Opel Adam S (2015): Fahrbericht

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Opel Adam S (2015): Fahrbericht

— 21.01.2015

Mit 150 PS zur "Pocket Rocket"

Muskeln statt Mode: Der Opel Adam S ist die sportliche Variante des sonst eher stylebewussten Zwergs. Wie er sich mit 150 PS fährt, das zeigt der Fahrbericht!

Obwohl mit 18.690 Euro auf den ersten Blick eines der teuersten Modelle in der Palette, ist der Opel Adam S angesichts der üppigen Ausstattung gar kein schlechtes Angebot. Dennoch muss man auf ein paar der vielen Hundert Individualisierungsmöglichkeiten verzichten. Doch was sind schon bunte Felgen, farbige Spiegel und poppige Zierkonsolen, wenn Opel stattdessen einen Turbo auf den Vierzylinder flanscht? Der bläst dem 1,4-Liter-Motor ordentlich den Marsch und macht den Adam zum Bodybuilder.
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Wo bislang bei 115 PS Schluss war, stehen jetzt 150 PS im Datenblatt. Das maximale Drehmoment klettert von 170 auf 220 Nm und der Spaß steigt im Quadrat. Denn bei einem Leergewicht von gerade einmal 1,2 Tonnen wird der Adam tatsächlich zur Pocket Rocket und schießt davon wie eine Rakete für die Westentasche: In 8,5 Sekunden von 0 auf 100 und maximal 210 km/h – für einen Kleinwagen dieses Kalibers ist das eine reife Leistung.


Video: Opel Adam S (2015)

So fährt der Power-Adam

Aber der Adam ist nicht nur auf der Geraden schnell. Wenn die Straße trocken und der Asphalt griffig ist, dann wird der Kleinwagen zum Kugelblitz und flippert nur so über die Landstraßen. Kein Wunder, dass Chefingenieur Dieter Metz dringend zum Kauf der optionalen Recaros rät, selbst wenn die je nach Polster noch einmal mit 1300 bis 2010 Euro zu Buche schlagen. Die sehen nämlich nicht nur klasse aus und gehören bei einem Sportwagen einfach dazu. Sondern die bieten auch den nötigen Halt, wenn der Youngster seine Grenzen auslotet.

Der Spoiler auf dem Dach ist nicht nur Deko

Der Spoiler presst den Rüsselsheimer Kleinstwagen mit 100 Newton auf den Asphalt.

Die erreicht der Adam S überraschend spät. Denn die Opel-Mannschaft hat nicht nur den Motor getunt und ein Sechsgang-Getriebe mit perfekten Anschlüssen eingebaut, sondern sie hat den kleinen Kraftmeier fast so gründlich entwickelt wie ein OPC-Modell: Dämpfer und Federn sind deshalb strammer, die Stabis sind dicker, die Lenkung ist schärfer, die Hinterachse stabiler und vorn in den 18-Zöllern stecken die 308 Millimeter großen Bremsen aus dem Corsa OPC, die zubeißen wie die Hunde von Baskerville. Selbst der Spoiler auf dem Heck ist nicht nur Show, sondern dient tatsächlich dem Abtrieb: Während der normale Adam 300 Newton Auftrieb produziert, presst der Flügel den Adam S mit 100 Newton auf den Asphalt und macht damit unter dem Strich sogar 400 Newton gut.

Opel Adam Rocks: Fahrbericht

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Traktions- und Stabilitätskontrolle: "Aus" heißt wirklich "aus"

Wie viel sich die Ingenieure davon versprechen und welches Vertrauen sie in ihre Abstimmung haben, zeigt ein unauffälliger Schalter im Cockpit. Denn der Adam S ist der erste und einzige Adam, bei dem man Traktionskontrolle und Stabilitätsprogramm ausschalten kann. Und "aus" heißt in diesem Fall wirklich "aus", unterstreicht Projektleiter Metz: Solange der Überschlagsensor nicht anspricht, kann man es noch so wild treiben mit dem jungen Stürmer – die Elektronik wird einem das Spiel nicht verderben.
 

Auch optisch ist der Adam S auf Krawall gebürstet – dazu lässt er sich zusätzlich noch anpassen.

Doch bei allem Sinn fürs Sportliche ist der Adam S nicht komplett auf Krawall gebürstet: Weil er anders als ein waschechtes OPC-Modell noch immer ein Auto für den Alltag sein will und obendrein wohl ein Drittel der Kunden Frauen sein dürften, hat der Muskel-Mini überraschend gute Manieren. Der Sound ist präsent aber nicht peinlich und das Fahrwerk bietet reichlich Restkomfort. Klar fühlt man sich der Straße ein wenig enger verbunden, und unter Last entwickelt der Vorderwagen ein ungestümes Eigenleben. Aber wer auch nur ein bisschen Zurückhaltung übt, der muss selbst auf schlechten Straßen nicht all zu viel einstecken.
Das kostet der Opel Adam S

Ach ja, und ein bisschen mit der Mode geht der Muskelprotz übrigens auch: Denn wo es die anderen Adam obenrum nur in so braven Farben wie Cream White, Chocolate Brown oder Shiny Grey gibt, leuchtet sein Dach für 350 Euro Aufpreis auch in Fire Red.

Autor: Thomas Geiger

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Sportwagen

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