Mercedes SLK 350 gegen SL 350: Test — 13.04.2011

Muss es gleich der große SL sein?

Der Mercedes SLK 350 ist rund 40.000 Euro billiger als der große SL mit ähnlich starker Motorisierung – da kann man schon schwach werden. Ein Vergleich der beiden Roadster.

Ein neuer offener Mercedes ist immer ein Ereignis. Zumal dann, wenn es ein Zweisitzer ist. Solche Mercedes tragen seit 1955 traditionell das Kürzel SL im Namen. Damals hieß die volkstümliche Variante 190 SL, der große Sechszylinder für Playboys, Rennfahrer und feine Leute 300 SL. In Folge baute Mercedes lange Jahre nur diese eine Roadster-Reihe. Erst ab 1996 sorgte der SLK dafür, dass es wieder einen kleinen und einen großen Roadster gab. Klein ist dabei natürlich nicht wirklich klein, der gerade vorgestellte SLK der Baureihe R 172 ist 4,13 Meter lang, hat einen Radstand von 2430 Millimetern und wiegt (Testwagengewicht) 1591 Kilogramm.

Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes SLK 

Video: Mercedes SL vs. SLK

Vergleich der Stern-Cabrios

Der SL ist etwas größer, um einiges schwerer und erheblich teurer. Größen- und Gewichtsunterschied wirken sich beim Fahren aber nicht so deutlich aus, wie man es vielleicht erwartet. Beide Roadster mutieren weder zum superagilen Kurvenräuber noch zum Dragster. 5,6 (SLK) und 6,1 Sekunden (SL) bis 100 km/h lesen sich aufregender, als sie sich anfühlen. Das liegt natürlich zum einen an der Perfektion der Siebenstufenautomatik, die unaufgeregt und treffsicher die richtigen Planetenradsätze paart. Es liegt jedoch auch am Sechszylinder, der sich in beiden Roadstern eher unspektakulär gibt. Zur Erinnerung: Der V6 in SL und SLK gehört zur Motorenfamilie M 272 und hat – weil eng verwandt mit der Achtzylinder-Familie M 273 – 90 Grad Zylinderwinkel. Die leichte Rauheit im Ton mag daher rühren, sie passt jedenfalls besser zum spritzigeren Kleinen. Im großen SL könnte man sich eine seidigere Laufkultur vorstellen. Der größte Unterschied dabei: Der V6 im neuen SLK verfügt über Direkteinspritzung, im SL 350 ist noch die traditionelle Saugrohreinspritzung verbaut.

Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes SL

Einfach mehr Mercedes: Der SL hat dem SLK die gewisse Gediegenheit voraus.

Wenig überraschend also, dass der SLK mit der moderneren Motor-Peripherie im Schnitt 1,8 Liter Benzin weniger verbraucht als der SL 350 (Testverbrauch SLK 350: 8,4 Liter, SL 350: 10,2 Liter/100 km). Bei 15 Grad Sonne beschließen wir: Dächer und Windschotts weg, Getriebe auf M wie manuell und die Fingerkuppen auf die Schaltpaddel. Der SL folgt dem SLK mühelos und unaufgeregt. Wohl auch, weil in ihm keine Direktlenkung künstliche Hektik erzeugt. Wenn jetzt hier Punkte vergeben werden müssten: Der SL federt feiner, er hat die bequemeren Sitze und die angenehmere Lenkung. Was nicht so leicht zu punkten ist: Er ist ein großer Mercedes, S- statt C-Klasse halt. Etwas feineres Finish, ein wenig bessere Materialien, schon entsteht der Eindruck, in der Luxusklasse zu verreisen. Nicht dass der SLK Holzklasse wäre, doch im direkten Vergleich ist der SL das noblere Auto. Selbst wenn der Kleinere, wie in diesem Fall, mit Sonderausstattungen von fast 15.000 Euro aufläuft. Mit dabei das neuartige Glasdach Magic Sky Control für 2368 Euro – hier muss der SL passen. Und nur hier.
Fahrzeugdaten SLK 350 SL 350
Motor V6, vorn längs V6, vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4 4 pro Zylinder/4
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 3498 cm³ 3498 cm³
kW (PS) bei 1/min 225 (306)/6500 232 (316)/6500
Nm bei 1/min 370/3500 360/4900
Vmax 250 km/h 250 km/h
Getriebe Siebenstufenautomatik Siebenstufenautomatik
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 225/40–245/35 R 18 Y 255/45 R 17
Radgröße 7,5–8,5 x 18" 8,5 x 17"
Abgas CO2 167 g/km 226 g/km
Verbrauch* 9,9/5,5/7,1 l 13,8/7,2/9,7 l
Tankinhalt 60 l/Super 80 l/Super
Vorbeifahrgeräusch 74 dB (A) 74 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. keine keine
Kofferraumvolumen 225–335 l 235–339 l
Preis ab 52.301 Euro ab 89.250 Euro
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Messwerte SLK 350 SL 350
Beschleunigung
0–50 km/h 2,1 s 2,3 s
0–100 km/h 5,6 s 6,1 s
0–130 km/h 8,6 s 9,3 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 2,9 s 3,1 s
80– 120 km/h 3,6 s 3,8 s
Leergewicht/Zuladung 1591/264 kg 1816/304 kg
Gewichtsverteilung v./h. 53/47 % 50/50 %
Wendekreis links/rechts 10,4/10,3 m 10,8/11,0 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 36,8 m 37,0 m
aus 100 km/h warm 34,8 m 36,1 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 59 dB (A) 57 dB (A)
bei 100 km/h 68 dB (A) 67 dB (A)
bei 130 km/h 74 dB (A) 73 dB (A)
Testverbrauch – CO2 8,4 l S – 199 g/km 10,2 l S – 242 g/km
Reichweite 710 km 780 km

Heinrich Lingner

Fazit

Vermutlich gewänne der SLK 350 einen Vergleichstest nach Punkten gegen den SL 350. Der Kleine hat den sparsameren Motor und ist insgesamt schneller und rasanter. Für den SL 350 spricht – außer dem Mythos SL – die bessere Verarbeitung und jenes unbezahlbare Gefühl, einen großen, gediegenen Wagen zu fahren. Einen echten Mercedes eben.

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Kommentare zum Artikel (30)

Erstellt

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si
17.08.2011, 12:38Uhr

was soll das für ein vergleich sein? Man kann doch nicht 2 Autos vergleichen, wo 40.000 Euro Preisunterschied ist!?!?!? Das wäre das gleiche, wenn man einen Vw Polo (den billigsten) mit dem einfachsten BMW X5 vergleicht, dass wäre genauso hirnverbrannt, wie dieser Test hier.

Mann
20.04.2011, 11:27Uhr

Ich mag keine Frauenautos. Wenn schon SL, dann der richtige SL und nicht der SLK. Das "K" steht übrigens für Kosmetik.

Olli
20.04.2011, 09:39Uhr

Der Motor im SLK350 hört auf die Bezeichnung M276. Er stellt eine Mischung aus Weiterentwicklung des M272 und Neukonstruktion dar. Man hat im Grunde genommen dem M272DE den Zylinderwinkel von 90° auf 60° reduziert und die im V gelegene Ausgleichswelle entfernt. Die Kurbelwelle hat ebenfalls keine Hubzapfenversätze mehr. Desweiteren wurde die gesamte Ansauganlage neu gestaltet. Gleichgeblieben sind die Abmessungen der Zylinder, wodurch auch der Hubraum identisch blieb und der neue Motor weiterhin gemeinsam mit den 90° V8-Motoren der M278-Familie auf der gleichen Fertigungslinie produziert wird.

Olli
20.04.2011, 09:33Uhr

Die Tatsache mit den Falschangaben zum Motor des SLK350 zeigt mal wieder sehr deutlich, dass die Autobl.d-Redaktion überhaupt keine Ahnung von dem hat, was sie überhaupt schreibt.
Wahrscheinlich kennt der Redakteur mehr Details aus Daniela Katzenbergers Privatleben als von den Fahrzeugen, die er testen und beurteilen soll.

R170
18.04.2011, 14:22Uhr

@ myname
Es gibt Männer, die ihre Männlichkeit nicht auf der Strasse beweisen und genussvoll ein "Mädchenauto" fahren. Und es gibt Frauen, die wirtschaftlich genug potent sind, um sich ihre Wünsche selber zu erfüllen. Zu welcher dieser beiden Kategorien Sie mich zählen möchten, überlasse ich gerne Ihrer Fantasie.

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