Luftmassenmesser

Zehn Fragen zur neuen VW-Kulanz Zehn Fragen zur neuen VW-Kulanz

Luftmassenmesser

— 19.01.2004

Zehn Fragen zur neuen VW-Kulanz

Seit Einführung der neuen Kulanz für den Luftmassenmesser tauchen immer neue Fragen der Leser auf. Im Kummerkasten gibt VW Antworten.

Von wegen Falschmeldungen

Viel Wind um den Luftmassenmesser. Zwar gilt seit Dezember 2003 eine umfassende Kulanzregelung. Doch immer noch müssen sich Kunden mit den Folgen der Defekte herumärgern. Denn obwohl VW die Händler nach Informationen von AUTO BILD rechtzeitig und mehrfach benachrichtigt hat, wissen einige Vertragspartner offenbar immer noch nicht, was die Stunde geschlagen hat.

Manche Audi-, Seat- und Skoda-Werkstätten sprechen von Falschmeldungen oder behaupten, die Kulanz gelte nur für die Marke VW. Hinzu kommen Probleme mit den neuen Preisen, der Teileversorgung und der Auslegung der Kulanzkriterien. Die sind während der Abwicklung der ersten Fälle überarbeitet worden, ohne dass dies von Volkswagen öffentlich bekannt gegeben wurde.

AUTO BILD hat deshalb noch einmal bei Christian F. Haacke von der VW-Pressestelle in Wolfsburg nachgefragt. Er beantwortet die zehn am häufigsten gestellten Fragen der AUTO BILD-Leser zur neuen Kulanz-Regelung. Hinweis: Bei weiteren Fragen zu Einzelfällen oder zur Abwicklung hilft die VW-Hotline unter "0800-Volkswagen" (08 00-86 55 79 24 36) weiter.

Wieviel, ab wann, für wen Kulanz?

1. Welche Kulanzvorgabe gibt es für den Luftmassenmesser? Bei einem Fahrzeugalter bis drei Jahre und 100.000 Kilometer Laufleistung: 100 Prozent Kulanz. Bei einem Fahrzeugalter bis vier Jahre und 100.000 Kilometer Laufleistung: 50 Prozent Kulanz.

2. Was bedeutet rückwirkend? Die Kulanzregelung gilt nach Einzelfallprüfung für alle Reparaturen am Luftmassenmesser seit dem 1. Oktober 2002. Dieser Stichtag wurde festgelegt, um eine abschließende und zügige Bearbeitung der auflaufenden Fälle möglich zu machen.

3. Wie wird eine rückwirkende Kulanz abgewickelt? Die Vertragswerkstatt prüft die vom Kunden vorgelegten Unterlagen und stellt für den Kunden einen Kulanzantrag.

4. Gibt es Kulanz nur für Dieselfahrzeuge oder auch für Ottomotoren? Die Regelung gilt auch für Ottomotoren. Bei Beanstandungen soll sich der Kunde bitte an seine Vertragswerkstatt wenden.

5. Gibt es Kulanz für Autos, die älter als vierJ ahre und mehr als 100.000 km gelaufen sind? Nein, aber Volkswagen erstattet die Preisdifferenz zwischen Neuteil und Austauschteil (rückwirkend ab Reparaturdatum November 2003): Ab Ende Januar 2004 wird ein preisgünstigeres Austauschteil (ca. 70 Euro) angeboten. Weil zunächst alle entsprechenden Informationen in der Ersatzteil-EDV hinterlegt werden müssen, kann die Rückerstattung erst ab Ende Januar 2004 erfolgen.

Auflagen und Bedingungen für Kulanz

6. Muss der Serviceplan wirklich lückenlos ausgefüllt sein? Ja, für Kulanzgewährung müssen die Inspektionen ordnungsgemäß durchgeführt sein.

7. Gibt es die Kulanz auch nach einer Inspektion in einer Fremdwerkstatt? Ja, die Kulanz kann im selben Umfang gewährt werden, sofern die in der Fremdwerkstatt durchgeführten Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt worden sind.

8. Die Reparatur wurde in einer Fremdwerkstatt durchgeführt. Wie sieht es mit der Kulanz aus? Kulanterweise erstattet Volkswagen auch den Kunden die Reparatur, die diese in einer Fremdwerkstatt durchführen ließen. Die Vertragswerkstätten werden für die Fremdrechnung einen Kulanzantrag stellen.

9. Was ist mit Kulanz bei einer Reparatur in einer Fremdwerkstatt ohne VW-Originalteile? Volkswagen-Originalteile sind genau auf das jeweilige Fahrzeug und den entsprechenden Typ abgestimmt. Dazu unterliegen die Teile auch den Qualitätskontrollen von Volkswagen. Deshalb erstatten wir in diesem Fall keine Kosten.

10. Gilt die Regelung nur für die Marke Volkswagen und nur in Deutschland? Die Kulanzregelung gilt weltweit und auch für die Konzernmarken Audi, Seat und Skoda.

Vorgeschichte – so entsteht der Ärger

Vom Defekt am Luftmassenmesser sind einge tausend VW-, Audi-, Seat- und Skoda-Fahrer betroffen: Der Sensor geht nicht auf einen Schlag kaputt. Von den ersten Symptomen bis zum völligen Aus vergehen Monate, denn das Problem entsteht durch schleichende Verschmutzung.

Im Sensor strömt Luft für die Verbrennung an einem Hitzedraht vorbei. Je nachdem, wie schnell er abkühlt, wird mehr oder weniger Kraftstoff in die Brennkammern geleitet. Problem: Die Luft enthält Schmutz und Feuchtigkeit.

Bei VW ist der Sensor offenbar so ungünstig verbaut, dass der Hitzedraht schneller als bei anderen Autoherstellern mit Schmutz eingebacken ist. Die Folge: Der Sensor misst falsch, Luft und Kraftstoff werden nicht mehr ideal gemischt. Der Motor stottert, ruckelt oder springt nicht mehr an.

Zusätzliche Kulanz gibt es übrigens bei Audi, Seat und VW auch bei Defekten an elektrischen Fensterhebern bis fünf Jahre und maximal 100.000 Kilometern sowie Zahnriemen/Spannrollen-Ärger bis vier Jahre nach Erstzulassung und 180.000 Kilometern (abgestufte Kostenübernahme).

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.