Letztes Auto bei Karmann

— 22.06.2009

Nichts rollt mehr

Am 22. Juni 2009 ist beim insolventen Cabrio-Spezialisten Karmann in Osnabrück das letzte Auto vom Band gerollt. Damit stirbt die Sparte Fahrzeugproduktion. Andere Bereiche führt Karmann weiter.
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Nach mehr als 100 Jahren ist Schluss: Mit einem schwarzen Mercedes CLK-Cabrio ist am Montag (22. Juni 2009) um 11.35 Uhr beim Traditionsunternehmen Karmann das letzte Auto vom Band gerollt. Seit 1997 hatte der Osnabrücker Cabriospezialist den CLK 225.000-mal für Mercedes hergestellt. Das Aus für die Fahrzeugproduktion war laut Insolvenzverwalter Ottmar Hermann nicht zu verhindern. Karmann hatte sich zuletzt vergeblich um Anschlussaufträge bemüht. "Aber Karmann ist mehr als der Fahrzeugbau", betonte Hermann. Er sucht nach einer Zukunft für die Bereiche Cabrio-Dachsysteme, Fahrzeugentwicklung und Werkzeugbau.
In der Bildergalerie: Die schönsten Autos aus 100 Jahren Karmann
Im Karmann-Werk in Rheine hatte bereits Ende Februar das letzte Cabrio die Fertigungshalle verlassen. Im April meldete Karmann dann Insolvenz an. Zurzeit sind bei dem Autobauer noch knapp 2000 Menschen beschäftigt. Vergangenes Wochenende hatten sich der Betriebsrat und der vorläufige Insolvenzverwalter in einem Interessenausgleich und Sozialplan darauf geeinigt, statt der angekündigten 513 nur 300 Stellen abzubauen.
Die erfolgreichsten Autos von Karmann
Einheiten Modell Bauzeitraum
795.650 VW Scirocco 1974-1992
600.585 VW Golf Cabrio 1979-2001
485.983 VW Karmann Ghia 1955-1974
331.847 VW Käfer Cabriolet 1949-1980
225.576 Mercedes-Benz CLK Cabrio 1997-2009
188.220 Ford Escort Cabrio 1983-1997
187.834 Audi A4 Cabrio 1999-2009
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gerry,
25.06.2009 10:39Uhr
Nachtrag:
Es stellt sich mir allerdings die Frage, ob das Management genauso gut ist, wie die spezialisierten Facharbeiter bei Karmann.
Wie kann man bei so hohen Stückzahlen produzierter Autos finanziell insolvent werden ? - Haben die wirklich nichts verdient, oder wurde das Geld mit beiden Händen zum Fenster rausgeschleudert ?

gerry sangel

gerry sangel
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Arme Sau,
23.06.2009 22:16Uhr
Nachdem Karmann gemäß Meldungen in den Wirtschaftsteilen bis vor relativ kurzer Zeit noch gut ausgelastet war, kommt mir der Zusammenbruch jetzt, nach einer Mobbing-Aktion der bisherigen Auftraggeber vor. Vielleicht wird da mal aufgedeckt, daß irgendwelche ausländischen "Firmen" Schmiergeld an die bisherigen Auftraggeber gezahlt haben um Karmann zu vernichten. HOCH LEBE DIE KORRUPTION UND DER SCHWINDEL!!!! Eintrag melden
Kellerlacher,
23.06.2009 22:01Uhr
Karmann, ach ja, die paar Leutchen, die da auf der Strecke bleiben. Und die andern mittelständischen Unternehmen und Kleinbetriebe, die zusammen mehr neue Arbeitslose zusammenbringen als der marode Opelladen, die zählen nicht. Sagt mal, bin ich eigentlich im falschen Film? Eintrag melden
semsakrebsler,
23.06.2009 19:26Uhr
Ich glaube ich sehe und höre nicht recht: vor kurzem wollte die Elektroindustrie doch noch ein Elektro-Auto zusammen mit Karmann bauen, allerdings nur 6 Stück.
Warum so zimperlich, liebe "Elektriker"?
Dass die heutigen Autobauer Ihnen ein Elektroauto liefern, darauf können Sie und wir noch lange warten. Der eine Autohersteller hat soeben ein hochmodernes Motorenwerk eingeweiht und dieser und alle Kollegen könnten die Getriebe- und Kupplungsproduktion einstampfen. Die Ölscheichs könnten sich ihr Öl auf's Brot schmieren.
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