Nissan Juke Nismo RS: Fahrbericht

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Nissan Juke Nismo RS: Fahrbericht

— 23.02.2015

Kleines freches Biest

Ab sofort bietet Nissan den kleinen Crossover Juke als Nismo RS an. Ob die Top-Version hält, was der Name Nismo verspricht, klärt der Fahrbericht.

Kleine Crossover mit viel Dampf sind selten, der neue Nissan Juke Nismo RS ist so ein Exot. Im Vergleich zum Vorgänger mit der Bezeichnung Juke Nismo trägt die geliftete Topversion jetzt ein RS-Kürzel – es steht für "Racing Sport". Die Renn-Ambitionen untermauern die Ingenieure nicht nur mit einem 18 PS stärkeren Motor, der jetzt auf 218 PS kommt. Für mehr Fahrspaß soll ab sofort auch eine mechanische Sperre an der Vorderachse sorgen. Dazu gibt es die frische Front mit neuem Grill und Blinkern, die auch die zivileren Juke-Versionen seit dem Facelift tragen. Die großen 18-Zoll-Felgen im Doppelspeichen-Design und die sportlichen Nismo-Applikationen wie die Schürzen, den Diffusor und die roten Spiegelkappen, kennen wir schon vom Vorgänger.

Viel Vertrauen für schnelle Landstraßen-Kurven

Der Juke Nismo RS lenkt zackig ein. Das gefällt vor allem in der Stadt und auf der Landstraße.

Druck auf die rote Starttaste: Der 1,6-Liter-Turbo meldet sich angenehm bollernd zu Wort. Beim Schalten durch das Sechsganggetriebe fallen die knackig-kurzen Wege auf. Seinen Turbo-Punch teilt der Motor etwas später aus, das volle Drehmoment steht erst ab 3600 Touren bereit. Doch schon ab 2500 Umdrehungen schiebt der Kraftzwerg ordentlich an. Glatte sieben statt 7,8 Sekunden soll der Sprint auf 100 km/h nur noch dauern. Bis in den mittleren Drehzahlbereich klingt der Sportauspuff angenehm bassig, danach wird es heiser. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht übertrieben hart. Grobe Kopfsteinpflaster schluckt der Nismo RS gütig weg. Auffällig ist gerade in der Stadt die wieselflinke Steuerung. Wird eingelenkt, geht der kleine Nismo RS konsequent ums Eck. In schnellen Kurven sollte man flott dabei sein, das Lenkrad rechtzeitig wieder gerade zu stellen.

Trotz Frontantrieb schiebt der Nismo RS kaum über die Vorderräder. Und auch wenn die Reifen beim starken Beschleunigen mal die Haftung verlieren, reißt der Vortrieb nicht ab – die Differenzialsperre erledigt ihren Job gut. Auf der Autobahn wirkt der Power-Juke durch die kurze Übersetzung und die Spitze Lenkung leicht hektisch. Bei den drei Fahr-Modi hier besser "Eco" oder "Normal" wählen, was Lenk- und Gasannahme entschärft. Wird beim Überholen mehr Einsatz verlangt, gibt die Kickdown-Funktion wieder die volle Leistung frei, die sonst nur im Sport-Modus bereit steht. Kaum Seitenneigung, ordentlich Traktion – der Juke Nismo RS macht so vor allem auf der Landstraße Spaß. Und fordert den Fahrer fast auf, die Kurven schärfer anzuschneiden.
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Gemütliche Recaro-Schalen mit viel Seitenhalt

Die Recaro-Halbschalen schmälern den Einstiegskomfort, sind aber gemütlich und bieten ordentlich Seitenhalt.

Der Testwagen ist mit den optionalen Recaro-Schalen für 1500 Euro Aufpreis ausgerüstet. Die hohen Seitenwangen wollen beim Einsteigen überwunden werden, ansonsten fallen die Sessel vor allem durch ihre Gemütlichkeit und viel Seitenhalt auf. Wie das griffige Lenkrad und die Hutze über dem Tacho, sind sie mit Veloursleder bezogen. Das Cockpit wirkt trotz des Facelifts in die Jahre gekommen. Dafür ist es übersichtlich strukturiert und einfach zu bedienen. Für mindestens 28.200 Euro steht der Kraftzwerg ab sofort beim Nissan-Händler. 2800 Euro mehr kostet die Allradversion. Sie ist allerdings immer an ein kraftraubendes CVT-Getriebe gekoppelt und verzichtet auf die Differentialsperre. Der deutlich dynamischere Juke Nismo RS ist auf jeden Fall die Version mit Frontantrieb und Schaltgetriebe.
Nissan Juke Nismo RS 1.6 DIG-T Benziner (6-Gang Schaltgetriebe, Frontantrieb) 1.6 DIG-T Benziner (CVT-Getriebe, Allradantrieb)
Motor und Fahrleistungen
Hubraum 1618 ccm 1618 ccm
Leistung 218 PS bei 6.000 U/min 214 PS bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment 280 Newtonmeter bei 3.600 - 4.800 U/min 250 Newtonmeter bei 2.400 - 6.000 U/min
Getriebe manuelles 6-Gang Schaltgetriebe CVT-Getriebe
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h 200 km/h
0 bis 100 km/h 7,0 Sekunden 8,0 Sekunden
Maße und Gewicht
Leergewicht (Millimeter) 1342 1469
Kofferrauminhalt 354 Liter 207 Liter
Länge 4165 mm 4165
Breite (Millimeter) 1770 mm 1770 mm
Höhe (Millimeter) 1565 mm 1565 mm
Radstand (Millimeter) 2530 mm 2530 mm
Reifengröße 225/45 R18 225/45 R18
Grundpreis 28.200 Euro 31.000 Euro
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Fazit

Die Fahrt im neuen Nissan Juke Nismo RS hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das liegt vor allem an der guten Kurven-Traktion. Die mechanische Sperre – eine absolute Seltenheit in dieser Klasse – bringt hier den Vorteil. Die Automatik-Version mit CVT-Getriebe ist dagegen kontraproduktiv für die Dynamik. Als Schalter hat der Juke Nismo RS nicht nur ordentlich Pep unter der Haube. Das kleine freche Biest kann seine Leistung auch in Fahrspaß übertragen.

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