Rallye Dakar 2011: Etappe 10

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Rallye Dakar 2011: Etappe 10

— 13.01.2011

Drama in den Dünen

Die VW-Teams wechseln sich mit Etappensiegen ab, die Konkurrenz fährt hinterher. Etappe 10 der Rallye Dakar ging an de Villiers/von Zitzewitz. Al-Attiyah/Gottschalk bleiben vorn, die Zweitplatzierten Sainz/Lucas verloren deutlich.

(dpa/jkr) Die zehnte Etappe der Rallye Dakar hatte es in sich! In den berüchtigten weißen Dünen in der Nähe von Fiambalá spielten sich dramatische Szenen ab: Zunächst führte Nasser Al-Attiyah im VW Race Touareg 3 die Prüfung an, danach übernahm Stéphane Peterhansel im X-raid-BMW die Spitze. Dann verwandelte Al-Attiyah einen Rückstand von 2:30 Minuten am höchsten Punkt der Strecke in 1:18 Minuten Vorsprung. Doch kurz vor Ende der Prüfung, zwischen dem fünften und dem sechsten Wegpunkt, überrumpelten de Villiers/von Zitzewitz die Führenden mit der cleversten Routenwahl – und holten so sensationell den Tagessieg. Dirk von Zitzewitz fand auf Anhieb an einem Abzweig die richtige Richtung und folgte nicht den Spuren von Peterhansel. Nasser Al-Attiyah fiel auf den vierten Platz der Tageswertung zurück und büßte insgesamt 8:54 Minuten ein. Da Carlos Sainz auf der Etappe sogar 18:13 Minuten verlor, konnte Al-Attiyah seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbauen. Miller/Pitchford verloren auf der Prüfung 1:04.18 Stunden, bleiben aber Fünfte der Gesamtwertung.

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Stéphane Peterhansel bleibt in der zweiten Woche das Reifenpech treu. Der Franzose lag im BMW auf Kurs zum zweiten Tagessieg, als ihn ein weiterer Reifenschaden bremste. Er kam hinter seinen Teamkollegen Holowczyc/Fortin als Dritter ins Ziel. Mit einem Rückstand von 1:39:32 Stunde rangiert Peterhansel, der 2007 die letzte afrikanische Dakar-Rallye gewonnen hatte, in der Gesamtwertung auf dem vierten Platz. Bei den Motorrädern verbesserte der Spanier Marc Coma mit dem vierten Etappensieg seine Chancen auf den dritten Dakar-Erfolg nach 2006 und 2009 deutlich. Er baute seinen Vorsprung auf Vorjahressieger Cyril Despres aus Frankreich um knapp zehn Minuten auf 18:10 Minuten aus. Comas KTM-Kollege hatte sich auf der ersten Prüfung in der argentinischen Provinz Catamarca verirrt. Der chilenische Aprilia-Pilot Francisco Lopez Contardo verteidigte zwar seinen dritten Rang, aber auch sein Rückstand auf Coma wuchs deutlich an und beträgt nun 45:16 Minuten.

Ein bedröppelter Carlos Sainz: "Das war ein Katastrophen-Tag für uns."

Carlos Sainz: "Das war der Katastrophen-Tag schlechthin für uns. Bereits nach fünf Kilometern haben wir uns auf einer Düne festgefahren. Dazu kam später ein Reifenschaden. Gleich mehrfach haben wir uns verfahren, besonders am Ende der Wertungsprüfung, als wir den Ausgang aus einem Flussbett nicht richtig gefunden haben. Zudem haben wir uns das Getriebe beschädigt, was uns zusätzlich einbremste. Alles in allem hätte es also besser laufen können. Aber auch schlechter: Der Rückstand in der Gesamtwertung ist nicht uneinholbar. Wir geben bis zum letzten Meter alles, um doch noch gewinnen zu können."

Giniel de Villiers: "Heute war unser Tag. Es ist toll, endlich einen Etappensieg geholt zu haben."

Giniel de Villiers: "Heute war unser Tag. Ich denke, dass ich einen ebenso guten Job gemacht habe wie mein Copilot Dirk von Zitzewitz. Doch am Ende hat sein Geniestreich den Unterschied gemacht. Es ist toll, endlich auch einen Etappensieg geholt zu haben, auch wenn er später kam, als ich mir gewünscht habe. Auf dem Weg dorthin gab es viele Schwierigkeiten zu überwinden. Man musste auf die Motortemperaturen achten, jedes der Top-Teams hat sich mindestens einmal verfahren. Dazu Sand, der sehr weich war. Das Finale war ein echtes Labyrinth von ausgewaschenen Flussbetten und Canyons."

So geht es weiter
: Die Rallye Dakar bietet den Teilnehmern auf dem Teilstück zwischen Chilecito und San Juan die letzte vornehmlich vom tiefen, anthrazitfarbenen Sand geprägte Etappe. Weicher Pudersand, im Volksmund "Guadal" genannt und dem Fesh-Fesh Afrikas ähnlich, fordert Mensch und Material ebenso wie steinige und buckelige Abschnitte, die dem Fahrwerk alles abverlangen.
Rallye Dakar 2011: Stand nach Etappe 10 (Copiapó-Chilecito)
Position Team Fahrzeug Gesamtzeit
1. Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) VW Race Touareg 3 33:58.34 Std.
2. Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) VW Race Touareg 3 + 12:37 Min.
3. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D) VW Race Touareg 3 + 46:57 Min.
4. Stéphane Peterhansel/Jean-P. Cottret (F/F) X-raid BMW X3 CC + 1:39.32 Std.
5. Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) VW Race Touareg 3 + 3:40.43 Std.
6. Krzysztof Holowczyc/Jean-Marc Fortin (PL/B) X-raid BMW X3 CC + 3:49.37 Std.
7. Ricardo Leal dos Santos/Paulo Fiuza (P/P) X-raid BMW X3 CC + 5:48.25 Std.
8. Christian Lavieille/Jean-Michel Polato (F/F) Team Dessoude Nissan Proto + 6:27.23 Std.
9. Guilherme Spinelli/Youssef Haddad (BR/BR) Mitsubishi Brazil Racing Lancer + 7:25.57 Std.

10. Jun Mitsuhashi/Alain Guehennec (J/F) Toyota Land Cruiser VDJ 200 + 15:42.13 Std.

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