr sein.

Also doch besser keinen gebrauchten Lantra kaufen? So pauschal kann man das nicht sagen. Wer geschickte Hände hat, preiswerte Ersatzteile kauft und selber Hand anlegen kann, fährt einen ausgewachsenen und gut ausgestatteten Mittelklassewagen. Vergleichbare Ware made in Germany oder Japan kostet nun mal fast das Doppelte. Auch ein Argument.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/91 Einführung der Marke Hyundai und der ersten Lantra-Generation in Deutschland auf der IAA in Frankfurt 9/93 Facelift 9/95 Vorstellung des neuen Lantra. Ausschließlich Vierventilmotoren mit 1,6 und 1,8 Liter Hubraum, 90, 114 und 128 PS 1/96 Einführung des Lantra Combi 7/97 Zweiliter mit 139 PS für Limousine und Combi 12/98 Neuer 1,6-Liter mit 116 PS 8/00 Modellwechsel auf den Nachfolger mit Namen Elantra

Schwachstellen Antriebswellen schlagen frühzeitig aus, erkennbar an großem Spiel im Antriebsstrang sowie am Knacken in Kurven. Oft begünstigt durch defekte Manschetten, die das Schmierfett rauslassen Bremsanlage ist ein Schwachpunkt des Lantra, die Scheiben und hinteren Trommeln (bis 12/98) sind den recht kräftigen Motoren nicht ebenbürtig Motorkühlung bereitet öfter Probleme, undichte Wasserschläuche und infolge dessen durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen sind vielen Lantra-Fahrern bekannt Verarbeitungsqualität hält mit dem von Japanern gewohnten Standard nicht mit, auffällig sind lose Verkleidungen und durchgesessene Sitze

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Hyundai Lantra 1.6i GLS, 84 kW/114 PS, Baujahr 1996. Die häufig benötigten Bremsbeläge sind recht preiswert. Weiter sind die Arbeitszeit-Richtwerte knapp bemessen, was günstige Preise bewirkt.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Hyundai Lantra lässt die sonst von asiatischen Autos gewohnte Solidität vermissen, in den Jahrgängen 98 und 99 spielt sogar Rost eine Rolle am Auspuff und an der Karosserie. Schon chronisch sind die schlechte Wirkung der Fußbremse sowie Spiel in den Achsaufhängungen, dazu liegen die Beanstandungsquoten der Beleuchtung teils weit über dem Durchschnitt. Positiv schneidet allein die recht stabile Lenkung ab." Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Hyundai Lantra 1.6i GLS (84 kW/114 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 98 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 8,1 Liter, gemessen 9,6 Liter (Normal) Versicherung: Vollkasko (18/1000 Euro SB): 896 Euro. Teilkasko (30/300 Euro SB): 228 Euro. Haftpflicht (16): 847 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 180 bis 250 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 58 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 700 Euro Verlust

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