Cabrios sind nur was für reiche Leute – ein verbreitetes Vorurteil. Völliger Quatsch, denn der Frischluft-Spaß beginnt bei 2600 Euro. Früher sogar noch darunter, aber alle günstigeren Faltdach-Modelle fallen gerade der Abwrackprämie zum Opfer. Doch knapp darüber gibt es fast schon freie Auswahl. Zum Beispiel ein VW Golf I Cabrio in erhaltenswürdigem Zustand. Oder einen Schlafaugen-MX-5 mit sechsstelligem Kilometerstand. Beides Autos, die auf völlig unterschiedliche Weise reines Cabrio-Vergnügen bieten. Mit steigendem Budget wird dann auch die Auswahl immer größer, aber die Basis bleibt: feines Fahren ohne Dach überm Kopf

Mehr Cabriovergnügen für unter 10.000 Euro finden Sie in der Bildergalerie!

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Bild: Holger Schaper
Das Geld spricht also nicht gegen ein Cabrio, eher schon praktische Erwägungen. So fällt uns kein offenes Auto ein, in dem sich ohne Weiteres ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine verstauen ließe. Und, auch das ist Fakt, unterm geschlossenen Dach sind solche Fahrzeuge ziemlich dunkle, unübersichtliche Höhlen. Auch empfiehlt es sich aus naheliegenden Gründen nicht, ein Cabrio in Problem-Stadtteilen zu parken – unabhängig vom Material des Dachs. Das ist jedoch wichtig für die Wahl des Abstellplatzes. Denn gerade Stoffverdecke schätzen weder pralle Sonne noch Frost, werden dann schnell unansehnlich und undicht. Eine Garage fürs Schätzchen ist also fast schon ein Muss.

Nur original erhaltene Exemplare bleiben wertstabil

Aber auch die Karosserie ist empfindlicher, weil die versteifende Wirkung eines festen Dachs fehlt. Weshalb Cabrios besonders gegen harte Fahrwerke allergisch sind. Im schlimmsten Fall biegen sich die Längsträger durch, dann klemmen die Türen und zeigen schiefe Spaltmaße. Besser: Auf Originalzustand achten, dann klappt es später auch mit dem Wiederverkauf.
Dreizehn Cabrios haben wir Ihnen hier vorgestellt, bekannte und extravagante, marode und solide. Und doch haben sie alle eines gemeinsam: Sie lassen ihre Fahrer die Welt mit anderen Augen sehen. Ob es an der unbegrenzten Frischluftzufuhr liegt oder an der unendlichen Kopffreiheit – im offenen Auto wird jeder Kilometer erlebt, das Fahren nicht reduziert auf die Hetze von A nach B, Pferdestärken werden zur Nebensache. Wobei auch im Cabrio Leistung keine Sünde ist – wer will schon ewig hinterm stinkenden Lkw hängen? Und wenn die Naturverbundenheit mal auszuufern droht, etwa weil es regnet, klappe ich schnell das Verdeck zu und lausche dem Trommeln der Tropfen auf dem Stoff. Dann finde ich auch Zeit, die armen Kollegen auf dem Motorrad zu bedauern. Am wenigsten kommt es jedenfalls auf das Preisschild an. Selbst Billig-Cabrios machen den Romantiker glücklich – und lassen ihn sogar Verschleiß und höhere Werkstattkosten verzeihen. Glauben Sie nicht? Probieren Sie es aus!