Nissan Pickup D22 (ab 1998)

Gebrauchtwagen Nissan Pickup D22 Gebrauchtwagen Nissan Pickup D22

Nissan Pickup D22 (ab 1998)

— 19.04.2004

Laster ohne Laster

Bei den meisten Lesern läuft der Nissan Pickup über viele Jahre ohne teure Schäden und Reparaturen.

Qualität und Fahrwerk

Endlich wieder mal ein Auto, bei dem man nicht vor nervtötenden elektronischen Defekten und schwer zu beseitigenden Ölundichtigkeiten warnen muss. Der Nissan Pickup benimmt sich in dieser Hinsicht vorbildlich. Das Einzige, was seine elektrische Anlage offenbar nur schwer verkraftet, ist der nachträgliche Einbau einer Standheizung. Das überfordert häufig die japanische Serien-Batterie. Dann ist es im Innenraum zwar mollig warm, aber der Anlasser findet in der Batterie nicht mehr genug Strom zum Starten.

Der seit 1998 in Deutschland verkaufte Nissan Pickup mit der Kennung D22 hat noch weitere Vorteile, über die sich gerade der Gebrauchtkäufer freut: Die Bremsen halten lang, Bremsteile sind billig, das Fahrwerk stabil, Rost ist leicht zu überprüfen. Wer sich die Mühe macht und die Bodenbleche von unten betrachtet und dabei auf Rost untersucht, weiß auch, wie es um die restliche Karosserie bestellt ist.

Handelt es sich um ein Exemplar mit den schmalen Rädern der Basisausstattung, braucht man in der Regel auch die Lenkung nicht zu überprüfen. Vorzeitig verschlissene Spurstangen finden sich regelmäßig nur bei den Navarra-Versionen mit Breiträdern.

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Motor und Technik

Ein kleiner Pferdefuß des Nissan Pickup ist sein Turbodieselmotor. Während der in Deutschland seltene 2.4i-Benziner auch mit roher Gewalt kaum aufzuarbeiten ist, scheint der 2.5 TD nicht wirklich vollgasfest zu sein. Höhere Belastung quittiert das aus dem Vorgänger übernommene und nachträglich per Turbolader gepuschte Aggregat mit teuren Schäden.

Die nicht selten durchgebrannte Zylinderkopfdichtung ist bei einem solchen OHV-Motor mit seitlicher Nockenwelle kein Beinbruch. Die Reparaturkosten bleiben niedrig, weil die Arbeit im Gegensatz zu einem OHC-Motor mit oben liegender Nockenwelle schnell erledigt ist. Aber bei flotten Fahrern oder ständig hohen Lasten kann auch mal der teure Turbolader oder gleich der ganze Motor austauschreif sein. Der Nissan-Turbodiesel gehört nicht zur Gruppe von Fahrzeugen, die den schleichenden Tod praktiziert. Nein, er stirbt plötzlich, aber eben sehr selten. Die Quote der Motorschäden liegt insgesamt unter vier Prozent. Aber gewarnt sollte man sein und besser auf das letzte Drittel des Gaspedalwegs verzichten.

Es gibt zahlreiche Leser, die mehr als 200.000 Kilometer mit dem ersten Motor ohne Reparaturen hinter sich gebracht haben. Dabei fällt auf, dass sie vergleichsweise niedrige Verbräuche angeben. Das legt wiederum nahe, dass sie sich auch mit dem Tempo eher zurückhalten und damit den Motor schonen. Grundsätzlich unproblematischer scheint der seit 2002 verwendete 133-PS-Motor mit Direkteinspritzung zu sein. Er ist nicht nur sparsamer und stärker, sondern auch von vornherein für die Belastung durch einen Turbolader ausgelegt. Schwere Schäden gab es hier bislang nicht. Allerdings haben bisher nur wenige Exemplare mehr als 100.000 Kilometer erreicht. Deshalb verbietet sich ein abschließendes Urteil.

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Nissan Pickup im Leserurteil

Weil echte Schäden beim Nissan Pickup selten sind, herrscht unter den Fahrern Zufriedenheit mit den Werkstätten. Satte 83 Prozent sind mit deren Leistungen einverstanden. Eine große Inspektion kostet nach Leserangaben rund 370 Euro.

Die Besitzer eines Nissan Pickup haben zuvor häufig einen Geländewagen gefahren (49 Prozent), auffällig oft einen älteren Nissan. 59 Prozent haben neben dem Pickup ein zweites Fahrzeug in der Garage. Wohin der Trend bei der Ausstattung geht, zeigt ein Vergleich: Beim bis 2002 verkauften 2.5 TD beträgt der Anteil der Pickup mit der höherwertigen Navara-Ausstattung 69 Prozent. Ab 2002 steigt der Anteil rasant auf 86 Prozent. Komfort ist also auch im Pickup- Segment zunehmend gefragt.

Komfort ist auch ein zentrales Thema, wenn es um die Wahl des nächsten Fahrzeugs geht. 58 Prozent der D22-Besitzer wollen den gleichen Pickup von Nissan. Sieben Prozent liebäugeln wegen der noch besseren Ausstattung mit einem US-Pickup. Bei den direkten Konkurrenzfahrzeugen sind Mitsubishi L200 und Ford Ranger die beliebtesten für Umsteigewillige. Auch wer mit dem Hang zum Laster Schluss machen will, bleibt gern bei Nissan: Vor allem der X-Trail und der Patrol sind gefragt.

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Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1998 Einführung des Pickup D22 als Nachfolger des seit 1986 gebauten D21. D22 mit 2,5-Liter-Turbodiesel (el. Wirbelkammer-Diesel-Einspritzung) und 104 PS; auch als 2.4i-Benziner mit 120 PS; zweitüriger King Cab (hinten Notsitzchen) od. viertürige Doppelkabine; 2.5 TD mit Basis-Ausstattung oder als Navara mit ABS, elektr. Helfern, Breiträdern, Zweifarblack; LxBxH 4,98x1,82x1,72m 1999 ABS und zwei Airbags nun serienmäßig; Navara nun zusätzlich mit serienmäßiger Klimaautomatik 2002 Neue Frontpartie, neuer 2.5-TD-Motor mit Direkteinspritzung, 133 PS; neues Lenkrad, komfortablere Fahrwerksabstimmung

Schwachstellen • die Bremsscheiben sind nicht nur billig, sie halten oft über 100.000 km. Aber acht Prozent der Leserfahrzeuge hatten Überlastungsbrüche an den Blattfedern der Hinterachse. Schwere Wohnkabinen halten die Federn erst recht nicht aus • der Dieselmotor (2.5 TD) ist nicht ganz unproblematisch: Vereinzelt gibt es durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen, defekte Turbolader, verendete Motoren • die Rostvorsorge ist ausreichend, nur 13 Prozent klagen über beginnende Korrosion • mit Breitreifen hält die Spurstange der Lenkung selten mehr als 60.000 km • die Zuverlässigkeit des Pickup D22 ist o.k.: Die Quote der Startversager liegt bei vier Prozent (Vorglüheinrichtung). Aber Pannen auf freier Strecke kommen nicht so selten vor (12 Prozent). Meist ist dann der Turbodieselmotor (104 PS) schuld. Aber auch abgesprungene Keilriemen, frühzeitig verschlissene Kupplungen, klemmende Getriebe oder undichte Kraftstoffleitungen kommen ab und zu vor

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Pickup KingCab 2.5 TD, Baujahr 1999. Richtig günstig sind die Teile für die Bremsen. Entsetzlich teurer dagegen Motor und Getriebe. Aber auch die Lichtmaschine ist nicht billig.



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Fazit und Technik

Fazit "Ein Pickup ist ein Billigauto. Dafür ist der Nissan aber recht hochwertig gebaut. Der per Turbolader aufgepeppte Altdiesel (bis 2002) läuft jedoch offenbar an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Und manchmal eben auch darüber. Wer es sich leisten kann, sollte den neueren 2.5 Di wählen. Positiv beim Nissan Pickup: Fahrwerk, Elektrik und Dichtigkeit." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: Heckantrieb, während der Fahrt bis 40 km/h zuschaltbarer Frontantrieb (automatische Freilaufnaben); Kraftverteilung v:h 0:100 oder 50:50; Differenzialbremse (47 Prozent) hinten; Geländereduktion (2,02:1) • Aufbau: Leiterrahmen mit aufgeschraubter Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: 2.4i: 15l Normalbenzin; 2.5 TD/2.5 Di: 12/11l Diesel/100 km • Höchstgeschwindigkeit: 2.4i: 157 km/h; 2.5 TD: 144 km/h; 2.5 Di: 163 km/h

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