Motoröl-Preise

Motoröl-Preise

— 11.05.2007

Flüssiges Gold

Mit eigenen Marken steigen die Autohersteller ins Schmierstoffgeschäft ein – und kassieren bei jedem Ölwechsel.

Heute schon nach den Spritpreisen geguckt? Wieder gestiegen? Sauerei, aber wir lassen uns nicht verschaukeln! Schließlich kommen wir täglich an den großen Preistafeln vorbei und tanken, wo es gerade billig ist. Und wie teuer ist ein Liter Motoröl? Das wissen die wenigsten. Denn der Preis versteckt sich meist in der Inspektionsrechnung zwischen Dichtungsringen und Ölfilter. Außerdem will kaum jemand beim Schmierstoff sparen, der ja das Herz eines jeden Autos am Leben hält. Da ist das Beste für den Motor gerade gut genug – in vielen Fällen aber schlichtweg zu teuer. Für einen Liter bezahlt man z. B. bei Mercedes in Hamburg 20,42 Euro netto, inklusive Mehrwertsteuer also 24,30 Euro. Bei einer Füllmenge von sieben Litern für einen C 280, Baujahr 1996, plus Filter und Lohn kommen so 200 Euro zusammen – für einen einfachen Ölwechsel.

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Gewinn von 300 Prozent

Wer im Internet oder beim freien Händler in der Umgebung ein gleichwertiges Öl mit entsprechender Freigabe von Mercedes sucht, wird schnell fündig. Ersparnis: je nach Gebindegröße bis zu 75 Prozent. "Das Ölgeschäft ist für die Werkstätten eine echte Goldgrube", sagt Konrad Felten(*), ehemaliger BP-Außendienstler. Auch Sebastian Kühl(*) hat Öl verkauft. Für Esso und Mobil an freie Händler. Auch er bestätigt die hohen Margen in der Schmierstoffbranche: "Kauft ein Händler oder ein Händlerverbund genug ein, kostet ein Liter hochwertiges Öl fünf Euro – und für 20 Euro fließt es in den Motor des Kunden." In diesem Fall bedeutet das einen Gewinn von 300 Prozent. "Und davon wollen nun wohl auch die Automobilhersteller etwas abhaben", sagt Kühl weiter. Denn nach Opel, Ford, Toyota, Mazda und VW haben jetzt auch Honda, Mitsubishi und Mercedes eine hauseigene Ölmarke im Programm. "Kunden schätzen die Qualität von Originalteilen", sagt Frank Pikos von Mitsubishi. Da biete es sich an, ein Original Öl zu offerieren. Was damit gemeint ist, bleibt allerdings offen. Denn kein Autokonzern hat für das neu entdeckte Ölgeschäft eine eigene Raffinerie gebaut.

Das gleiche Öl, nur mit einem anderen Namen

Das Öl kommt von den gleichen Anbietern, die bislang unter dem eigenen Namen Schmierstoffe an Autohäuser und Werkstätten verkauft haben. In den Dosen der Autokonzerne schwappt also möglicherweise das gleiche Öl wie vorher. Einziger Unterschied: Der Aufkleber, auf dem nicht mehr Shell oder Castrol, sondern Mercedes steht. Während etwa Mitsubishi, VW und Honda eine Ölpalette mit unterschiedlichen Viskositäten unter dem eigenen Namen vertreiben, setzt Mercedes auf eine andere Strategie. Auf Nachfrage bei einer Vertragswerkstatt hieß es, es gebe künftig nur noch eine Ölsorte, die für alle Motoren – vom Common-Rail-Diesel mit Partikelfilter bis zum Strichachter – zugelassen ist. Preis: 26 Euro. (*) Namen von der Redaktion geändert

Autor: Roland Niederlich

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