Ausgebrannter Bus bei Hannover

Mercedes/Setra-Busse: Rückruf

— 10.08.2012

Kampf gegen kaputte Kabel

Busunfälle haben oft verheerende Folgen. Daimler ruft jetzt mehrere Tausend Überlandfahrzeuge wegen Kurzschlussgefahr in Kabeln in die Werkstatt. Die größte Feuergefahr bei Bussen lauert allerdings woanders.

Die zahlreichen Fälle von Busbränden in den letzten Jahren zeigen Wirkung: Daimler ruft aktuell 7200 Überlandbusse der Marken Mercedes und Setra zurück, weil ein Kurzschluss am Kabel eines Ventilators unter Umständen zum Brand führen kann. Auch bei der Brandkatastrophe eines Reisebusses im November 2008 bei Hannover mit 20 Todesopfern (Bild oben) identifizierten Gutachter einen Kurzschluss als Auslöser.

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Ein brennender Linienbus in Hamburg. Immer wieder kommt es wegen technischer Fehler oder mangelnder Wartung zu solchen Fällen.

Hauptursache bei Busbränden seien aber Öl- und Kraftstoffaustritt im Motorraum, so DEKRA-Unfallforscher Markus Egelhaaf gegenüber AUTO BILD, gefolgt von Turboladerschäden. Kabelbrände folgten erst an dritter Stelle. Problematisch seien bei Bussen die neuen Abgasnormen, weil immer mehr Bauteile im ohnehin kleinen Motorraum untergebracht werden müssten. Egelhaaf betont aber, dass der Bus nach wie vor mit Abstand das sicherste Straßen verkehrsmittel sei. Positiv: Wenn ab 2014 für Lkw Euro 6 Pflicht wird, müssen alle Reisebusse mit mehreren Brandmeldern ausgerüstet sein.

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Neben den technischen Ursachen kann auch mangelhafte Wartung die Brandgefahr erhöhen. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) brannten in den Jahren 2004 bis 2010 acht Stadtbusse. Die BVG setzte eine Task Force ein, die unter anderem mit Öl verschmutzte Dämmmatten als Brandursache identifizierte. Seit die BVG die Wartung optimierte, gab es keinen Busbrand mehr.

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