Eisfreie Scheibe: Kratzen bald überflüssig

Neue Scheiben-Beschichtung

— 10.02.2012

Die eisfreie Autoscheibe

Das Fraunhofer-Institut in Braunschweig hat eine spezielle Beschichtung für Autoscheiben entwickelt. Mit ihrer Hilfe soll das Eiskratzen im Winter künftig überflüssig sein.

(dpa/lh) Freikratzen vereister Scheiben könnte bald vorbei sein. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik in Braunschweig haben eine eisfreie Autoscheibe entwickelt. Auch bei minus 18 Grad versprechen die Forscher am nächsten Morgen eine unvereiste Scheibe. Dafür wird eine hauchdünne transparente Schicht aus Indiumzinnoxid auf das Glas gebracht. "Diese leitfähige Schicht schützt die Scheibe vor dem Auskühlen, so dass kein Wasser mehr auf der Außenseite kondensieren oder gefrieren kann", erläutert Experte Bernd Szyszka. Der Schnee soll vom Scheibenwischer weggewischt werden, darunter gefriere nichts. Bisher übliche Heizdrähte oder eine minutenlange, energiefressende Belüftung sollen überflüssig werden.

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"Wir haben in Zusammenarbeit mit einem großen Auto- und einem Glashersteller zehn Jahre an der eisfreien Autoscheibe gearbeitet und sie intensiv getestet", berichtet Szyszka. Nun sei sie marktreif. Man könne auch ältere Fahrzeuge nachrüsten. Problematisch sei allerdings, dass die neue Beschichtung den Funkverkehr ins Auto einschränke. Inzwischen arbeiten die Fraunhofer-Forscher außerdem an einer Zinkoxid-Beschichtung, die die Scheibe preiswerter und noch robuster machen soll. Zugleich sehen sie in der Autoscheibe noch ein großes Innovationspotenzial. So forschen sie an Scheiben, die sich selbst reinigen. Beispielsweise kann eine Scheibe mit einer angerauten Beschichtung Wasser abstoßen - ähnlich der Lotuspflanze. Es bilden sich Tröpfchen, die abrollen und dabei Staub mitnehmen.

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Auf die raue transparente Metallbeschichtung könnte außerdem eine Wachsschicht gepackt werden, die sich selbst instand setzt. Szyszka: "Mit so einer Beschichtung könnten Kratzer ausheilen und Risse selbstständig geschlossen werden." Noch andere Schichten könnten die Sonneneinstrahlung reflektieren und so erreichen, dass bis zu 50 Prozent der Wärme gar nicht erst ins Auto gelangt. Die Klimaanlage müsste weniger arbeiten, der Stromverbrauch im Auto würde sinken. Das könnte, so erklärt Szyszka, zum Beispiel beim Elektroauto wichtig werden, bei dem viel Strom für den Antrieb benötigt wird. Künftig wollen die Fraunhofer-Forscher auch durchsichtige Displays für die Autoscheibe entwickeln, auf denen - ohne den Fahrer zu behindern - Karten oder Verkehrsinformationen eingeblendet werden können. Dabei setzt man in Braunschweig vor allem auf leitfähige organische Leuchtdioden (englisch abgekürzt OLED).

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