Opel-Werk Bochum: Prozesse nach Werksschließung
"Wir gehen, so weit es geht"

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Nachspiel der Werksschließung: Ehemalige Opelaner wollen einen Job in Bochum und ziehen deshalb vor Gericht. Experten erwarten langwierige Prozesse.
(dpa) Nach der Schließung des Bochumer Opelwerkes mit zuletzt rund 3300 Beschäftigten muss der Autobauer mit einem langen gerichtlichen Nachspiel rechnen. "Wir gehen, so weit es geht – notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht", sagte einer der ehemaligen Mitarbeiter, die auf Weiterbeschäftigung klagen. Opel hatte 39 Bochumer Beschäftigte entlassen, die nicht in die mit der Gewerkschaft verhandelte Transfergesellschaft wechseln wollten. Dagegen werden wohl alle Betroffenen vor Gericht ziehen. Neun Prozesse wurden nun zunächst im Güteverfahren verhandelt.
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Die Kläger lehnen auch einen Wechsel von Bochum zum Opel-Stammsitz in Rüsselsheim oder in die Eisenacher Fabrik ab, wie vor Gericht deutlich wurde. "Ich will doch nicht in Rüsselsheim oder Eisenach versauern", sagte ein Kläger. Er fürchte, als Jobpendler über die große Distanz seine Familie zu verlieren. Eine andere Klägerin sagte, sie müsse sich als Alleinerziehende um ihre Tochter kümmern. Opel hatte den Beschäftigten einen solchen Wechsel angeboten.Die Kläger wollen im zentralen Opel-Ersatzteillager unterkommen, das mit 700 Arbeitsplätzen in Bochum weiter betrieben wird – allerdings nicht von Opel selbst, sondern vom Opel-Partnerunternehmen Neovia. Rund 300 Opel-Beschäftigte aus der früheren Produktion hatten in dem Ersatzteillager neue Jobs gefunden. Für den Wechsel gab es eine Sozialauswahl unter Beteiligung der Arbeitnehmervertreter.
Vorbei: Der letzte Opel aus Bochum
Mehrere Kläger halten das Verfahren aber für fehlerhaft. Er hätte nach den Sozialauswahlkriterien für den Wechsel in das Ersatzteillager Alter und Dauer der Beschäftigung auf jeden Fall berücksichtigt werden müssen, sagte einer der Kläger, der nach eigenen Angaben seit 26 Jahren im Betrieb und schwerbehindert ist und obendrein ein Betriebsratsmandat hat. "Opel ist ja nicht weg. Es gibt hier noch genug Arbeit", sagte eine andere Klägerin.Aus Sicht des Unternehmens ist Neovia ein eigenständiges Unternehmen, an dem Opel nur eine 20-Prozent-Minderheitsbeteiligung hält, wie der Opel-Anwalt vor Gericht sagte. Neovia könne deshalb über die einmalige Übernahme von 300 Beschäftigten hinaus nicht verpflichtet werden, noch weitere Mitarbeiter aufzunehmen. Opel hatte das Ruhrgebiets-Werk mit zuletzt rund 3300 Beschäftigten zum Jahresende 2014 wegen Überkapazitäten geschlossen. Die meisten Mitarbeiter wechselten danach in eine Transfergesellschaft und suchen jetzt einen neuen Job. Die Chancen dafür stehen im angespannten Arbeitsmarkt an der Ruhr aber schlecht.
150 Jahre Opel: Die Opel-Story

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Der letzte neue Opel hat das Werk in Bochum verlassen, im Traditionswerk wird die Autoproduktion beendet. Im August 2012 feierte die Adam Opel AG noch ihr 150-jähriges Firmenjubiläum. Hier ein Blick auf die bewegte Historie eines der größten und wichtigsten Autohersteller in Europa.
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Blick zurück auf ein deutsches Traditionsunternehmen: Adam Opel (1837-1895) beginnt in der Schlosserwerkstatt im August 1862 mit der Fertigung von Nähmaschinen.
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Populär, gut aussehend, ohne große Allüren: Der Opel Manta A, Superstar der 70er-Jahre. Der Manta A steht für goldene Zeiten bei Opel. Allein im ersten Verkaufsjahr 1970 setzte Opel 56.000 Manta ab, bis zum Produktionsende 1975 498.453 – ein durchschlagender Erfolg.
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1975 schiebt Opel eine weitere Karosserie-Variante nach: Der City bietet zwar weniger Platz als die Limousine, dafür hat er eine praktische Heckklappe. Mit dem City reagiert Opel auf den wachsenden Trend zu Schrägheck-Autos.
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Ebenfalls 1975 erscheint der Nachfolger des Rallye-Kadett – der klangvolle GT/E mit anfangs 105 PS. Die ersten Exemplare (bis 1977) sind an ihrer schwarz-gelben Kriegsbemalung zu erkennen, die späten Versionen ab 1977 tragen ein gelb-weißes Blechkleid.
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Der Opel Commodore B (1972 bis 1977) unterscheidet sich äußerlich nur in Details vom Rekord D. Während im einfacheren Rekord maximal 100 PS zu haben sind, kommt das Topmodell Commodore GS/E mit einem 160-PS-Sechszylinder daher. 200 km/h Spitze lassen viele Konkurrenten auf der Autobahn alt aussehen.
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Der Manta B entwickelt sich schnell zu einem Kultobjekt. Der Manta B ist 16 cm länger als sein Vorgänger – und ist damit nicht nur ein sportliches, sondern auch familientaugliches Coupé. Im Manta ist keine kapriziöse Sportwagentechnik eingebaut, sondern zigtausendfach bewährte Großserientechnik aus dem identischen Ascona B. Bis 1988 entstehen 534.634 Manta B.
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Gutbürgerlichkeit in neuer Form: Der ab 1977 lieferbare Rekord E ist bereits vom Windkanal gerundet und von Vernunft geprägt. Sicher, sparsam und technisch auf der Höhe seiner Zeit. Mehr Platz als im Rekord D, für 1977 ein hervorragender cW-Wert von 0,42.
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1978 startet Opel mit dem Senator A einen weiteren Versuch, in der Oberklasse Fuß zu fassen. Die Verkaufszahlen konnten jedoch nicht überzeugen. Der Senator basiert weitgehend auf Rekord-Technik, unterscheidet er sich vor allem durch Sechszylindermotoren und Schräglenker-Hinterachse vom Rekord.
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Parallel zur Modellpflege des Rekord bekommt auch der Senator ab 1982 großflächige Kunststoff-Stoßfänger, ein höheres Heck und eine abgerundete Front. Die Spitzenmodelle Senator CD und Monza GSE bekommen umstrittene LCD-Anzeigen.
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1992 eröffnet Opel ein neues Produktionswerk am traditionellen Automobilstandort Eisenach. Vor dem Zweiten Weltkrieg fertigt BMW in Eisenach, zu DDR-Zeiten wird der Wartburg dort gebaut.
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Der Vectra B kann nicht ganz an die hohen Verkaufszahlen seiner Vorgänger anknüpfen.
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Die Plattform und zahlreiche technische Komponenten des Opel Tigra TwinTop stammen vom Corsa C. Das mit einem Blech-Klappdach ausgeststattete Cabrio bietet Platz für zwei Personen.

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Kompakte SUVs gehen gut. Und so mischt auch Opel seit Ende 2006 mit dem Antara gerne mit. Angetrieben wird der Antara wahlweise von einem Zweiliter-Turbo-Diesel mit 127 oder 150 PS oder von zwei Benzinern mit 140 (2,4-Liter) und 227 PS (3,2-Liter-V6).
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Der von 2007 bis 2009 angebotene Opel GT ersetzte den puristischen Speedster. Der 264-PS-starke Hecktriebler wurd in den USA produziert und überzeugte mit knackigem Fahrverhalten und gutem Preis-/Leistungsverhältnis.

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Von 2006 bis Ende 2010 bereicherte der Opel Astra TwinTop den Markt der viersitzigen Cabrios mit faltbarem Blech-Klappdach. Aktuell gibt es kein Cabrio von Opel – die Zukunft ist im wahrsten Sinn offen.

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Der Zafira B übernimmt ab 2005 das Flexspace-Sitzsystem seines Vorgängers, ist ansonsten eine komplette Neuentwicklung. 4,46 Meter lang, 1,80 breit, 1,67 hoch – die zweite Generation ist deutlich größer als die erste.

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Mit dem Zafira C hat Opel nun den zweiten Zafira in den Verkaufsräumen stehen. Die dritte Generation heißt offiziell Zafira Tourer. Wie sein älterer Bruder wird auch er mit dem Flex7-Sitzsystem angeboten. Das wurde zwar überarbeitet, gehört jetzt aber nicht mehr zur Basisausstattung.
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Neben der klassischen Limousine und dem Kombi Sports Tourer bietet Opel auch ein praktisches Schrägheck an. Der Insignia muss den dringend benötigten Erfolg für die Rüsselsheimer einfahren.
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Die Zukunft ist bei Opel elektrisch, heißt Ampera, hat 150 PS, schafft 161 km/h Spitze und fährt maximal 500 Kilometer weit. Sind die Akkus leer, muss der Ampera an die Steckdose oder es schaltet sich ein kleiner Benzin/Ethanolmotor zu. Markteinführung: 2011.
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Der Opel Mokka ist ein kleines SUV auf Corsa-Basis. Premiere feiert der Mokka im März 2012 auf dem Autosalon Genf, im Oktober 2012 rollt er zum Händler.
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Mit dem 3,70 Meter kurzen Adam bringt Opel Anfang 2013 einen Lifestyle-Kleinwagen im Stil von Mini und Fiat 500. Premiere feiert er auf dem Autosalon in Paris im September 2012.
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Unterhalb des Adam, der den Namen des Unternehmensgründers trägt, präsentiert Opel im Sommer 2014 einen neuen Kleinwagen namens Karl, der 2015 auf den Markt kommt. Mit dem Stadtflitzer ehrt der Autobauer einen weiteren der Gründerväter.
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Am 5. Dezember 2014 läuft in Bochum der letzte Neuwagen vom Band, in dem Traditionswerk endet die Autoproduktion. Für einige ein Tiefpunkt in der Geschichte von Opel, doch andere erkennen den Willen zum Neubeginn mit neuen, frischen Modellen.
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