Lada Vesta im Test

Lada Vesta Lada Vesta Lada Vesta

Lada Vesta: Test

— 08.11.2017

Begrenzte Aussichten

Mehr Schein als Sein: Die neue Lada-Limousine sieht gefällig aus, fährt aber ganz anders. Erster Test des Vesta 1.6 16V Luxus.

Putin hat ein Problem. Statt ständig in einem Mercedes vorzufahren, möchte er gern einer Russen-Limo entsteigen. Doch es gibt keine – außer dem Lada Vesta. Doch dessen Erfolgsaussichten sind sehr begrenzt. Nicht nur im Kreml. Der 4,41 Meter lange Viertürer sieht zwar manierlich aus, bietet ausreichend Platz sowie im Vesta Luxus sogar Klimaautomatik und Navi (mit Karten für Deutschland, Ungarn und Russland), technisch fährt er aber hoffnungslos hinterher.

Das Automatikgetriebe passt nicht wirklich zum Motor

Der Lada Vesta ist zwar ganz manierlich gezeichnet, technisch fährt er aber hoffnungslos hinterher.

Das beginnt beim 1,6-Liter-Sauger, dessen 106 PS unter 3000 Touren noch keine große Leistungsbereitschaft zeigen und von den bescheidenen 148 Nm Drehmoment auch erst bei 4200 Umdrehungen unterstützt werden. Unglücklicherweise gelangt die Kraft in unserem Testwagen auch noch über ein automatisiertes Fünfstufengetriebe an die Vorderräder. Das kostet nicht nur 760 Euro extra, sondern auch fast jeden Anflug von Temperament. Gangwechsel dauern sehr lange und lassen die Mitfahrer unfreiwillig nicken – die manuelle Box kann unmöglich schlechter sein. Und die indirekte Lenkung weckt ebenfalls kaum Begeisterung.
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Sein Preis wird es dem Vesta zusätzlich schwer machen

Das Cockpit passt, das Fahrwerk wirkt robust. Aber für das Gebotene ist der Preis immer noch zu hoch.

Schade, denn trotz einfachster Kunststoffe passt das freundlich-funktionale Cockpit, befriedigt das rustikale und anscheinend auf russischen Schlaglochpisten erprobte Fahrwerk zumindest unsere Grundbedürfnisse. Und Lada zeigt sich selbstbewusst, packt auf drei Jahre Garantie noch einen Anschlussvertrag für 24 Monate obendrauf. Macht also fünf Jahre (oder 140.000 Kilometer) ohne größere Sorgen. Beim Preis hätten die Russen nach unserem Geschmack noch bescheidender auftreten dürfen. Der Vesta Luxus mit Automatik kostet faire 14.500 Euro – für das Geld gibt es aktuell aber zwei Dacia Sandero. Oder eine Fiat-Tipo-Limousine im Basistrimm. Hierzulande wird es der Vesta also nicht leicht haben.
Fahrzeugdaten Lada Vesta
Motor Vierzylinder
Einbaulage vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Zahnriemen
Hubraum 1596 cm³
kW (PS) bei 1/min 78 (106)/5800
Nm bei 1/min 148/4200
Vmax 180 km/h
Getriebe automatisiertes Fünfstufengetriebe
Antrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung 195/55 R 16 H
Reifentyp Matador Elite 3 MP 44
Radgröße 6 x 16"
Abgas CO2 141 g/km
Verbrauch* 8,3/5,0/6,2 l
Tankinhalt 55 l/Super
Ottopartikelfilter
Kältemittel R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 69 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 900/450 kg
Kofferraumvolumen 480 l
Länge/Breite/Höhe 4410/1764–2040/1497 mm
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Gerald Czajka

Gerald Czajka

Fazit

Der Vesta ist eine Mogelpackung: Auf den ersten Blick erscheint er als gefällige, moderne Limousine, beim Fahren offenbart er aber deutlichen Nachholbedarf. Wenn, dann funktioniert der Russe über den annehmbaren Preis. 

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