Lamborghini Aventador (2011): Fahrbericht

Lamborghini Aventador Lamborghini Aventador

Lamborghini Aventador: Fahrbericht

— 09.12.2010

Der Lambo arrabbiata

2011 wird der Lamborghini Murciélago vom Aventador abgelöst. Was kann der Nachfolger besser? AUTO BILD absolvierte den ersten Prototyp-Ritt auf der Teststrecke in Nardo.

Dumm-dumm-dumm – das könnte mein Herz sein, das bis zum Hals schlägt. Oder das Stakkato der Trennfugen, das in der 12,6 Kilometer langen Steilkurve den Takt vorgibt. Wir fahren seit eineinhalb Runden Vollgas im neuen Überflieger aus Sant’Agata Bolognese, 700 PS und 690 Newtonmeter machen den 21-Zöllern Beine. Boxenstopp mit blubbernden Kühlern und einem mächtigen 6,5-Liter-V12-Schmelztiegel zwischen Heckscheibenluke und Heckspoilermonument. Zeit für den ersten Eindruck: Der Keil geht gemein gut, klingt kultig und cool, spielt in puncto Lenkung und Getriebe in einer ganz anderen Liga als der Murciélago. Doch die Vorderachse neigt zum Zittern und Stuckern, das Heck giert beim Lastwechsel weg vom Scheitelpunkt, das Cockpit ist eine grelle Wunderwelt für PS3-Junkies.

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Beeindruckende Attribute des Aventador: 6,5-Liter-V12, 700 PS, schnellstes DSG-Getriebe aller Zeiten.

Wir geben unser Bestes auf der pista prototipo, dem 6,2 km langen Kotzbeutelkurs mit seinen 16 Kurven. Hier darf der LB 834 zeigen, was wirklich in ihm steckt. Zum Beispiel eine Architektur aus Kohlefaser, die auf das Gewicht drückt und den Schwerpunkt absenkt. Eine völlig neue Aufhängung aus Alu mit oben liegenden Dämpfern. XXL-Bremsen mit Sechs-Kolben-Sätteln und fetten 400-mm-Carbonscheiben vorn. Ein sequenzielles Getriebe, das mit getrennten Schaltstangen die sieben Gänge noch flinker einlegt als jedes Doppelkupplungs-Räderwerk. Die MMI- und Drive-Select-Bausteine von Mama Audi. Der reaktionsschnellste Allradantrieb der Welt. Aktive Spoiler und ein Liftsystem gegen Bordstein-Kinnhaken.

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Der Aventador absolviert den Sprint auf Tempo 100 in glatten drei Sekunden.

Wer mit sich und seiner Magengrube im Reinen ist, kann im Aventador in drei Sekunden glatt von null auf 100 km/h beschleunigen. Das klingt nach Overkill, wird aber noch getoppt durch den Zeitrafferschub ab 4500/min und den langen Atem jenseits von 250 km/h. Trotzdem sinkt der Durchschnittsverbrauch von 21,3 auf 17,2 Liter. Nur der Preis geht nach oben, c’est la vie. Ampel auf Rot, Game over, der Blutdruck sinkt, der Puls lässt sich etwas länger Zeit, die Augen glühen noch minutenlang nach. Klar, die umfassende Talentprobe muss bis zur Präsentation im April 2011 warten. Doch eines steht für mich schon heute fest: Um den Aventador zu überstrahlen, braucht es schon einen Enzo-Nachfolger oder die Reinkarnation des Veyron. Mindestens.
Technische Daten Lamborghini Aventador:
V12-Mittelmotor • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 6500 cm3 • Leistung 515 kW (700 PS) bei 6800/min • max. Drehmoment 690 Nm bei 5500/min • permanenter Allradantrieb • automatisiertes Siebengang-Schaltgetriebe • 0–100 km/h in 3,0 s • Spitze 349 km/h • EU-Mix 17,2 l Super/100 km • CO2 408 g/km • Preis: noch nicht bekannt.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Es scheint, als hätte Lamborghini einen neuen Fixstern am Himmel der Supersportler fertig: Der Aventador fährt eine Galaxie direkter, schneller und schärfer als der alte Murciélago. Es wird eng für Ferrari, Aston Martin & Co, wenn der Zwölfzylinder im April 2011 losgelassen wird.  

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