Schwimm-Panzer

Die Seeungeheuer aus Stahl Die Seeungeheuer aus Stahl Die Seeungeheuer aus Stahl

Militär: Amphibische Landungspanzer

— 11.09.2012

Diese Panzer können schwimmen

Vielseitiger geht's kaum: Amphibische Landungspanzer rollen über Straßen, klettern über Berge und pflügen durchs Meer. In Zukunft sollen die 25-Tonnen-Ungetüme im Wasser so schnell wie Speed-Boote sein.

Wo andere Panzer sofort absaufen würden, legen amphibische Landungspanzer erst richtig los. Selbst schwere See und Wellen können die gepanzerten Ungetüme nicht an ihrem Auftrag hindern: Soldaten von einem Kriegsschiff aus sicher an die Küste und dann weiter landeinwärts transportieren. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch der Begriff amphibisch, der übersetzt aus dem Altgriechischen nichts anderes als "doppelt", in diesem Fall Land und See bedeutet. Der Weg von Wasser zur Küste ist übrigens keine Einbahnstraße und funktioniert für die Panzer auch in umgekehrter Reihenfolge.

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Wo andere Militärfahrzeuge passen müssen, dreht der Landungspanzer mit seinen 400 PS so richtig auf.

AAVP7A1 ist keine Bezeichnung für ein wasserdichtes Faxgerät, sondern für das bekannteste Seeungeheuer der Gattung Assault Amphibious Vehicle (AAV). Dieser amphibische Landungspanzer kommt überwiegend bei den US-Marines zum Einsatz und bietet Kommandant, Fahrer, Schützen und bis zu 25 Marineinfanteristen Platz. Sein 400 PS starker V8-Turbodiesel kann komplett gegen Wasser abgedichtet werden. So geht es ohne weitere Vorbereitungen ins Nasse. Während er sich auf der Straße oder im Gelände auf den Ketten bewegt, sorgen im Wasser zwei Wasserstrahldüsen am Heck für Vortrieb. Mit einem Wasserdurchsatz von 52.990 Liter pro Minute pflügt der Panzer mit knapp 14 km/h durchs Meer. Für viele Militärs ist das zu langsam. An Land schafft er immerhin 65 km/h.

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Durchgefallen: Der EFV von General Dynamics war zu schlecht und zu teuer.

Zwei Probleme haben die Amerikaner mit ihrem dicken Schwimmer: Im Wasser ist er nicht schnell genug und an Land unzureichend gepanzert. Daher sollte der AAVP7A1 bis 2015 vom Expeditionary Fighting Vehicle (EFV) ersetzt werden. Der hätte dann alles besser machen sollen. Doch Hersteller General Dynamics verzettelte sich. Die Prototypen konnten die Ansprüche der Marines nicht erfüllen und so wurde das EFV-Programm 2011 vom US-Verteidigungsministerium auf Eis gelegt. Es ist offenbar schwieriger als gedacht, einen Panzer zum schnellen Schwimmer zu machen. Wie das US-Blog Snafu! berichtet, wurde nun der Rüstungskonzern BAE damit beauftragt, einen Nachfolger für den AAVP7A1 zu entwickeln.

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Zukünftig soll sich BAE um einen Nachfolger kümmern und zeigt bereits jetzt interessante Konzepte.

Neben den Amerikanern dürften auch die Japaner Interesse an moderneren Wasser-Panzern haben. Nach der Tsunami-Katastrophe 2011 wuchs dort die Erkenntnis, wie hilfreich die Fahrzeuge nach schweren Überschwemmungen sind. Hier schließt sich der Kreis: Auslöser zur Entwicklung von Amphibien war der Okeechobee-Hurrikan, der am 16. September 1928 auf das nordamerikanische Festland traf und hunderten von Menschen das Leben kostete. Damals stießen die Rettungsmannschaften mit ihren Booten und Radfahrzeugen an ihre Grenzen, scheiterten an Sümpfen und tiefen Wasserpassagen. Als Folge begann die Entwicklung von amphibischen Fahrzeugen, allerdings noch nicht für militärische Zwecke.

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