Ratgeber Winterreifen

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Ratgeber Winterreifen

— 07.11.2007

Wie lange greifen Winterreifen?

Zu Beginn der kalten Jahreszeit wollen wir es ganz genau wissen: Wie lange hält ein Winterreifen – und was taugt er nach 8000 Kilometern? Das Ergebnis überrascht.

Für den Gesetzgeber ist alles ganz einfach: Ein Reifen ist abgefahren, wenn die Profiltiefe unter 1,6 Millimetern liegt. Was der Rundling bis zu seiner Verschleißgrenze noch können muss, ist nirgendwo festgeschrieben. Und das, obwohl von den Fähigkeiten der Gummis unser Leben abhängen kann. Wollen wir uns da wirklich auf eine einzige Zahl verlassen? Zu Beginn der kalten Jahreszeit wollen wir es ganz genau wissen – und starten den Verschleißtest mit Winterreifen. Es geht darum, wie groß die Unterschiede in der Reifen-Lebensdauer wirklich sind und wie sich nicht mehr ganz neue Winterpneus bei Schnee, Eis und Aquaplaning bewähren. Dazu nehmen wir sieben Winterreifen der Dimension 205/55 R 16 H, von der Premiummarke bis zum Billiganbieter, und schicken sie zum Abrieb- und Verschleißtest an den TÜV SÜD nach München. Unter seiner strengen Aufsicht gehen im Zweischicht-Betrieb jeweils vier Skoda-Octavia-Testwagen auf Touren. Sie fahren im Stadtverkehr, auf Landstraßen und der Autobahn. Bei Testbeginn und dann alle 2000 Kilometer wird die Profiltiefe nach festgelegtem Schema präzise vermessen.

Trotz Abriebschwäche Bestnoten im Schnee

Alle 2000 Kilometer wird die Profiltiefe an genau festgelegten Messpunkten ermittelt und elektronisch gespeichert.

Nach 8000 Kilometern zeigt sich, dass es bei der Haltbarkeit verblüffende Unterschiede gibt. So hat der Michelin mit nur 1,9 Millimetern den geringsten Verschleiß, beim Goodyear-Profil fehlen bereits 3,2 Millimeter. Doch die TÜV-Experten gehen noch einen Schritt weiter, errechnen die theoretische Laufleistung in Prozenten. Genau genommen gilt sie zwar nur für den Einsatz auf dem von uns benutzten Skoda Octavia, lässt sich prinzipiell aber auf andere Mittelklasse-Fronttriebler übertragen. Während Michelin und Dunlop danach klar über der durchschnittlichen Lebenserwartung liegen, füllt die Haltbarkeits-Prognose für Continental und Goodyear deutlich ungünstiger aus. Umso überraschender die Ergebnisse auf Schnee und Eis: Ausgerechnet der am weitesten heruntergefahrene Ultra Grip 7 Plus von Goodyear liegt in allen Testdisziplinen auf Schnee und beim Aquaplaning-Test vorn.

Beim Bremsen ist er sogar dem Michelin mit voller Profiltiefe überlegen und kommt wenige Zentimeter eher zum Stehen. Das übrige Kandidatenfeld enttäuscht nach 8000 Kilometern dagegen mit eher schwachen Leistungen. Es ist ernüchternd.

Die im Neuzustand mess- und spürbaren Unterschiede in den einzelnen Testdisziplinen haben sich über die abnehmende Profiltiefe zunehmend angenähert. Die Leistungen der Neureifen liegen dagegen auf einem deutlich höheren Niveau. Grund genug, nicht erst beim gesetzlichen Limit an den Reifenwechsel zu denken. Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dierk Möller-Sonntag: Schon nach 8000 Kilometern verschlechtern sich die Eigenschaften eines Winterreifens – das ist keine Frage des Kaufpreises. Und: Wer auf geringen Verschleiß achtet, wählt nicht zwangsläufig den besseren Reifen. Wenigfahrer kommen mit einer weicheren Gummi-Mischung – etwa von Goodyear – sicherer durch den Winter.

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Autor: Dierk Möller-Sonntag

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