Mercedes SLC: Vorschau

— 09.06.2011

Mercedes baut den Baby-SLS

Neue Konkurrenz für Porsche: Mercedes plant einen Leichtbau-Sportwagen mit bis zu 500 PS. Als kleiner Bruder des SLS soll der SLC den 911er-Nachfolger ins Visier nehmen.



Showdown im Schwabenland: der Wutbürger gegen Stuttgart 21, die Grünen gegen das Auto – und jetzt noch Mercedes gegen Porsche, das neue große Duell in der deutschen Automobil-Landschaft. Zu bekannten Paarungen wie Cayenne gegen M-Klasse, Panamera gegen CLS und Boxster gegen SLK gesellen sich bald neue Kontrahenten: Der Cajun tritt gegen den BLK an, der Pajun macht mobil gegen die E-Klasse, und als kleiner Bruder des SLS nimmt der SLC den Elfer ins Visier. Der Baby-SLS jagt also den neuen 911er. Diese Geschichte beginnt bei Mercedes bereits in der Zeit der Partnerschaft mit McLaren. Gemeinsam wollten beide Unternehmen den Nachfolger des nicht zufriedenstellenden SLR entwickeln – doch dann kam der Bruch, und die Engländer zogen das Programm im Alleingang durch. Das erste Kind der geschiedenen Ehe mit Mercedes ist der bemerkenswerte McLaren MP4 mit Carbon-Monocoque.

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Die Stuttgarter trösteten sich mit dem erfolgreichen SLS, doch die Wunde, die das nach Woking abgewanderte P8/P9/P10-Projekt hinterlassen hat, will nicht heilen. Deshalb beschäftigen sich AMG und Daimler seit fast zwei Jahren wieder mit einem Sportwagen im 911er-Format. Warum das so lange dauert? Weil die Verantwortlichen sich schwer damit tun, eine Entscheidung zu treffen zwischen dem einst favorisierten Mittelmotor-Layout und dem markentypischen Frontmotorkonzept. Porsche musste dagegen nicht lange nachdenken, als es darum ging, die siebte Generation des 911 zu definieren. Der Heckmotor in Boxerform war ebenso heilig wie das klassische Tropfendesign mit Rundscheinwerfern und aktivem Bürzel. Doch nach 996 und 997, von denen das Unternehmen ohne teure Nachbehandlungen 14 Jahre lang sehr gut gelebt hat, ist diesmal wieder ein großer Entwicklungsschritt angesagt. Den dokumentieren zum Beispiel das Siebengang-Schaltgetriebe, die elektrische Servolenkung, neue Achsen und das komplett entrümpelte Cockpit. Die Motoren sind zwar nicht dramatisch leistungsstärker als bisher, aber der Verbrauch sinkt um mindestens zehn Prozent.

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Und weil die Baureihe 991 rund 50 Kilo weniger wiegt, geht das neue Modell auch spürbar besser. Die Markteinführung im Dezember beginnt mit dem Carrera S, dessen 3,8-Liter-Sauger 400 PS und 440 Nm mobilisiert. Nur sechs Wochen später startet das Grundmodell mit dem 350 PS/380 Nm starken 3,4-Liter-Aggregat. Der Mercedes SLC befindet sich noch in der Vorentwicklung. Nicht einmal der Einführungstermin stehtfest. Es gibt zwei Szenarien: Wenn der Wagen an den aktuellen SLS andockt, könnte er Ende 2014 serienreif sein. Sollte er sich am SLS-Nachfolger orientieren, reden wir über 2016 und später. Zumindest eine Entscheidung scheint gefallen – sie betrifft als ganz wesentliches Kriterium die Einbaulage des Motors. "Wir haben mit McLaren noch eine Rechnung offen", gibt ein MB-Vorstand zu. "Wir würden gern zeigen, dass auch wir einen rundum überzeugenden Mittelmotorsportwagen bauen können. Aber besser zur Marke passt eben der Front-Mittelmotor nach Art des SLS. Deshalb ergibt es für uns wohl mehr Sinn, die nächste Evolutionsstufe dieses Konzepts zu zünden."

Der Baby-SLS würde sich zwar an die Alu-Struktur des SLS samt Radaufhängung und Transaxle-Getriebe anlehnen, doch statt des schweren und durstigen V8 soll ein aufgeladener Dreiliter-V6 für Feuer unter der Haube sorgen. Mit einer Leistungsspanne von 350 bis 500 PS wildert das AMG-Aggregat im gleichen Jagdrevier wie der 911, dem als Turbo-Neuauflage 520 PS nachgesagt werden. Den SLC in die Entwicklung des nächsten SLS einzubinden, bringt einen weiteren Vorteil. Denn der SLS II soll als erster Mercedes in großem Stil von der Kooperation mit dem Carbon-Zulieferer Toray profitieren. Und wenn auf ähnlicher Basis zwei neue, deutlich leichtere Sportwagen entstünden, wären die Schwaben – mit Verspätung – wieder dort, wo sie mit McLaren mal hinwollten. Vielleicht ja sogar auf Augenhöhe mit Porsche.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Der Elfer bleibt, was er ist: ein begnadeter Dynamiker, ein Sportler mit vielen Talenten, ein unersetzlicher Markenbotschafter. Doch die Ikone bekommt Konkurrenz: Mercedes will mit SLS und SLC sogar doppelt punkten. Leichter, dynamischer und effizienter – so soll das Duo dem Porsche das Fürchten lehren. 



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