Neuer Kollisionsschutz für Biker

Motorrad-zu-Fahrzeug-Kommunikation

— 01.06.2017

Neuer Kollisionsschutz für Biker

Motorradfahrer werden im Straßenverkehr oft übersehen. Ein radarbasiertes Anti-Kollisions-System könnte das Leben vieler Biker retten.

30.000 Motorradunfälle gab es allein im Jahr 2016 auf deutschen Straßen – und 600 davon endeten tödlich. Das Unfallrisiko für Biker ist deutlich höher als für andere Verkehrsteilnehmer. Nun soll ein neues "Anti-Kollisions-Radar" von Bosch Autofahrer und Motorradfahrer miteinander vernetzen, damit Zusammenstöße verhindern und so für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen.

Unfallrisiko könnte um zwei Drittel gesenkt werden

Damit das System funktioniert, müssen sowohl Auto als auch Motorrad die Technik an Bord haben.

Bosch hat dafür gemeinsam mit Ducati, Autotalks (Hardware) und Cohda Wireless (Software) aus Australien einen Prototyp des sogenannten "Motorrad-zu-Fahrzeug-Kommunikationssystems" entwickelt. Mit dem System könnte das Unfallrisiko für Zweiradfahrer um etwa ein Drittel gesenkt werden, rechnet der Zulieferer vor. Und so soll der Kollisionswarner funktionieren: Fahrzeuge im Umkreis von mehreren hundert Metern tauschen bis zu zehn Mal pro Sekunde Informationen zu Fahrzeugtyp, aktueller Geschwindigkeit, Position und Fahrtrichtung aus. Lange bevor ein Motorradfahrer in Sicht ist, bekommen Fahrer in möglicherweise gefährdeten Fahrzeugen eine Warnung per Bild und Ton im Cockpit: Achtung, ein Motorrad nähert sich. Eine typische Gefahrensituation ergibt sich zum Beispiel, wenn sich ein Biker einem Auto auf einer mehrspurigen Straße von hinten nähert oder in den toten Winkel gerät.

Sicherheit beim autonomen Fahren

Schon bevor ein Motorradfahrer in Sicht kommt, gibt das System eine Warnung ab, per Bild und Ton.

Der Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen erfolgt laut Bosch auf Basis des am WLAN angelehnten Standards pWLAN. Das ist das für 2025 angekündigte Highspeed-Internet 5G. Doch die Hürde für das neue System ist recht hoch: Damit das System auch flächendeckend funktioniert, müssen sowohl Auto als auch Motorrad diese Technik an Bord haben. Und wer sie nicht hat, der verfügt über keinerlei Schutz. Zudem wird eine entsprechende Rechnerkapazität an Bord der Fahrzeuge vorausgesetzt. Trotz allem: Das Anti-Kollisions-System könnte künftig der Schlüssel für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sein, argumentiert Bosch. Auch beim autonomen Fahren könnte diese Technologie genutzt werden.

Neuer Kollisionsschutz für Biker

Autor: Isabella Sauer

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