Volkswagen Passat mit Park Assist Vision

Neue Assistenzsysteme von VW

— 16.06.2008

Bremsen mit Sprengkraft

VW will mit neuen Assistenzsystemen die Autofahrer weiter entlasten und die Unfallzahlen senken. In der Planung sind unter anderem Pyro-Bremsen, elektronische Testfahrer oder 360 Grad-Parkhilfen.

Immer neue elektronische Helfer sollen helfen, die Unfallzahlen zu senken und den Autofahrer zu entlasten. Volkswagen hat im Rahmen eines Forschungstages neue Assistenzsysteme vorgestellt, die das Fahren vereinfachen und noch sicherer machen. Beispiel "PyroBrake": Die pyrotechnisch, also mit Hilfe eines Mini-Sprengsatzes gezündete Bremse wird aktiv, wenn ein Unfall kurz bevor steht. Das System kann laut VW innerhalb von 80 Millisekunden und damit im Einzelfall noch rechtzeitig vor einem Unfall eine Notbremsung einleiten. So die Aufprallgeschwindigkeit im Mittel um fünf km/h reduziert. Vorgestellt wurde das System an Bord eines Passat, es soll durch die geringere Aufprallgeschwindigkeit die Schwere eines Unfalls erheblich verringern.

Das Parkhaus verliert seinen Schrecken

Der Park Assist von Volkswagen parkt bereits Fahrzeuge eigenständig in längsgerichtete Parklücken. Vor Remplern in engen Parkhäusern soll die Weiterentwicklung "Park Assist Vision" schützen. Er dirigiert einen Passat-Prototypen millimetergenau in so genannte Kopfparklücken, die es in jedem Parkhaus und vor allen Supermärkten gibt. Das System erfasst mit Hilfe von Sensoren permanent das Umfeld (360 Grad) und informiert den Fahrer, falls das Auto einem Hindernis zu nahe kommt. Vor allem kleinen Blechschäden sollen so minimiert werden. Eine völlig andere Art der Prävention gewährleistet der elektronische Testfahrer "KART": Das System hilft dabei, bestimmte Fahrmanöver exakter und schneller nachzufahren sowie Precrash-Systeme sicher zu testen. Der Fahrer wird dabei von einem zentralen Steuerrechner abgelöst, der das Lenkrad und die Pedalerie über elektromechanische Komponenten bedient also eine Art Roboter. Das System ist in der Lage, künstlich geplante oder im Fahrversuch aufgezeichnete Manöver mit höchster Genauigkeit nachzufahren. Folge: erheblich kürzere Testzeiten neuer Systeme bei deutlich besseren Ergebnissen.

Autofahrer werden nicht entmündigt

Einen ganzen Verbund von Assistenten kombiniert das Forschungsprojekt "AKTIV". Eine Stereo-Kamera, Radarsensoren sowie die Auswertung von Navigationsdaten sollen dabei helfen, weder dem Fahrbahnrand noch dem Gegenverkehr zu nahe zu kommen. Weitere Entlastung gegen die Reizflut soll die Projektion von Informationen an die Randflächen der Windschutzscheibe bringen. Der Fahrer registriert diese Infos laut VW, ohne sich bewusst auf sie konzentrieren zu müssen und abgelenkt zu werden. Wer jetzt denkt, das Autofahren künftig nichts mehr mit Fahren zu tun hat, irrt. VW will zwar bestimmte Situationen komplett automatisieren, aber nur dort, wo es zur Unfallvermeidung Sinn macht. Als Beispiele nennen die Wolfsburger Fahrten auf der Autobahn oder im Stop-and-go-Verkehr. Abgerundet wird das Sicherheitspaket der Zukunft mit der Kommunikation der Fahrzeuge untereinander (Car-to-car) und mit Verkehrsleitsystemen (Car-to-x). Was klingt wie ferne Zukunftsmusik, könnte schon in kurzer Zeit Einzug in Serienfahrzeuge halten. Zeitfenster: zwei bis fünf Jahre.

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