MTM bimoto auf Basis des Audi TT

MTM bimoto auf Basis des Audi TT MTM bimoto auf Basis des Audi TT

MTM bimoto auf Basis des Audi TT

— 30.04.2002

Let it bi

Bei ihm ist alles anders und alles doppelt: Für den Antrieb seiner Achsen besitzt der MTM bimoto zwei Motoren und zwei Turbolader.

Die Kraft der zwei Herzen

"Jetzt ist er fertig. Wenn ihr wollt, könnt ihr mal bei mir vorbeischauen. Wir können ein erstes Roll-out machen." Das waren an jenem Dienstag die folgenschweren Worte von Roland Mayer. Mayer - der Namen klingt beliebig, gewöhnlich. Wer jedoch beim Namen Roland Mayer an Durchschnitt oder an Autos vom Fließband denkt, liegt völlig falsch. Denn hinter diesem Namen verbirgt sich nichts Kleinbürgerliches. Ganz im Gegenteil. MTM, Motoren Technik Mayer, ist eine Ideenschmiede par excellence. Auch der Anruf galt einem dieser außergewöhnlichen Projekte.

Bereits seit längerem wurde in Wettstetten, nahe Ingolstadt, an einem Audi TT der extremeren Art gearbeitet. Unter der nur wenig veränderten Karosserie eines TT schlägt in dem nicht ohne Grund bimoto genannten Fahrzeug die Kraft von zwei Herzen. Sowohl vorn als auch hinten wird jede Achse von einem eigenen 1,8-Liter Vierzylinder mit Turbolader angetrieben. Allradantrieb eben - auf MTM-Art. Eine Wand aus Carbon mit integriertem Schauglas trennt die maximal zwei Passagiere von der zweiten, im Heck implantierten Antriebseinheit. Der Blick nach hinten gleitet über ein Spiegelbild nahezu aller Aggregate aus dem Vorderwagen. Die Technik ist sichtbar. Anschauen sogar erwünscht.

"Kunststoffabdeckungen haben nur den Nutzen, Leitungen und Kabel der Elektrik nicht aufräumen zu müssen", sagt Roland Mayer. "Wir betreiben diesen Aufwand, denn der Kunde soll die Technik sehen können. Abdeckungen wird es nur partiell und dann mit eingelassenem Sichtfenster geben."

Auch das hintere Kraftwerk ist mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe versehen und quer zur Fahrtrichtung eingebaut. Der 1,8-Liter-Vierzylinder treibt eine mit der Vorderachse nahezu baugleiche Achse an. Meterlange Metallrohre, im Seitenschweller sogar entlang bis vor zur A-Säule, helfen den MTM zu versteifen. Schließlich transportiert der bimoto kein Handtäschchen oder Beautycase, sondern einen zweiten, potenten Motor im Heck.

Zweimal 326 PS Minimal-Leistung

Sehen kann er sie, fühlen muss der Kunde die Triebwerke - so viel ist sicher. Beide Motoren entwickeln eine so unglaubliche Leistung, dass man keinen Gedanken an ein Serienmodell verschwendet. Standhafte und alltagstaugliche 652 PS, also 326 PS für jeden Motor, sind das Minimum, das der Tuner aus den Triebwerken schöpft. Selbst 420 PS für jeden Vierzylinder sind möglich. Voll Stolz erzählt Mayer, dass mit einer Hubraumvergrößerung auf zwei Liter, großen Turboladern und Arbeiten an der Peripherie sogar eine Version mit 500 PS - pro Motor versteht sich - denkbar sei.

Beginnt der Chef dann über das Fahrverhalten zu sprechen, auf das bei dem bimoto derzeit hingearbeitet wird, bekommt jeder fahrdynamisch interessierte Mensch spitze Ohren. Wenn Roland Mayer seine Visionen entwickelt, dann ist da kein Platz für so profane Dinge wie Stauraum für das Gepäck. "Unser Ziel wird es sein, dem Auto ein Fahrverhalten zu geben, das es jederzeit berechenbar macht. Es darf den Fahrer nicht mit einem Wechsel zwischen Unter- und Übersteuern überraschen, sondern die Tendenz zum Übersteuern aufweisen", erklärt er seine Philosophie der idealen Abstimmung.

Die angepeilte Höchstgeschwindigkeit von über 340 km/h konnten wir beim Roll-out nicht erreichen. Der Tuner geht jedenfalls nicht nur bei der Aerodynamik seines Fahrzeuges von diesem Wert aus. Auch bei den Bremsen ist man auf Topspeed eingerichtet. Hinter den vorderen, einteiligen Leichtmetallfelgen ist eine Anlage aus dem Audi RS 4 montiert.

Mit Sechs-Punkt-Gurten in Recaro-Vollschalensitzen festgezurrt, erleben wir in dem MTM bimoto das Abenteuer Doppelmotor. Bleibt die Frage: Wer kauft sich solch ein Fahrzeug? Progressive Porschefahrer? Gefrustete Ferrari-Kunden? Oder eher zukünftige Bugatti-Besitzer? Besonders Letztere werden sich angesichts der Leistung des MTM bimoto kaum relaxed zurücklehnen können.

Technische Daten

Technik Motor R4 vorn/hinten quer • fünf Ventile pro Zylinder • 1781 cm3 Hubraum • Verdichtung 9,0:1 • Leistung (PS/kW) 326/240 bei 6450/min • Drehmoment (Nm) 404 bei 3200/min • Leistungsgewicht (kg/PS) 2,29/1 • Besonderheiten: geänderte Turbolader, zwei Ladeluftkühler • Allradantrieb • Getriebe 6-Gang manuell • Fahrwerk vorn McPherson-Einzelradaufhängung mit unteren Dreieckslenkern, Stabilisator; hinten McPherson-Einzelradaufhängung mit unteren Dreieckslenkern, Stabilisator, MTM-Sportfahrwerk • Bremsen vorn und hinten Scheiben, innen belüftet • Räder 8,5 x 18 Zoll, 245/40 ZR 18 • Beschleunigung 0-100 km/h ca. 3,6 s • Höchstgeschwindigkeit (Herstellerangaben) 340 km/h • Verbrauch k. A. • Ausstattung Basis Audi TT, komplette Antriebseinheit inklusive Getriebe und Achse auch hinten, Unterboden komplett verkleidet mit integriertem Diffusor, Heckflügel mit Carbonlippe, RS4-Bremsanlage, Recaro-Schalensitze mit Sechs-Punkt-Gurten • Preis ca. 250.000 Euro • Kontakt MTM, 08 41/ 99 23 00, www.mtm-online.de

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