Mercedes E-Klasse: Vorschau

— 06.09.2012

Außen klassisch, innen modern

Die neue E-Klasse soll ab März 2013 mit alten Mercedes-Tugenden glänzen: weniger Ecken und Kanten im Blech, mehr Qualität und Hightech darunter.



Sagen wir es in aller Deutlichkeit: Mercedes steckte zuletzt in einer Designkrise – trotz diverser Lichtblicke. Das Problem: zu wenig klare Linien, zu viele Schnörkel. Auch die E-Klasse wurde ein Opfer der Design-Logik "mehr hilft mehr". Einem Motto, das vielen Betrachtern sauer aufstößt. Offenbar zu vielen, denn beim 2013er-Modell rudert Mercedes nun zurück. Statt wie üblich bei einer Modellpflege nur leichte Änderungen vorzunehmen, gehen die Maßnahmen tief ins Blech. Das Facelift umfasst neue Kotflügel und Türen, eine neue Motorhaube sowie neue Scheinwerfer. Nur das Dach, die Scheiben und die Kontur der Rückleuchten bleiben unverändert. Der Effekt: Die Frontpartie mit größeren Lufteinlässen und einteiligen Scheinwerfern wirkt nun wie aus einem Guss, die Seitenansicht viel ruhiger und eleganter. Im Innenraum bleibt optisch indes vieles beim Alten, eine umfassende Cockpit-Renovierung fiel dem Rotstift zum Opfer.

Die Technik: Die E-Klasse lenkt notfalls allein

"Straffe und glätten", lautete der Auftrag an die Designer. Das Resultat: Die neue E-Klasse wirkt aufgeräumter, schlichter und daher auch eleganter.

Der Zug der Zeit diktiert die technische Weiterentwicklung: LED-Scheinwerfer, die erweiterte Smartphone- Anbindung und Internetradio halten Einzug in die E-Klasse. Dazu Sicherheits-Features und Assistenzsysteme – unter anderem: • Staufolge-Assistent mit Lenkungseingriff • Distronic mit selbsttätigem Spurwechsel und sogar autonomen Überholmanövern • Spurassistent reagiert auf Gegenverkehr, weicht notfalls aus • Weiterentwickelter Bremsassistent reagiert auf Querverkehr und vorfahrtsberechtigten Verkehr • Der "Magic Ride Assistent" tastet mit einer Stereokamera die Fahrbahn ab und verstellt entsprechend die Dämpfer • Notfallassistent warnt vor Einsatzfahrzeugen der Polizei oder der Rettungskräfte.

Der Antrieb: Sparsam mit neun Stufen

In der E-Klasse genügt bis jetzt ein Siebengang-Automat, doch auf dem Prüfstand läuft längst ein Selbstschalter mit neun Vorwärtsgängen. Er reduziert den Verbrauch, und er kann die E-Klasse segeln lassen, also spritsparend im Leerlauf rollen. Zwischen Motor und Getriebe ist dann Platz für wahlweise drei verschieden kräftige E-Motoren. Während der Mildhybrid mit einem 27-PS-Aggregat auskommen muss, leisten die gestaffelt eingeführten E-Antriebe im Plugin-Hybriden 68 oder 109 PS. Was noch fehlen wird, ist ein Diesel, der gegen die über 300 PS starken Motoren von Audi und BMW antritt. Erst 2016 kann Mercedes hier Paroli bieten. Dann kommt ein ganz neuer Dreiliter-Reihensechszylinder mit dem Kürzel OM 656, der in der ganz neuen E-Klasse debütieren wird.
Die Motoren der neuen E-Klasse
Benziner
E 200 1,8 l 184 PS/270 Nm
E 250 1,8 l 204 PS/310 Nm
E 300 3,5 l 252 PS/340 Nm
E 350 3,5 l 333 PS/450 Nm
E 500 4,7 l 430 PS/720 Nm
Diesel
E 200 CDI 2,1 l 136 PS/360 Nm
E 220 CDI 2,1 l 170 PS/400 Nm
E 250 CDI 2,1 l 204 PS/500 Nm
E 300 CDI 3,0 l 231 PS/540 Nm
E 350 CDI 3,0 l 265 PS/620 Nm

Die Marktlage: Bescheidenheit ist Trend

Noch sind Business-Limousinen nach Art der E-Klasse ordentlich nachgefragt, aber die Aussichten sind eher trüb als heiter. Immer mehr Märkte melden in der oberen Mittelklasse eine Absatzflaute. Nicht nur in Südeuropa ist Downsizing angesagt – auch hierzulande sind kleinere und günstigere Baureihen auf dem Vormarsch. Selbst in China und in den USA registrieren die Premiumhersteller bei den Kunden eine neue Bescheidenheit. Gleichwohl bleibt das auf 430 PS gesteigerte Topmodell E 500 vorerst im deutschen Programm – als Antwort auf den bald 450 PS starken BMW 550i und den Audi S6 mit zukünftig 435 PS. Außerdem gibt es nach wie vor vier V6-Optionen, aber der Verkaufstrend geht klar zum Vierzylinder. Sollte noch Geld übrig sein, wird es lieber in die Ausstattung investiert. Daran orientiert sich die Modellpflege: Der Schwerpunkt liegt auf einer Fülle innovativer Extras, mit der sich die E-Klasse nach Belieben aufwerten lässt.

Die Historie

E-Klasse heute: Das aktuelle Modell wird oft wegen seiner zerklüfteten Scheinwerfer und schwülstigen Hinterbacken kritisiert.

Die E-Klasse verkörperte schon immer die Mercedes-Kernwerte: beständig, solide, hochwertig. Vom Strichacht über W 123, W 124 und W 210 (der Erste mit dem Vier-Augen-Gesicht) bis zum W 211 war die Mittelklasse-Limousine stets der Liebling von Droschkenlenkern und Vielfahrern. Auch der aktuelle W 212, der 2009 eingeführt wurde, besitzt noch diesen klassischen Mercedes-Charakter – auch wenn er ihn nicht mehr so konsequent vertritt wie die Besten seiner Vorgänger.

Fazit

Die E-Klasse läuft zu neuer Form auf. Der Bestseller sieht künftig gefälliger aus, und er wird mehr können. Dafür sorgen effizientere Motoren und intelligente Assistenzsysteme. Neben Qualität, Komfort und Sicherheit will Mercedes in Zukunft verstärkt mit alternativen Antriebslösungen punkten. Alle Bilder zur neuen E-Klasse und weitere Mercedes-Neuheiten finden Sie in der Bildergalerie.

Autor: Georg Kacher

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