Statement zum Opel-Verkauf

Marktanteile VW/Opel Marken im VW-Konzern

Opel-Hyundai-Kooperation?

— 29.07.2011

Hyundai scharf auf Opel

Der koreanische Großkonzern Hyundai will in Europa wachsen. Und Opel steht schon auf der Speisekarte. Ob diese Pläne auch den Rüsselsheimern schmecken?

Wenn Thomas Bürkle von seinem Büro nach Nordwesten schaut, kann er bei gutem Wetter die Zukunft sehen. Zumindest eine mögliche Zukunft für seine Firma in Europa. Bürkle ist Chefdesigner des Hyundai-Design- und Entwicklungszentrums im südhessischen Rüsselsheim – und arbeitet nur wenige Kilometer von der Firmenzentrale der GM-Tochter Opel entfernt. Nachdem AUTO BILD weltexklusiv über einen möglichen Verkauf von Opel an den Konkurrenten Volkswagen berichtet hat, kommen jetzt Details dieses Wirtschaftskrimis ans Licht.

Überblick: News und Tests zu Hyundai

Stress um Opel

Opel-Zukunft Marktanteile VW/Opel Marken im VW-Konzern
Lange bevor sich VW mit einer möglichen Opel-Übernahme beschäftigte, hatte Hyundai Interesse an dem Traditionsunternehmen bekundet. Das würde durchaus Sinn ergeben: Hyundai wächst schneller als jeder andere Autokonzern der Welt. In Europa werden daher langsam die Kapazitäten knapp. Sowohl im Design- und Entwicklungszentrum, wo händeringend neue Ingenieure gesucht werden, als auch im tschechischen Werk Nošovice wird es für Erweiterungen eng. Da würde Opel als Partner mit Tausenden gut ausgebildeten Entwicklern, wertvollem Elektroauto-Wissen (Ampera) und nicht voll ausgelasteten Werken in Deutschland prima passen.

Aktuell: GM-Statement zum Opel-Verkauf

Stefan Bratzel, FH Bergisch-Gladbach: "Das fehlende GM-Dementi zeigt: An der Absicht, Opel zu verkaufen, muss etwas dran sein."

Und genau das hat anscheinend die Volkswagen-Verantwortlichen aufgeschreckt. Als die GM-Verkaufsabsichten in Wolfsburg bekannt wurden, diskutierte der VW-Vorstand mögliche Reaktionen. "Bei einem Verkauf an einen chinesischen Hersteller hätten wir ruhig zugesehen. Aber bei Hyundai war allen klar: Da müssen wir handeln", so ein hochrangiger Konzerninsider zu AUTO BILD. Also besorgte sich die VW-Spitze nähere Informationen über den Rüsselsheimer Konkurrenten. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch ließ verschiedene Möglichkeiten durchrechnen; selbst der mächtige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch war involviert. Schließlich nannte VW der amerikanischen Opel-Mutter den Preis, den man zu zahlen bereit sei. Offenbar zu wenig, denn verhandelt wurde nicht.

Überblick: News und Tests zu Opel

Stattdessen ließ GM Opel zappeln, nachdem die möglichen Verkaufsabsichten öffentlich wurden – ausgerechnet durch eine Indiskretion aus Wolfsburg. Konzernchef Dan Akerson wollte sich nicht äußern. Zwar ließ er Opel durch einen Sprecher loben ("GM ist mit den Fortschritten der Restrukturierung sehr zufrieden") und teilte mit, dass "Opel seit 1928 zur GM-Familie gehört und weiter wichtig für das Unternehmen bleibt". Ein klares Dementi hört sich anders an. Das kann einen Grund haben: das amerikanische Aktienrecht. "Dementiert Akerson jetzt einen Verkauf und veräußert Opel dann später doch, macht er sich strafbar", so Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule in Bergisch Gladbach. Zumindest, wenn GM schon heute Verkaufsabsichten hat. Offiziell bestreiten alle drei Akteure das Ränkespiel um Opel. Und doch brodelt es hinter den Kulissen. Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel grantelte etwa, dass GM mit einem Verkauf schlecht beraten wäre. "Ohne Opel hätten sie in Europa überhaupt keine Chance. Ich glaube, dass dort jemand den Namen Opel absichtlich beschädigen will."

Überblick: News und Tests zu VW

Auch Volkswagen scheint von der Ablehnung des Angebots angefressen zu sein. VW-Chef Martin Winterkorn jedenfalls ließ jüngst bei der Presse-Fahrvorstellung des neuen Beetle in Berlin nicht die Gelegenheit aus, gegen Opel zu ätzen. An der GM-Tochter seien allenfalls die Chinesen wegen des Vertriebskanals und der Ingenieure interessiert; Hyundai sei sicher nicht für eine Übernahme von Opel zu erwärmen. Wunschdenken. Denn Opel ist seit Jahren erstmals wieder auf einem guten Weg. Die Verkaufszahlen und Marktanteile steigen auf nahezu allen europäischen Märkten, schon in diesem Jahr soll im operativen Geschäft mindestens eine schwarze Null geschrieben werden. Das macht Opel attraktiv – auch für Hyundai. VW-Boss Martin Winterkorn fürchtet die Koreaner als größten Konkurrenten auf dem Weg zur weltweiten Nummer eins. Hyundai sei als Wettbewerber viel brutaler als die Japaner, sagte Winterkorn kürzlich und fügte hinzu: "Die Koreaner greifen überall auf der Welt an." Möglicherweise bald auch in Europa – gestärkt mit dem Rüsselsheimer Nachbarn Opel als Partner.

Aktuell: GM-Statement zum Opel-Verkauf

Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Während VW wohl nur bei Opel einsteigen würde, damit kein Konkurrent zugreift, hätte die GM-Tochter in Hyundai  den besseren Partner. Man würde sich auf Augenhöhe begegnen, weil die Rüsselsheimer  alles haben, was Hyundai braucht. Keine schlechten Zukunftsaussichten für die Traditionsmarke. 

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