NASCAR

NASCAR: Klaus Graf

— 12.10.2016

„Immer kurz vorm Abfliegen“

Derzeit finden in der NASCAR die Playoffs statt. Doch was macht die NASCAR eigentlich so besonders? Der Deutsche Klaus Graf ist dort schon mal gefahren.

Klaus Graf, heute Teammanager beim Team 75 Bernhard im ADAC GT Masters, ist der letzte deutsche Fahrer, der ein Rennen in der NASCAR bestritt. ABMS erklärt er die Faszination dieser Renndisziplin.

Herr Graf, die US-amerikanische NASCAR-Serie fährt derzeit den Chase aus – die Rennsport-Version der Eishockey-Playoffs (mehr siehe Kasten unten). Auch Sie waren zwischen 2004 und 2007 bei fünf Rennen der Topliga gemeldet, als bis heute letzter deutscher Fahrer. Was ist das Besondere an der NASCAR?

Klaus Graf (47): NASCAR kannst du mit nichts vergleichen! Das fängt schon damit an, dass das Auto wegen der überhöhten Kurven im Oval so asymmetrisch eingestellt ist, dass es selbstständig nach links fährt. NASCAR hat einfach ihre eigenen Gesetze, Hierarchien und Strukturen.

Was heißt das konkret?

Die warten da auf niemanden, schon gar nicht auf einen Europäer. Die NASCAR ist ein geschlossener Kreis. Die Fahrer da sind an fast 40 Rennwochenenden unterwegs, die machen also nichts anderes. Da entwickelt sich eine Community. Und da reinzukommen, ist verdammt schwer. Das schaffst du nicht nur durch reines Talent. Da musst du auch der Typ für sein.

NASCAR-Fahrer sind also wirklich andere Typen als Piloten anderer Rennserien?

Absolut, die leben in ihrer eigenen Welt. Sie fahren aber sehr, sehr gut. Das wird allgemein unterschätzt. Egal ob das Kurt Busch, Jimmie Johnson oder sonst wer ist – wer da vorne mitfährt, hat wirklich was drauf. NASCAR ist mehr als nur im Kreis fahren.

Im Oval fahren ist also schwierig?

Klaus Graf war selbst schon NASCAR-Fahrer

Das ist eine ganz eigene Disziplin, da werden ganz andere Fähigkeiten von einem Fahrer gefordert. Beim Handling des Fahrzeugs bewegt sich alles in einem sehr kleinen Fenster. Du musst das Auto mit viel Feingefühl absolut am Limit bewegen, immer kurz vorm Übersteuern und Abfliegen. Man kann nicht fahren wie auf der Rundstrecke – da kommt nichts dabei raus.

Die Autos haben ja auch richtig Wumms ...

Ja. Sie haben über 700 PS, wiegen aber weniger als 1500 Kilogramm. Die ganzen Einstellmöglichkeiten, die wir hier in Europa haben, gibt es da nicht. In der NASCAR kann der Fahrer wirklich noch den Unterschied machen. Das macht es so spannend.

Was ist also anders als in Europa?

Die Fahrzeuge und der enge Wettbewerb sind einzigartig. Es ist einfach eine spektakuläre Art und Weise, Rennen zu fahren. Wenn die NASCAR jetzt boomt, sollte ich es auch noch mal probieren (schmunzelt).

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Getty Images

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