Rallye Dakar 2011: Etappe 10
Drama in den Dünen

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Die VW-Teams wechseln sich mit Etappensiegen ab, die Konkurrenz fährt hinterher. Etappe 10 der Rallye Dakar ging an de Villiers/von Zitzewitz. Al-Attiyah/Gottschalk bleiben vorn, die Zweitplatzierten Sainz/Lucas verloren deutlich.
(dpa/jkr) Die zehnte Etappe der Rallye Dakar hatte es in sich! In den berüchtigten weißen Dünen in der Nähe von Fiambalá spielten sich dramatische Szenen ab: Zunächst führte Nasser Al-Attiyah im VW Race Touareg 3 die Prüfung an, danach übernahm Stéphane Peterhansel im X-raid-BMW die Spitze. Dann verwandelte Al-Attiyah einen Rückstand von 2:30 Minuten am höchsten Punkt der Strecke in 1:18 Minuten Vorsprung. Doch kurz vor Ende der Prüfung, zwischen dem fünften und dem sechsten Wegpunkt, überrumpelten de Villiers/von Zitzewitz die Führenden mit der cleversten Routenwahl – und holten so sensationell den Tagessieg. Dirk von Zitzewitz fand auf Anhieb an einem Abzweig die richtige Richtung und folgte nicht den Spuren von Peterhansel. Nasser Al-Attiyah fiel auf den vierten Platz der Tageswertung zurück und büßte insgesamt 8:54 Minuten ein. Da Carlos Sainz auf der Etappe sogar 18:13 Minuten verlor, konnte Al-Attiyah seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbauen. Miller/Pitchford verloren auf der Prüfung 1:04.18 Stunden, bleiben aber Fünfte der Gesamtwertung.
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Stéphane Peterhansel bleibt in der zweiten Woche das Reifenpech treu. Der Franzose lag im BMW auf Kurs zum zweiten Tagessieg, als ihn ein weiterer Reifenschaden bremste. Er kam hinter seinen Teamkollegen Holowczyc/Fortin als Dritter ins Ziel. Mit einem Rückstand von 1:39:32 Stunde rangiert Peterhansel, der 2007 die letzte afrikanische Dakar-Rallye gewonnen hatte, in der Gesamtwertung auf dem vierten Platz. Bei den Motorrädern verbesserte der Spanier Marc Coma mit dem vierten Etappensieg seine Chancen auf den dritten Dakar-Erfolg nach 2006 und 2009 deutlich. Er baute seinen Vorsprung auf Vorjahressieger Cyril Despres aus Frankreich um knapp zehn Minuten auf 18:10 Minuten aus. Comas KTM-Kollege hatte sich auf der ersten Prüfung in der argentinischen Provinz Catamarca verirrt. Der chilenische Aprilia-Pilot Francisco Lopez Contardo verteidigte zwar seinen dritten Rang, aber auch sein Rückstand auf Coma wuchs deutlich an und beträgt nun 45:16 Minuten.


So geht es weiter: Die Rallye Dakar bietet den Teilnehmern auf dem Teilstück zwischen Chilecito und San Juan die letzte vornehmlich vom tiefen, anthrazitfarbenen Sand geprägte Etappe. Weicher Pudersand, im Volksmund "Guadal" genannt und dem Fesh-Fesh Afrikas ähnlich, fordert Mensch und Material ebenso wie steinige und buckelige Abschnitte, die dem Fahrwerk alles abverlangen.
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