Opel Frontera B (1998-2003)

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Opel Frontera B (1998-2003)

— 07.04.2005

Nichts dazugelernt

Die miserable Zuverlässigkeitsbilanz seines Vorgängers gilt für den Opel Frontera B nur abgemildert. Doch der in England gebaute Opel überrascht dafür mit ganz neuen Eigenheiten – zum Verdruß seiner Besitzer.

Produktion und Konstruktion

Während Opel dem von 1992 bis 1998 gebauten Frontera der ersten Generation eine beinahe hektische Modellpflege zuteil werden ließ, herrscht beim Frontera B das Prinzip der ruhigen Hand. Seit 1998 hat sich praktisch nichts getan, sieht man von kleinen optischen Retuschen und ganzen fünf Zusatz-PS für den DTI-Turbodieselmotor ab.

Das Thema Frontera scheint für Opel seit langem erledigt zu sein. Keine Anzeigen, keine Modellpflege, keine aufgefrischte Technik – und seit Ende 2003 auch keine Produktion mehr. Das Werk in Luton nahe London, in dem vor dem Frontera der Kleintransporter Bedford Blitz montiert wurde, liegt brach. Die deutschen Opel-Händler verkaufen bis heute Lagerfahrzeuge, erneuert wurden in der letzten Zeit nur noch die Preislisten.

So viel Ignoranz hat der Frontera nicht verdient, denn im Grunde seines Wesens ist er ein robust konstruierter und praktischer Geländewagen mit ausreichendem Komfort bei günstigen Unterhaltskosten. Der Turbodiesel ist rauh, aber sparsam, und selbst der 2.2-Benziner macht seinen Besitzer an der Tankstelle nicht arm. Die wichtigen und teuren Aggregate wie Motoren, Getriebe, Differentiale und Anlasser halten in der Regel rund 200.000 Kilometer ohne teure Generalüberholung.

Technik und Motor

Das Konzept stimmt also, um so ärgerlicher sind viel zu häufige Defekte und Ärgerlichkeiten an vermeintlich unwichtigen Kleinaggregaten, vor allem an der Elektrik und Elektronik. Da ist zum Beispiel das immer wieder zu Störungen neigende Steuergerät des Antiblockiersystems. Auch die im Motorsteuergerät integrierte Wegfahrsperre quält weniger potentielle Diebe als vielmehr den Frontera-Besitzer. Genauso sieht es mit der Vorglühanlage des Dieselmotors und dem Luftmassenmesser der Einspritzanlage aus.

Zahlreiche Frontera B ärgern ihre Besitzer mit immer wiederkehrenden Kühlwasserverlusten. Am Anfang sickert die grünliche Flüssigkeit meist aus den von minderwertigen Schellen fixierten Schlauchenden, nicht selten sind aber auch der Wasserkühler selbst und die bei Opel fast schon sprichwörtliche Wasserpumpe undicht.

Kühlwasserverlust und die sowieso insgesamt knapp dimensionierte Kühlanlage können im Sommer zu schleichender Überhitzung und defekten Zylinderkopfdichtungen führen. Gerade im sommerlichen Gespannbetrieb hangelt der Frontera nicht selten am roten Bereich entlang, vor allem der Diesel. Immerhin sind 86 Prozent aller Leser-Frontera mit Anhängekupplung ausgerüstet. Wuchtige Frontbügel mit großen Zusatzscheinwerfern verschlimmern das Problem, weil der Kühler dahinter quasi im Windschatten arbeiten muß.

Frontera im Leserurteil

Frontera-Fahrer sind dennoch häufig markentreu. 46 Prozent von ihnen besaßen schon zuvor einen Opel, meist einen Frontera oder Omega. Als Zweitwagen (51 Prozent) steht bei über einem Viertel der Frontera- Besitzer ein weiteres Auto mit dem Blitz am Kühler in der Garage. Auch den Opel-Werkstätten halten sie die Treue.

84 Prozent nutzen sie für alle Wartungs- und Reparaturdienste, mehr als vier Fünftel sind zufrieden mit der Arbeitsleistung der Männer in den grauen Arbeitsanzügen. Die Kritik in Sachen Zuverlässigkeit und Rostvorsorge zeigt sich bei der Wahl des nächsten Fahrzeugs. Für den nochmaligen Kauf eines Frontera B können sich nur 13 Prozent erwärmen.

Immerhin 27 Prozent warten auf den für September angepeilten Nachfolger aus Korea-Produktion. 34 Prozent wollen sich anderen Marken zuwenden. Favoriten dabei: Kia Sorento, Nissan X-Trail, Mercedes M-Klasse. Und die restlichen 26 Prozent? Die sind völlig unentschlossen. Sie muß Opel zurückgewinnen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1998 Einführung des Frontera B als Zweitürer mit kurzem Radstand (Frontera Sport) und Viertürer mit langem Radstand (Frontera), LxBxH 4,27 oder 4,68x1,79x1,75m; 2.2-Vierzylinder-Benziner (136 PS), 3.2-V6-Benziner (nur Viertürer), 2.2-Vierzylinder-Turbodiesel mit elektronisch geregelter Direkteinspritzung (Verteilereinspritzpumpe) 2000 3.2-V6-Benzinmotor nun auch im zweitürigen Frontera Sport 2001 leichtes Facelift mit neuem Kühlergrill 2002 die schlichte Basisausstattung entfällt; 2.2-DTI-Turbodiesel nun mit 120 statt 115 PS 2003 Produktionsende in Großbritannien; seitdem Abverkauf von Lagerfahrzeugen

Schwachstellen • der DTI-Turbodiesel hat mehrere Schwachstellen: Luftmassenmesser (13 Prozent), Wasserpumpe (10 Prozent), Einspritzpumpe (9 Prozent), abvibrierte Spritleitung (6 Prozent) • die wunden Punkte des 2.2-Benziners sind ein gerissener Auspuffkrümmer (21 Prozent der Leserfahrzeuge) und eine defekte Zylinderkopfdichtung (16 Prozent) • alle Versionen betreffen leckende Kühler und Wasserschläuche (19 Prozent), verschlissene Lenkgelenke (12 Prozent) und defekte ABS-Steuergeräte (6 Prozent) • über Rost klagen 31 Prozent der Leser, davon 4 Prozent über erhebliche Korrosion • die Zuverlässigkeit ist teilweise schlecht, vor allem beim Diesel: 19 Prozent der DTI verweigerten den Start (Vorglühanlage, Wegfahrsperre), satte 32 Prozent blieben unterwegs liegen (Luftmassenmesser, Steuergerät, Kühlwasserverlust, Spritleitungsbruch, Zylinderkopfdichtung). Besser sieht die Benziner-Bilanz aus: 6 Prozent Startversagen (Wegfahrsperre), 18 Prozent Panne (Kopfdichtung, Steuergerät)

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Frontera B 2.2 DTI Schaltgetriebe, Baujahr 2000. Zum Glück gibt es Dieselmotor und Elektroaggregate als günstigere Austauschteile. Billig ist die Wasserpumpe, aber die ist auch oft defekt.

Fazit und Technik

Fazit "Obwohl Opel beim Frontera B gegenüber dem A vieles verbessert hat (Wassereinbrüche, Ölverluste), muß man auch vom B leider abraten. Es gibt zwar zuverlässige Exemplare ohne Elektronikmurks und Kühlwasserverlust, diese herauszufiltern, ist aber vor allem Glückssache." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: Heckantrieb; Frontantrieb elektrisch per Taste bis 100 km/h zuschaltbar (Kraftverteilung v:h 0:100 oder 50:50); Geländeuntersetzung (2,05:1); Differentialbremse (40%) hinten • Aufbau: Leiterrahmen, aufgeschraubte Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: 2.2/3.2: 11,5/13,5l/100 km Super; 2.2 DTI: 10l/100 km Diesel • Höchstgeschwindigkeit: 2.2: 161 km/h; 3.2: 192 km/h; 2.2 DTI: 158/161 km/h

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