Ölwechsel selbstgemacht – so geht's!

Ölwechsel: Anleitung, Kosten, Intervall

So spart man beim Ölwechsel

Wie oft ist ein Ölwechsel fällig, was kostet er und kann ich das nicht auch selber machen? AUTO BILD erklärt, was man zum Tausch des Motoröls wissen muss.
Das Öl muss im Motor eine Menge leisten: Sein Schmierfilm sorgt dafür, dass die beweglichen Motor-Teile nicht aneinander reiben. Ohne den schützenden Schmierfilm würden sich Kolben und Zylinderlauffläche binnen kürzester Zeit festfressen – das hätte einen Motor-Totalschaden zur Folge. Zudem sorgt der Ölfilm für die Feinabdichtung zwischen dem Abstreifring des Kolbens und der Zylinderlauffläche. Und es übernimmt eine kühlende Funktion an thermisch beanspruchten Teilen. Auf seinem Weg nimmt es dabei Schmutzpartikel wie Verbrennungsrückstände und feinsten metallischen Abrieb mit. Die Rückstände können sich so nicht ablagern und werden beim Ölwechsel mit entsorgt. Das Öl verliert diese positiven Eigenschaften aber mit der Zeit. Deswegen ist es wichtig, es regelmäßig auszutauschen.

Wie kann man beim Ölwechsel sparen?

Je nach Fahrzeug kann man beim selbst durchgeführten Ölwechsel bis zu 150 Euro sparen.

Am meisten Geld spart man, wenn der Ölwechsel in Eigenregie vorgenommen wird. Im Zubehörhandel ist das benötigte Werkzeug für einen Ölwechsel schon ab zehn Euro zu haben, ein Ölfilter mit Dichtungen kostet ebenfalls etwa zehn Euro. Auch Longlife-Markenöle (benötigt werden meist zwischen 3,5 und sieben Liter) kosten im Fachhandel durchschnittlich ab zehn Euro pro Liter. Doch auch, wer den Ölwechsel in der Werkstatt machen lässt, kann Geld sparen: Oft ist es in Absprache mit der Werkstatt möglich, Öl und Filter selbst günstig im Zubehörhandel zu kaufen und mitzubringen. Und auch wer eine freie Werkstatt statt einer Vertragswerkstatt wählt, kann oft sparen – wo der Ölwechsel vorgenommen wird, hat auf die Garantie keinen Einfluss.

Intervall: Wie oft muss der Ölwechsel sein?

Wie häufig das Öl gewechselt werden muss, ist von Auto zu Auto unterschiedlich. Das genaue Wechselintervall ist in der Regel im Bordbuch nachzulesen. Dabei unterscheiden die Hersteller zwischen einem festen und einem dynamischen Wechselintervall. Beim festen Wechselintervall sind in der Regel Laufleistung und Zeitraum bis zum nächsten Ölwechsel angegeben. Demnach muss der Ölwechsel beispielsweise entweder nach 30.000 gefahrenen Kilometern oder einmal alle zwei Jahre erfolgen – je nach dem, was zuerst eintritt.
Bei einem dynamischen Wechselintervall berechnet der Bordcomputer aus Parametern wie Ölstand, Bremsenverschleiß, Geschwindigkeit, Verbrauch und Drehzahl, wann ein Ölwechsel fällig ist und weist den Fahrer in der Anzeige darauf hin. Je nach Fahrweise sind so Intervalle von bis zu 30.000 Kilometern bei Benzinern und bis zu 50.000 Kilometern bei Diesel-Motoren möglich. Doch Vorsicht: Bei einem dynamischen Intervall ist man zwingend an das vorgeschriebene synthetische Longlife-Öl mit vom Hersteller festgelegten Spezifikationen gebunden. Normalerweise ist ein Longlife-Öl gleichzeitig ein sogenanntes Leichtlauf-Öl mit einer SAE-Norm von zum Beispiel 0W40. Auch beim Nachfüllen muss es verwendet werden. Man sollte also immer etwas Öl zum Nachfüllen dabei haben.

Wann sollte man das Intervall verkürzen?

In einigen Fällen ist es sinnvoll, das Ölwechsel-Intervall nicht voll auszuschöpfen, sondern den Ölwechsel in kürzeren Abständen zu machen. Das ist besonders empfehlenswert, wenn der Motor starken Belastungen ausgesetzt ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Kurzstrecken-Fahrten der Fall. Aber auch, wenn man dem kalten Motor gerne schon mal die Sporen gibt. In solchen Fällen ist es ratsam, einmal im Jahr oder nach 15.000 Kilometern das Öl auszutauschen, auch wenn die Hersteller-Vorgabe anders lautet. Andersherum sollte man es aber nicht machen: Wer den Ölwechsel hinauszögert, riskiert teure Schäden.

Wie findet man das richtige Öl?

Im Zubehörhandel ist das Angebot umfangreich. Welches Öl das richtige ist, steht im Handbuch des Autos.

Bei dynamischen Wechselintervallen sind die Longlife-Öle vom Hersteller explizit vorgeschrieben. Wer einen festen Wechselintervall für den Ölwechsel hat, hat etwas mehr Spielraum bei der Auswahl. Trotzdem muss man auf die Freigabe für den Motor achten. Die möglichen Codes wie etwa VW 505.00 oder Mercedes-Benz 229.1 stehen auf der Verpackung. Finden sich keine Herstellerfreigaben, müssen Sie auf die ACEA- oder API-Spezifikationen achten (ACEA steht für "Association des Constructeurs Européens d’Automobiles", API für "American Petroleum Institute"). Entsprechende Angaben zum richtigen Öl finden Sie in der Betriebsanleitung zum Auto. Beispiele für besonders gängige Spezifikationen sind:

Motoröl-Abkürzungen

SAE-Klasse

Die Angabe 5W-40 auf der Dose kennzeichnet die SAE-Klasse ("Society of Automotive Engineers"). Sie beschreibt die Viskosität. Das ist das Maß für die Fließeigenschaften des Öls. Die vor dem Buchstaben "W" (für Winter) gekennzeichnete Zahl beschreibt die Fließeigenschaften bei Kälte. Je kleiner die Zahl, desto schneller und besser fließt das Öl bei Kälte an die wichtigen Schmierstellen im Motor. Die Zahl ohne "W" beschreibt das Fließverhalten bei einer Temperatur von 100 Grad.

15W-40

Motoröl mit der Viskosität 15W-40 ist die heute übliche Standardqualität. In der Regel für viele ältere Motoren geeignet. Im Winter einsetzbar bis zu minus 20 Grad.

10W-40

 Diese Öle bieten einen kostengünstigen Einstieg in die Leichtlaufklasse. Sie sind im Winter ohne Probleme bis zu einer Temperatur von minus 25 Grad einsetzbar.

5W-40

 Teil- oder vollsynthetisch hergestellt, bietet dieses Öl verbesserte Kaltstarteigenschaften im Winter bis zu minus 30 Grad. Außerdem kann es beim Spritsparen helfen.

0W-40

 Vollsynthetisches Motoröl mit niedrigstmöglicher Viskosität bei Kälte – bis zu minus 35 Grad – und optimaler Schmierfähigkeit im oberen Temperaturbereich.

5W-30

 Hochleistungs-Leichtlauföl für Motoren mit langen Ölwechselintervallen. Im Winter nicht zu dick-, im Sommer nicht zu dünnflüssig. Auch für Diesel mit Partikelfilter erhältlich.

Synthetik oder Mineralöl?

Generell wird bei Motorölen primär zwischen mineralischen und synthetischen Ölen unterschieden. Hergestellt werden beide aus Erdöl. Der Unterschied: Dem Mineralöl müssen nachträglich Additive zugesetzt werden, die dessen Eigenschaften verbessern. Das Synthetiköl wird bereits bei der Herstellung chemisch positiv beeinflusst – die Moleküle werden exakt nach den Vorstellungen der Hersteller zusammengesetzt. Dieser Herstellungsprozess ist aufwendig, weswegen sich der Unterschied zwischen Mineral- und Synthetikölen im Preis bemerkbar macht. Mineralöle sind deutlich günstiger als Synthetiköle. Dafür sind synthetische Motoröle widerstandsfähiger: Sie zeigen sowohl bei kalten Temperaturen ein besseres Fließverhalten als auch bei hoher Belastung im Motor mehr Widerstandsfähigkeit. Mineralöle erhalten diese Eigenschaften teilweise durch das nachträgliche Hinzufügen der Additive im Herstellungsprozess, deren Wirkung aber im Laufe der Zeit nachlässt. Mineralöle behalten ihre Eigenschaften also nicht so lange wie Synthetiköle.
Ist die Verwendung eines Synthetiköls nicht vorgeschrieben, können bedenkenlos auch Mineralöle verwendet werden. Unter den Synthetikölen finden sich viele Spezial-Öle, wie etwa Low-Ash-Motoröle für Dieselmotoren, die fast aschefrei verbrennen. Oder Leichtlauföle, die beim Spritsparen helfen sollen. Wer sich für ein Synthetiköl entscheidet, sollte aber auch beim Nachfüllen ein Öl dieser Art verwenden. 

Wie viel Öl wird benötigt?

Die Ölmenge, die bei einem Wechsel eingefüllt werden muss, hängt primär vom Hubraum des Motors ab und steht detailliert im Bordhandbuch. Im Schnitt beträgt die Füllmenge bei modernen Motoren zwischen vier bis sechs Liter Motoröl. Hubraumstärkere Aggregate benötigen teilweise bis zu zehn Liter. Teuer wird es bei ganz großen Motoren: So besitzt der Audi A8 6.0 quattro (W12) einen Motorölinhalt von rund 13 Litern.

Ölwechsel: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Video: Ratgeber Ölwechsel (2016)

Ölwechsel selber machen

Schritt 1:
Motor warm fahren. So wird das Öl dünnflüssiger und fließt besser ab, zudem werden Verunreinigungen im Motor gelöst. Das Öl hält die Partikel in der Schwebe, sie werden beim Ölwechsel mit rausgeschwemmt.
Schritt 2: Wagen von unten zugänglich machen. Das kann entweder durch eine Grube unter dem Wagen oder eine Hebebühne geschehen. Ein vorderes Aufbocken ist nicht sinnvoll, da der Wagen waagerecht stehen muss. Vor der Arbeit unter dem Auto das Fahrzeug entsprechend sichern.
Schritt 3: Öldeckel im Motorraum öffnen, damit im Motor kein Unterdruck entsteht. Wenn nötig, Unterbodenverkleidung unter dem Motor abbauen.
Schritt 4: Auffangbehälter für Altöl unter der Ölauslassschraube der Ölwanne positionieren.
Schritt 5: Öffnen der Ölablassschraube. Dabei am besten Handschuhe benutzen, um das Verbrennungsrisiko zu minimieren. Achtung: Schon bei leicht herausgedrehter Schraube beginnt das Öl herauszulaufen. Alternativ kann man auch eine Absaugpumpe verwenden. Sie ist ab rund 30 Euro zu haben und pumpt über ein langes Rohr das Altöl über die Öffnung des Ölpeilstabs ab.
Schritt 6: Ölfilter wechseln. Noch während das Öl abfließt, kann der Ölfilter mit einem Filterschlüssel abgedreht werden. Achtung: Prüfen, ob auch die Gummidichtung des Ölfilters mit entfernt wurde.
Schritt 7: Neue Gummidichtung mit etwas Öl benetzen und einsetzen. Dann den neuen Ölfilter von Hand festschrauben. Er muss zwar fest sitzen, doch mit Gewalt darf er nicht festgezogen werden.
Schritt 8: Nachdem das Öl abgeflossen ist, wird die Ablassschraube der Ölwanne zusammen mit einer neuen Dichtung wieder festgeschraubt. Hierbei empfiehlt es sich, einen Drehmomentschlüssel zu verwenden.
Schritt 9: Jetzt kann das neue Öl eingefüllt werden. Um die exakte Menge einfüllen zu können, empfiehlt sich die Verwendung eines Messbechers. Wie viel Öl der Motor benötigt, steht im Bordhandbuch des Autos.
Schritt 10: Nach dem Befüllen wird der Öldeckel geschlossen und der Motor gestartet, um das Öl zu verteilen. Nun kann mit dem Ölmessstab kontrolliert werden, ob die korrekte Menge eingefüllt wurde. Im Zweifel muss nachgefüllt oder abgelassen werden.

Dieses Werkzeug wird für den Ölwechsel benötigt

• Ausreichend Motoröl der richtigen Spezifikation
• Passender Ölfilter
• Ölfilterschlüssel, Ölfilterspinne oder Ölfilternuss
• Drehmomentschlüssel
• Auffangwanne
• Schraubenschlüssel (Ring- oder Maul – je nach Ölablassschraube und Ölfilter, alternativ: gut sortierter Knarrenkasten)
• Ölkanne oder Trichter
• Werkstatttücher
• Reiniger (z.B. Bremsenreiniger) um eventuelle Ölreste am Motor zu entfernen
• Ölbindemittel (falls etwas daneben geht)
• kleine Schraubenzieher (gut zum Austauschen von alten Dichtringen, wenn man nur eine Ölfilterpatrone hat)

Tipps: Ölfilter nicht vergessen

Wichtig: Bei jedem Ölwechsel sollte auch der Ölfilter gewechselt werden. Er filtert Schmutzpartikel und Metallabrieb aus dem Öl und setzt sich mit der Zeit zu. Den Ölfilter unabhängig vom Öl zu wechseln ist im Umkehrschluss allerdings nicht ratsam, da das nichts daran ändert, dass das Öl altert und sich die enthaltenen Additive abbauen.
Das Altöl muss nach dem Ablassen fachgerecht entsorgt werden. Wer das Öl im Fachhandel gekauft hat, kann das Altöl dort in der Regel kostenfrei abgeben. Ansonsten bleibt nur der Gang zum Wertstoffhof. Mehr dazu, wie man Altöl richtig entsorgt, lesen Sie hier
Nützliches für den Ölwechsel

Motoröl

Ölfilter

Motorspülung

Ölfilterschlüssel

Ölauffangwannen

Ölabsaugpumpen

Autoren: , Jan Kriebel

Stichworte:

Motoröl

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