Der getarnte Prototyp des CLA 45 AMG röhrt, als wir im Renntempo um den engen Handling-Kurs des ÖAMTC bei Innsbruck wedeln. Uns interessiert weniger das Auto als seine Technik: Unterm schwarzweiß beklebten Blech steckt das neue Allradsystem von Mercedes, bei AMG entwickelt für die kleineren Mercedes-Modelle. Die AMG-Version des für 2014 angekündigten CLA – eine sportliche Coupé-Limousine auf der Plattform der neuen A-Klasse – wird immer mit 4Matic kommen; klar, mit gut über 300 PS wäre reiner Frontantrieb einfach überfordert. Doch auch für die anderen Versionen des CLA wird Allrad verfügbar sein – ebenso wie für die normale A-Klasse und die künftigen Mercedes-Kompakt-SUVs.
Mercedes 4MATIC Grafik
Bei der neuen 4Matic wird eine mechanische Zahnringpumpe von der Drehzahldifferenz zwischen Vorder- und Hinterachse aktiviert.
Bild: Werk
Das System wird zunächst nur mit dem Doppelkupplungsgetriebe 7G-DCT kombiniert. Die Vorderachse bekommt permanent Kraft, die Hinterachse nur bei Bedarf. Die Kraftverteilung übernimmt eine Mehrscheibenkupplung. Das Lamellenpaket wird hydraulisch zusammengedrückt – je höher der Druck, desto mehr Kraft gelangt nach hinten. Den Druck erzeugt nicht wie bei den aktuellen Haldex-Systemen eine elektrische Pumpe, sondern eine mechanische Zahnringpumpe wird von der Drehzahldifferenz zwischen Vorder- und Hinterachse aktiviert. Ein Regelventil moduliert den tatsächlich zur Kupplung geleiteten Druck in Abhängigkeit von den Daten der Fahrdynamik-Regelsysteme.

A-Klasse kommt als SUV: Mercedes GLA (2014)

Das Fehlen einer Fremdkraftpumpe macht das System besonders kompakt und leicht (70 kg), und es sorgt auch für hohen Wirkungsgrad. Ein vorausschauendes Aktivieren des Allradantriebs kann es allerdings nicht leisten. Mercedes verspricht aber ein besonders schnelles Ansprechen des Hinterradantriebs: Innerhalb von nur 1/10 Kardanwellenumdrehung soll voller Druck anliegen.